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Eine Melodie lief durch die Gassen

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Es ist 14 Uhr. Zwei Passanten bleiben in der Nähe der Bushaltestelle Tilleul plötzlich stehen, lauschen der Orgelmusik und blicken verwundert zur St.-Nikolaus-Kathedrale. «Das tönt sehr schön, findet ein Konzert statt?», fragt Esther Cordeiro aus Genf. Die FN klären über den Überraschungsevent auf, der dank einem ausgeklügelten Lautsprechersystem sogar bis ins Pérolles- und ins Schönberg-Quartier zu hören ist. Fein und unaufdringlich legen sich die Orgeltöne über die Sonntagsszenerie. «Das Konzert verbreitet einen besonderen Zauber», sagt die junge Genferin. «Es ist eine schöne Überraschung, wir schätzen sie als Touristen sehr», pflichtet ihr Ricardo Cordeiro begeistert bei.

Verwunderte Blicke

Passanten schlendern durch die Lausannegasse, Reisende streben mit Rollkoffern Richtung Bahnhof, Gäste sitzen gemütlich in den Cafés und Restaurants. Die meisten lassen sich durch die Musik nicht von ihrem Tun ablenken. Auch auf dem Pythonplatz sind die zarten Töne zu hören, das «Lioba» mischt sich mit den Alltagsgeräuschen, etwa dem Verkehrslärm. Jean-Louis Feiertag, Organist der St.-Nikolaus-Kathedrale und der Kirche Christ-König, improvisiert eine ländliche Szene mit Gewitter im Stil des 19. Jahrhunderts. Vereinzelte schauen in die Richtung, aus der die Töne kommen, so etwa Arnaud Staedel aus dem jurassischen Courrendlin und der elfjährige Arthur aus Romont. «Es ist gut, aber es ist sehr überraschend», sagt der Junge. «Ich habe mich nach dem Grund gefragt.» Arnaud Staedel meint: «Man würde ein solches Konzert zur Messe erwarten, aber nicht am Nachmittag.» Die Musik wirkt feierlich und entschleunigend in der Fussgängerzone. «Un re­frain courait dans la rue» – ein Refrain lief durch die Gasse –, der Chansontitel von Edith ­Piaf drängt sich als Beschreibung für das Überraschungskonzert auf. «Die Übertragung per Lautsprecher ist eine coole Idee», sagt Noemie Auer aus Villars-sur-Glâne. «Nur ist es leider nicht meine Musik», sagt Stefan Schweingruber und zuckt mit den Schultern. Es ist 14.30 Uhr, die letzten Töne verhallen. Das Konzert ist zu Ende, viel zu schnell – nur der Alltagslärm bleibt zurück.

Idee kam während Lockdown

«Die Idee dazu hatte ich während des Lockdowns», sagt Toningenieur Lionel Pugin. «Ich habe nach einer Lösung gesucht, ein Konzert im Rahmen der Corona-Sicherheitsmassnahmen zu veranstalten. Es sollte jedoch keine Übertragung im Internet oder im Fernsehen sein, sondern ein richtiges Live-Erlebnis.» Freiburg habe sein Wahrzeichen, die Kathedrale, und die wunderbare Mooser-Orgel. «Ich kam auf die Idee, hoch oben auf dem Turm Lautsprecher zu installieren und so den Ton in alle Richtungen zu verbreiten.» Mehrere im spitzen Winkel aneinandermontierte Lautsprecher haben zum Gelingen des Projekts beigetragen. Dank der Architektur und der Topografie der Stadt Freiburg kamen auf diese Weise Menschen in allen Quartieren der Stadt in den Genuss des Konzerts. «Es war ein Experiment», sagt Pugin über das einzigartige Konzept, das aufgegangen ist. Seit zehn Jahren arbeitet der Musikbegeisterte als unabhängiger Toningenieur, er bringt viel Erfahrung in seinem Beruf mit. «Freunde haben mir erzählt, dass die Musik in der Unterstadt, im Schönberg-Quartier und in Granges-Paccot zu hören war.» Bis in die Redaktion der «Freiburger Nachrichten» im Pérolles konnte man das Orgelkonzert hören.

Positive Bilanz

Dass es Lionel Pugin als Überraschung inszeniert hat, diese Idee hat ihre Wurzeln ebenfalls in der Zeit des Lockdowns. «Wir hätten das Projekt des Konzerts in den Gassen gerne schon während dieser Zeit umgesetzt. Doch die Polizei glaubte, dass eine vorherige Ankündigung zu viele Menschen anzieht.» Damals habe die Regel gegolten, dass sich nicht mehr als fünf Personen versammeln dürfen. «So kam mir die Idee, es als Überraschungskonzert zu organisieren.» Daran habe er auch jetzt, wo die Regeln lockerer geworden seien, festgehalten. «Auch die Kirche war nicht offen für Zuhörerinnen und Zuhörer.» Das von der Stadt grosszügig subventionierte Projekt kam offenbar bei den Freiburgerinnen und Freiburgern gut an: Er habe von überall her ein gutes Echo erhalten, so Lionel Pugin. «Ich bin sehr zufrieden – und ergriffen.» Die Arbeit sei aber noch nicht getan. «Wir müssen nun alle Lautsprecher wieder abmontieren – eine riesige Arbeit», sagt der junge Mann mit der Rastafrisur und lacht.

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