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Eine einzige zweisprachige Bibliothek

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Sie liegen Tür an Tür im Alten Bürgerspital an der Spitalgasse in der Stadt Freiburg: die Deutsche und die Französische Bibliothek Freiburg. Und obwohl beide einen wichtigen kulturellen Beitrag leisten, indem sie für wenig Geld Lesevergnügen für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt anbieten, arbeiten sie zu völlig anderen Bedingungen. Die Französische Bi­bliothek, die 1978 gegründet wurde, und gestern ihren 40. Geburtstag feierte, gehört der Stadt und wurde von dieser zuletzt mit 500 000 Franken pro Jahr unterstützt. Die Deutsche Bibliothek dagegen wurde 1972 von einem Verein gegründet und muss mit einem Budget von 143 000 Franken zurechtkommen. Neben den Einnahmen aus der Ausleihe wird sie von der Loterie Romande mit 5000 Franken und der Stadt Freiburg mit 70 000 Franken subventioniert, der Rest sind kleine Gemeindebeiträge und Spenden. Obwohl die Französische Bibliothek mit 3000 Nutzern fast doppelt so viel Kunden hat, ist ihr Budget ungleich höher.

Die knappen Finanzen machten der Deutschen Bibliothek immer mehr zu schaffen. Im letzten Jahr konnte sie den Medienkredit von 22 000 Franken nicht ausschliesslich für den Kauf von Büchern nutzen, sondern musste anderweitig Löcher stopfen. «Das tut schon sehr weh, wenn zu wenig Geld für die Erfüllung der Kernaufgabe vorhanden ist», sagt Margrit Perler, die die Bibliothek seit einem Jahr leitet.

In seiner Not ist der Verein an die Stadt herangetreten, wie Präsident Reto Furter, gegenüber den FN erzählt. «Und wir wurden sehr willkommen geheissen.» CVP-Gemeinderat und Kulturvorsteher Laurent Dietrich stellte eine Arbeitsgruppe auf die Beine mit Vertretern beider Bibliotheken, der Ludothek Freiburg und der interkulturellen Bibliothek Freiburg «LivrEchange». Dies mit dem Ziel, die «-theken» zusammennehmen, wie Dietrich Anfang Jahr in den FN erklärte. Es gehe darum, den Institutionen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und nach möglichen Synergien zu suchen.

Die Zeit war reif

«Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt an den Gemeinderat gelangt», sagt Furter rückblickend. «Die Kulturstrategie 2030 der Stadt sieht die Förderung der Zweisprachigkeit vor und will Kultur allen Menschen zugänglich machen.» Die Bibliotheken als Treffpunkt ohne Konsumzwang, wie es Perler sagt, böten sich dafür regelrecht an.

Und so kommt es nun, dass die Französische und die Deutsche Bibliothek sowie die Ludothek, die sich aktuell an der Romgasse befindet, unter einem Dach vereint werden sollen. Nur die vierte im Bunde, die interkulturelle Bibliothek Freiburg «LivrEchange» verbleibt vorerst eine eigene Einheit und an der Südstrasse. Aus Platzgründen war die Viererfusion schliesslich nicht möglich.

Ein Budget, eine Ausleihtheke

Ab Mitte 2019 soll die Deutsche Bibliothek also wie die Französische Bibliothek über das Budget der Stadt laufen. 2019 sind dafür 820 000 Franken vorgesehen. In der nächsten Woche muss der Generalrat den Betrag noch genehmigen. Der Zusammenschluss würde es erlauben, die Zukunft der Deutschsprachigen Bibliothek zu sichern und zu verbessern.

Die französischsprachigen und die deutschsprachigen Bestände sollen zudem nicht mehr räumlich getrennt sein. Es wird voraussichtlich eine Kinder-, eine Erwachsenen- und eine Jugendabteilung geben. Die Spiele der Ludothek werden integriert. Die Nutzer werden an einer gemeinsamen Ausleihtheke bedient.

Zahlen und Fakten

Die Zusammenlegung wird 2019 vollzogen

Nächste Woche muss der Generalrat in seiner Budgetdebatte unter anderem den Posten für die Bibliothek genehmigen. Ab 1.1.2019 übernimmt die Stadt bereits den deutschsprachigen Bücherkredit. Die Stadt stellt den beiden Bibliotheken und der Ludothek eine externe Beratung zur Seite, um die Zusammenführung der Teams zu begleiten. Weiter steht die räumliche Neuorganisation an, verhandelt werden muss auch der finanzielle Verteilschlüssel. An der Mitgliederversammlung vom 1. Mai 2019 entscheidet der Verein der Deutschen Bibliothek über sein Fortbestehen mit anderer Zweckbestimmung, wie Präsident Reto Furter gegenüber den FN sagte. Ab dem 1. Juli laufen die Arbeitsverträge über die Stadt. Die offizielle Eröffnung der neuen zweisprachigen Stadtbi­blio­thek mit der Ludothek ist auf Januar 2020 geplant.

rsa

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