Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Eine Münze für die Schlaumeier

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Fussball Die Sechzigerjahre! An sie erinnern sich viele Italiener mit Wehmut. Es war die Zeit, als sich das Land zu einer der wichtigsten Industrienationen entwickelte. Italien wurde als Tourismusdestination von einem Massenpublikum entdeckt. Es war die Zeit von Canzoni, Gelati und Amore. Italien wurde mit einem assoziiert: Romantik. Wer an den italienischen Fussball der Sechzigerjahre denkt, dem wird dagegen weniger warm ums Herz. Es war die Zeit, in welcher der «Catenaccio» durch Inter-Trainer Helenio Herrera zum Erfolgsrezept wurde. Während mehr als zwei Jahrzehnten begleiteten Manndeckung, Verhinderung und «Furbismo», dieses italienische Lebensmotto, es immer schlauer und gerissener machen zu wollen als die anderen, die Fussball-Erfolge.

Da passt es schön ins Bild, wie Italien an der Heim-EM 1968 den einzigen EM-Titel seiner Geschichte feierte. Nicht dank schönem Spiel nämlich, sondern nach einem Münzwurf im Halbfinal gegen die Sowjetunion und nach einem Wiederholungsspiel im Final gegen Jugoslawien.

Die Sowjetunion gewann nur den Probewurf

Dass im Halbfinal nach 120 torlosen Minuten die Münze mit der für Italien richtigen Seite nach oben auf den Boden fiel, war allerdings keine italienische Schlaumeierei – sondern einfach nur Glück. Die Sowjetunion war im Spiel in allen Belangen besser gewesen – technisch, taktisch, physisch. Heute würde man sagen, Italien habe von Beginn an auf das Penaltyschiessen spekuliert. Aber ein solches gab es in den Sechzigerjahren noch gar nicht. Das Reglement sah damals noch den Münzwurf für die Entscheidungsfindung vor.

Was nach dem Abpfiff der Verlängerung am 5. Juni im Stadio San Paolo von Neapel geschah, waren Szenen wie beim Grümpelturnier in der Provinz. Der deutsche Schiedsrichter Kurt Tschenscher wollte den Münzwurf mit den beiden Captains Giacinto Facchetti und Juri Istomine in der Platzmitte vornehmen, als ihn die Verbandspräsidenten Italiens und der Sowjetunion, Artemio Franchi und Valentin Granatkin, baten, das Prozedere doch in der Kabine durchzuführen.

Dort nahm Schiedsrichter Tschenscher eine türkische Münze aus seiner Tasche. Keine echte, sondern ein Spielmünze. Nicht mit Kopf und Zahl, sondern mit Ball und Tor. Granatkin traute der Sache nicht ganz. Er forderte einen Probewurf – und gewann. Doch als Tschenscher mit scharfer Munition warf, nämlich als es ernst wurde, fiel der türkische Taler für die Italiener. Franchi informierte seinen Captain Facchetti, der wie ein unartiger Schüler auf dem Flur warten musste. Darauf raste dieser durch den Spielergang zurück auf den Rasen und verkündete Mitspielern und Tifosi gestenreich das Ergebnis.

Die Geburtsstunde des Penaltyschiessens

Während sich die Italiener in den Armen lagen, waren Granatkin und Tschenscher in der Kabine in ein langes Gespräch verwickelt. «Herr Tschenscher, wir müssen für eine solche Situation schnell eine andere Lösung finden. Wir brauchen ein Penaltyschiessen», soll der sowjetische Präsident zum Referee gesagt haben. Zwei Jahre später, am 27. Juni 1970, nahmen die Gralshüter der Fifa-Fussballregeln, die Mitglieder des International Football Association Boards, das Penaltyschiessen ins Programm auf. Si

Countdown

Noch 15 Tage bis zum EM-Start

Am Freitag, 8. Juni, startet die Fussball-EM 2012 in Polen und der Ukraine. In einer Serie liefern die FN bis dahin täglich Storys, Porträts, Teamvorstellungen sowie Zahlen und Fakten im Vorfeld der Endrunde.

Mehr zum Thema