Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Eine gewisse Nervosität ist da»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kaum jemand kennt den SC Düdingen so gut wie Fabian Brügger. Bereits seit 2005 spielt der 29-jährige Plasselber im Fanionteam der Sensler. Kein Wunder ist er heute Captain der Mannschaft. «Für ihn habe ich nur lobende Worte übrig», sagt Trainer Martin Lengen. «Er ist für unsere Mannschaft sowohl auf, als auch neben dem Platz sehr wertvoll.» Brügger sei ein Spieler, den er nie zusätzlich motivieren müsse. «Er ist einer, der immer seine Leistung bringt, enorm konstant und pflichtbewusst. Zudem kann ich ihn auf jeder Position einsetzen.»

 

 Fabian Brügger, nach einigen gewichtigen Abgängen zum Ende der letzten Saison, war man davon ausgegangen, dass sich der SC Düdingen erst einmal neu finden muss. Nun liegen Sie sechs Runden vor Schluss auf Rang eins. Wie erklären Sie sich das?

Als so erfahrene Spieler wie Lukas Schneuwly, Pascal Jenny und Michael Stulz ihren Rücktritt bekannt gaben, haben wir tatsächlich gedacht, dass das ein Problem sein könnte. Doch wir haben gezeigt, dass wir diese Abgänge kompensieren konnten. Mit einem noch besseren Mix aus Jung und Alt. Vielleicht waren wir letzte Saison nicht mehr immer ganz so motiviert. Heute drängen sich viele Junge auf. Sie geben im Training jedes Mal Vollgas, was dazu führt, dass am Ende alle Spieler im Training immer vollen Einsatz zeigen.

 

 Wo liegen die Hauptstärken des aktuellen Teams?

Sicher im Kollektiv. Das war schon immer unsere Stärke, aber mit den Jahren ist die Qualität durch Zuzüge gestiegen. Heute haben wir ein stimmiges Gemisch aus Welschen, Bernern und Senslern.

 

 Birgt dieser Mix auch Konfliktpotenzial?

Es ist nicht immer leicht. Es liegt ein bisschen an uns Senslern, die Mannschaft zusammenzuhalten. Im Training sprechen wir grundsätzlich Deutsch. Zwei, drei Spieler haben aber grosse Mühe zu kommunizieren. Mittlerweile gibt es aber auch einige, die sich daran gut gewöhnt haben und ganz gut Deutsch verstehen. Das ist etwas Neues für mich. Denn in Freiburg, wo ich auf Juniorenstufe gespielt habe, war für die Welschen immer klar, dass die Deutschsprachigen Französisch sprechen müssen.

 

 Als Captain dürfte es auch zu Ihren Aufgaben gehören, das Team zusammenzuhalten …

Das gehört sicher zu meinen Aufgaben. Neu haben wir noch einen Mexikaner (Luis Rosas, Red.) im Team, der mit uns nur Englisch sprechen kann. Ich versuche, auch mit ihm viel zu reden, ihn zu integrieren und zu schauen, dass er sich wohlfühlt. Obwohl mein Englisch nicht gerade das beste ist. Nach den Spielen bin ich manchmal enttäuscht, dass einige Spieler nicht noch ein bisschen länger bleiben. Dann zahle ich halt eine Kiste Bier. Ein Bier trinkt dann jeder noch mit, aber einfach so bleiben einige Spieler nicht. Aber insgesamt stimmt der Teamgeist sicher. Viele kennen sich auch unabhängig von Sprachgrenzen bereits aus Juniorenzeiten, weil sie zusammen in Auswahlen gespielt haben.

 

 Düdingen ist in dieser Saison sowohl das Team, das die meisten Tore erzielt hat, als auch dasjenige, das die wenigsten kassiert hat. Die Mischung im Team scheint besser zu stimmen als je zuvor …

In den ersten paar Jahren in der 1. Liga haben wir recht viele Tore kassiert. Dass das in dieser Saison nicht der Fall ist, hat auch mit dem Trainer zu tun. Er sagt uns immer wieder, dass zunächst die Null stehen muss und man erst dann an die Offensive denken soll. Zudem bläut er uns immer wieder ein, dass die Defensive eben schon ganz vorne beginnt. Und in der Innenverteidigung haben wir in dieser Saison zwei riesige Türme. Das hilft natürlich.

 

 Mit der momentanen Ausgangslage stehen die Chancen ausgezeichnet, die Aufstiegsspiele zu erreichen. Kommt im Team allmählich Nervosität auf?

Man merkt schon, dass ein, zwei Spieler zu rechnen beginnen. Eine gewisse Nervosität ist deshalb sicher da. Aber es nützt nichts, zu rechnen. Wir müssen wohl noch vier Spiele gewinnen, um sicher in die Aufstiegsspiele zu kommen. Darauf müssen wir uns konzentrieren und weiter hart arbeiten. Am Mittwoch vor einer Woche hatten wir schlecht trainiert. So schlecht, dass der Trainer das Training frühzeitig abbrach und uns sagte, dass wir schon so weitermachen können, wir dann aber alle Spiele verlieren werden. Seine Rolle macht viel aus, er sorgt dafür, dass wir nicht irgendwie abheben, sondern uns auf das Wesentliche konzentrieren.

 

 Ist das Erreichen der Aufstiegsspiele das Ziel aller Spieler oder gibt es einige, die sich in der 1. Liga Classic ganz wohl fühlen?

