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Eine Kreuzfahrt, die ist lustig…

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

6000 Touristen fahren per Kreuzfahrtschiff in die Karibik und über 2000 Arbeitskräfte sind für deren Wohl zuständig. Der junge Wam ist einer von ihnen. Eigentlich wollte er nur weg von der tristen Pariser Vorstadt, raus aus den Schulden. Deshalb träumt er von einer Arbeit, die ihm finanziell wieder auf die Beine hilft und ihn gleichzeitig an sonnige Palmenstrände bringt. Er heuert auf einem dieser schwimmenden Städte an und gerät in eine Welt voller übergewichtiger Amerikaner, die sich auf der teuren Reise möglichst amüsieren wollen–und dies von morgens früh bis abends spät.

Harte Schufterei

Die Mannschaft ist entsprechend gefordert, Wam als «Joker»–der Mann für alles–ganz besonders. Sein Ansehen unter den rauen Arbeitskollegen ist gering, er muss sich täglich neu positionieren und dauernd gegen Anfeindungen wehren. Dabei lässt er kein Fettnäpfchen aus und manövriert sich so in unzählige Schräglagen.

Im Schiffsbauch sind die Leute auf engstem Raum zusammengepfercht, es herrschen Konkurrenzdenken, Neid und Aggressionen. Unser Held muss lernen, sich in dieser multinationalen Meute durchzusetzen. Ihm werden anfangs die niedrigsten und schmutzigsten Arbeiten zugeteilt, doch er ist willig und schlau und weiss sich in vielen vertrackten Situationen zu behaupten.

Zwischendurch träumt er sich immer wieder zu den «Fatties», wie er die amerikanischen Touristen nennt, die es sich oben an Deck wohlergehen lassen, und denkt sich Geschichten aus, die von ironischem Humor nur so triefen. Einzig damit gelingt es ihm, seine Zeit als Joker einigermassen schadlos zu überstehen.

Gegenüber seinen Vorgesetzten gibt er sich willig, was ihm nach ein paar Monaten hilft, die Erfolgsleiter hochzusteigen, bis er tatsächlich bei den «Fatties» landet, wo er sich um die gelangweilten, verwöhnten Kinder kümmert und auch bei den Erwachsenen als beliebter Spassmacher gut ankommt.

Schon will er sich in dieses Schicksal fügen, das ihn zumindest von seinem Job in der Hitze des Schiffsbauchs erlöst, als sich ihm plötzlich die einmalige Chance bietet, in der Hierarchie aufzusteigen, um als Teamchef zu arbeiten.

Mit Witz und Sachwissen

Hier erzählt ein kritischer Kopf in witzigem und überaus rasantem Tempo über die Zustände auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Handlung ist fantasievoll und höchst amüsant arrangiert. Doch das Lachen bleibt einem beim Lesen oft im Hals stecken, wenn Slimane Kader beispielsweise vom Schiff als «Dreckschleuder» berichtet, die unhaltbaren Zustände in den Unterkünften der Besatzung schildert oder die künstliche Welt beschreibt, die den vor Geld strotzenden Touristen zum Befriedigen aller möglichen und unmöglichen Gelüste geboten wird.

Ein Lektüre, die mit spassigen Episoden beste Unterhaltung bietet, gleichzeitig jedoch eindrücklich zum vertieften Nachdenken anregt. Dem Autor ist dieses Kunststück beispielhaft gelungen, ohne je moralisierend mit dem Finger auf Missstände zu zeigen.

Slimane Kader: «Ocean King. Was einer unter Deck erleben kann». Aus dem Französischen von Stephanie Singh. München: 2015, Droemer Verlag.

Giovanna Rioloist ehemalige Leiterin der Deutschen Bibliothek Freiburg.

Zur Person

Ein junges literarisches Talent

Slimane Kader, Jahrgang 1985, ist ein junger Franzose mit algerischen Wurzeln. Seit seinem Debüt mit dem autobiografischen Roman «Wam» gilt er als vielversprechendes literarisches Talent, das der Einwanderer-Jugend aus den Vorstädten eine authentische Stimme gibt. «Ocean King», in Frankreich 2014 unter dem Titel «Avec vue sous la mer» erschienen, ist Slimane Kaders zweites Buch.im

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