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Eine kleine Gruppe Pflegeassistentinnen kämpft für einen ganzen Berufsstand

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Ziel der Generalversammlung der Pflegeassistentinnen und -assistenten des Kantons Freiburg vom Donnerstagabend war, die nächste Phase im Kampf für die Berufsaufwertung zu planen. Mit der im Juli lancierten Petition für eine Lohnerhöhung setzten sie ein erstes Zeichen, nun sollen weitere folgen. Letzte Woche beim Staatsrat eingereicht, gilt diese Petition bei den Pflegeassistentinnen mit 794 Unterschriften als Erfolg (FN vom 13. September). Umso erstaunlicher ist, dass nur gerade acht von rund 600 Freiburger Mitgliedern dem Ruf des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) folgten und an der Versammlung teilnahmen.

Steigende Belastung

«Möglicherweise glaubten viele Pflegeassistenten, mit dem Unterschreiben der Petition sei die Sache erledigt», meinte VPOD-Sekretärin Wyna Giller, welche die Versammlung leitete. Dabei sollte die Petition nur der erste Schritt darstellen, um auf herausfordernde Arbeitsbedingungen der Pflegeassistentinnen aufmerksam zu machen.

 Durch einen offiziellen Antrag wollen die Pflegeassistentinnen mithilfe der VPOD den Staatsrat nun dazu auffordern, ihre Lohnsituation erneut zu überprüfen. Denn seit der letzten Evaluierung im Jahr 2004 sei der Pflegeberuf sowohl physisch wie auch psychisch viel anspruchsvoller und belastender geworden. «Man erwartet immer mehr von uns, und die Arbeitsbedingungen sind in den letzten Jahren belastender geworden. Sowohl die technischen Entwicklungen wie auch der vermehrte administrative Aufwand verlangen uns viel ab», berichtet Bernard Romanens, der seit knapp neun Jahren im Pflegewesen tätig ist.

Wie die Mehrheit seiner Berufskollegen arbeitet er in einem Pflegeheim. Die jetzige Berufssituation bedauert er: «Ich wünsche mir, dass unser Einsatz für die Patienten anerkannt wird.» Dies sei auch der Grund, weshalb er sich für bessere Entlöhnung einsetzt.

Gratiskuchen für mehr Lohn

 Mit dem geplanten Vorstoss erhoffen sich die Pflegeassistentinnen, von der Lohnklasse sieben (Monatslohn bei 100-Prozent-Pensum 3946 Franken) in die Lohnklasse acht (4071 Franken) oder neun (4206 Franken) aufzusteigen.

Um dies zu erreichen, besprachen die anwesenden Mitglieder an der Generalversammlung nicht nur das offizielle Antragsverfahren (siehe Kasten), sondern auch diverse Möglichkeiten, um die Bevölkerung für ihre Situation zu sensibilisieren. Geplant sind ein Marktstand mit gratis Kuchen und Tee, je einmal in Bulle und in Freiburg. «Diese Aktivitäten sollen dazu dienen, dass unser Anliegen ernst genommen wird», sagte Gewerkschafterin Giller. «Wir können zwar keine Etappen überspringen, jedoch ein Zeichen setzen.» Doch selbst wenn die Bemühungen schliesslich nicht fruchten sollten, wäre dies für Pflegeassistent Romanens keinen Grund, seinen Beruf aufzugeben: «Trotz allem ist es ein schöner Beruf, und der Kontakt mit den Patienten bereitet mir viel Freude.»

 

 

Lohn: Entscheid frühestens im Frühling 2013

W ill eine staatliche Berufsgruppe mehr Lohn, muss sie einen offiziellen Antrag an den Staatsrat stellen. Die Freiburger Pflegeassistenten planen, diesen im November einzureichen. Wyna Giller, Sekretärin des Verbands des Personals öffentlicher Dienste, rechnet damit, dass es spätestens im Januar 2013 zu einer ersten Sitzung zwischen der Arbeitsgruppe der Pflegeassistenten und dem Staatsrat kommen wird. Die Arbeitsgruppe wird nach Einsicht ins entsprechende Dossier des Staatsrats entscheiden, ob sie den Antrag zurückzuziehen oder rekurriert. Der Entscheid des Staatsrats ist beim Kantonsgericht anfechtbar. jdb

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