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Eine Familie wird entwurzelt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Barbara Schwaller-Aebischer

Eine junge Frau erzählt mit wie viel Wehmut, wie sie als kleines Mädchen in die Schweiz gekommen ist. Die Eltern haben mit viel Arbeit eine Existenz aufgebaut, mit der Zeit übernimmt die Familie Kocsis ein Restaurant. Alle arbeiten, der Vater in der Küche, die beiden Töchter Nomi und Ildiko im Serice oder hinter der Theke, die Mutter dort, wo gerade jemand gebraucht wird. Alle geben sich Mühe, alle geben ihr Bestes.

Nicht alles rosig

«Wir sind noch nicht angekommen», sagt die Mutter oft nach Schwierigkeiten. Und deren gibt es viele: Im ehemaligen Jugoslawien herrscht Krieg, dessen Auswirkungen auch in der Schweiz spürbar sind. In der Schweiz selber ist auch nicht alles rosig, Fremdenhass und Unwissenheit sind fast überall anzutreffen. Ildiko und ihre Schwester sind in der Schweiz aufgewachsen; uneingeschränkte Liebe haben sie jedoch nur von ihrer Grossmutter in der alten Heimat erfahren. Die Zeit geht bei den Eltern verloren mit Arbeit, Anpassung hier und Anteilnahme am Los der Daheimgebliebenen. So verpassen sie die Entwicklung der Töchter zu «freien Schweizerinnen».

Obwohl das Buch mit der Sprache jongliert und die jeweiligen Übersetzungsmissverständnisse Witz in die Geschichte bringen, ist doch die Sprachlosigkeit zwischen den Einzelnen ein fast unüberwindbares Problem. Ein Problem, dessen Lösung Offenheit verlangt für die Anliegen und Sichtweisen anderer, Offenheit für Anderes, für Neues.

Eigene Erfahrungen

Melinda Nadj Abonji ist für dieses Buch mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis geehrt worden. Sie schöpfte aus ihren Erinnerungen, denn ihre Familie ist in den 1970er-Jahren aus dem Grenzgebiet Serbien/Ungarn in die Schweiz gekommen. Von sich selber sagt sie: «Ich bin eine ungarische Serbin, die in der Schweiz lebt, deutsch schreibt und in einem kleinen österreichischen Verlag publiziert und einen Namen trägt, über den jedermann stolpert.»

Melinda Nadj Abonji: «Tauben fliegen auf». Roman. Verlag Jung und Jung, Salzburg. Juli 2010. 320 S.

Barbara Schwaller-Aebischer ist Leiterin der Bibliothek Tafers.

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