Jeder spielt, um ein Ziel zu erreichen. Die Motivation ist deshalb gross, jeder würde gerne wieder einmal etwas Neues erleben. Dafür spielt man doch das ganze Jahr. Auch ich habe noch nie Aufstiegsspiele bestritten. In Düdingen verläuft seit Jahren alles in Etappen, anders als etwa beim FC Freiburg, der mal super, mal schwach ist, nach einer richtig starken Saison in die 1. Liga Promotion aufstieg, alles über den Haufen warf und gleich wieder abstieg. In Düdingen spielten wir zunächst lange gegen den Abstieg, etablierten uns dann im Mittelfeld und spielen nun vorne mit. Die Aufstiegsspiele entsprächen also einer gewissen Logik.

 

 Was würde sich denn ändern, wenn der SCD tatsächlich aufsteigen würde?

Wir hätten einige Spiele mehr. In der 1. Liga Classic spielen 14 Teams, in der 1. Liga Promotion 16. Die Meisterschaft würde also schon einmal einen Monat länger dauern. Zudem ist die 1. Liga Promotion nicht mehr nach Regionen unterteilt. Momentan ist vor allem die Reise nach Naters immer sehr lang. In der 1. Liga Promotion hätten wir viele solcher Reisen. Dieses Jahr aufzusteigen, kann sicher nicht das Ziel des Vereins sein. Es käme wohl einen Tick zu früh.

 

 Am Samstag steht die Partie gegen Bulle an. Kann dieses Spiel überhaupt noch als Derby bezeichnet werden, oder liegen Düdingen und Bulle zu weit auseinander, als dass eine Rivalität entstehen könnte?

Nein, die Rivalität ist da, unsere Motivation für dieses Spiel deshalb besonders gross. Ausserdem haben wir in der Vorrunde in Bulle verloren. Dafür wollen wir uns natürlich rächen.

 

 Was muss Düdingen besser machen als bei der damaligen 0:1-Niederlage?

Es wird ganz ein anderes Spiel. Damals war unser Selbstvertrauen noch nicht so gross wie heute. Wir wollen zeigen, dass wir nicht umsonst so weit vorne stehen. Ausserdem spielen wir zu Hause, das ist ein zusätzlicher Vorteil. Erst recht mit dem Kunstrasen.

 

 Basiert der Vorteil, den Düdingen in den Heimspielen aus dem Kunstrasen zieht allein darauf, dass die SCD-Spieler an diese Unterlage gewöhnt sind, oder kommt der Kunstrasen auch Düdingens Spielstil entgegen?

Früher hatten wir einen anderen Stil, es ging mehr ums «chrampfen», weniger um die technischen Fähigkeiten. Auch das hat sich nunmehr geändert. Deshalb kommt der Kunstrasen heute unserem Spiel entgegen.

 

 Sie mussten im letzten Spiel verletzt raus. Sind Sie am Samstag wieder dabei?

Ich hatte Schmerzen an der Leiste. Aber am Mittwoch habe ich wieder mittrainiert und keine Schmerzen mehr gespürt. Es sollte also klappen.

 

 Sie sind bald 30 und spielen bereits sehr lange in der 1. Liga. Haben Sie auch schon ans Aufhören gedacht?

Die Gesundheit steht immer im Vordergrund. Deshalb hat es keinen Sinn Zwei- oder Dreijahresverträge zu unterschreiben. Aber vorausgesetzt, dass ich gesund bleibe und die Lust am Fussball nicht verliere, möchte ich noch einige Jahre in Düdingen spielen.

 

Ausgangslage: Aufstiegsspiele in Griffweite

Die Ausgangslage präsentiert sich für den SC Düdingen sechs Runden vor Schluss ausgezeichnet. Die Qualifikation für die Aufstiegsspiele für die 1. Liga Promotion ist in Griffweite. Der Sensler Tabellenführer hat fünf Punkte Vorsprung auf das drittklassierte Freiburg, gar neun Punkte auf den Tabellenvierten YB U21. Die ersten beiden Teams der Gruppe erreichen mit Sicherheit die Aufstiegsspiele. Hinzu kommen die zwei besten Drittklassierten der drei 1.-Liga-Classic-Gruppen.

Doch die Wörter Aufstieg und Aufstiegsspiele hört Trainer Martin Lengen nicht gerne. «Es sind noch 18 Punkte zu vergeben. Das ist viel», sagt er, und dreht und windet sich anschliessend bei jeglichen Fragen über einen möglichen Aufstieg und dessen Folgen. Wären Klub und Mannschaft für die 1. Liga Promotion bereit? «Ich muss ehrlich sagen, dass wir noch gar nicht darüber gesprochen haben. Es kann noch viel passieren. Selbst wenn wir die Aufstiegsspiele erreichen, heisst das noch lange nicht, dass wir auch aufsteigen.»

Nur zwei Aufsteiger

Tatsächlich steigen am Ende nur zwei der acht Teilnehmer der Aufstiegsrunde in die 1. Liga Promotion auf. Letztlich müsste Düdingen also zwei K.o-Runden mit jeweils Hin- und Rückspiel gewinnen, um den Aufstieg zu schaffen. Das wäre sicherlich kein leichtes Unterfangen, bei den starken Teams, die in diesem Aufstiegspool mit dabei sein werden. So führt beispielsweise in der Gruppe 2 ein gewisses Neuenburg Xamax die Tabelle mit 14 Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz an.

Den Senslern winken in der Aufstiegsrunde attraktive Spiele. «Wenn man sechs Runden vor Schluss eine Ausgangslage wie wir hat, muss man natürlich versuchen, diese zu nutzen. So viel Ehrgeiz müssen die Spieler haben», sagt Lengen dann doch noch. Aber die Qualifikation für die Aufstiegsspiele sei kein Selbstläufer. «Es erwarten uns enorm schwierige Spiele. Wir werden hart für die Punkte kämpfen müssen. Es ist ja nicht so, dass wir in dieser Saison durch die Meisterschaft spaziert wären.» fm

Mehr zum Thema