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Eine neue Anlaufstelle für Bedürftige

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Über 100 Menschen wandten sich bisher pro Woche an die Pfarreien der Stadt Freiburg: Einsame, Arbeitslose, Obdachlose, Asylbewerber. Sie baten um finanzielle Hilfe, um Gespräche oder um Bons für ein Essen oder für eine Übernachtung in der Notschlafstelle La Tuile. «Die Pfarreien können den Anfragen nicht mehr gerecht werden», sagte Pfarrer und Dekan André Vienny gestern vor den Medien. «Eine Pfarrei musste einen Schalter einrichten, wie an einem Bahnhof, weil es zu viel wurde», sagte er. «Da habe ich mich gefragt: Ist das die Kirche?» Das Dekanat Freiburg hat nun an der Murtengasse die Anlaufstelle St. Elisabeth eingerichtet. Sie ist seit Montag offen, heute findet die Einweihung statt und morgen der Tag der offenen Tür.

 Die Idee eines Schalters für Bedürftige des Dekanats Freiburg, das sämtliche Pfarreien der Stadt sowie jene von Granges-Paccot, Villars-sur-Glâne und Givisiez umfasst, gab es 1996 erstmals. Damals fehlte das Geld, aus dem Projekt wurde nichts. 2009 dieselbe Situation: «Wir hatten kein Geld und keinen passenden Ort», sagte Olivier Messer, der nun die neue Anlaufstelle leitet. In den Räumlichkeiten der Visitationsschwestern an der Murtengasse hat das Dekanat jetzt einen passenden Ort gefunden.

Kaffee, Kekse, Gespräche

Wer zur Anlaufstelle will, muss klingeln. Die Mitarbeiter öffnen die Tür, bitten die Menschen an einen Tisch, bieten Kaffee, Tee, ein paar Kekse und ein Gespräch an. Für persönlichere oder weiterführende Gespräche gibt es eine Art Wohnzimmer. Diese Gespräche wird in erster Linie Olivier Messer führen. Der ehemalige Gefängnisseelsorger ist zu 60 Prozent angestellt, die anderen Mitarbeiter sind freiwillige Helfer. Es werden immer deutsch- und französischsprachige Mitarbeiter anwesend sein, die erste Woche habe bereits gezeigt, dass auch Englisch oder andere Sprachen gefragt seien, so Messer.

Je nachdem, was die Gespräche ergeben, erhalten die Hilfe suchenden Menschen einen Bon für andere Institutionen wie die Notschlafstelle La Tuile, das Tageszentrum Banc Public oder die Anlaufstelle für Drogenabhängige Le Tremplin. Möglich ist es auch, die Leute beispielsweise an die Caritas oder den Vinzenzverein weiterzuleiten.

«Nach all den Jahren im sozialen Bereich weiss ich, dass hinter einer Anfrage nach Geld immer mehr steckt», sagte Pfarrer Vienny, der 1982 das Tremplin gegründet hatte. Nach einem halbstündigen Gespräch würden die Menschen manchmal vergessen, dass sie eigentlich gekommen waren, um um Geld zu bitten.

Pfarreien entlasten

Die neue Anlaufstelle soll die Pfarreien entlasten: Diese kümmern sich nicht mehr einzeln um die Menschen, die bei ihnen anklopfen, sondern leiten sie an die Anlaufstelle St. Elisabeth weiter. Das Budget der neuen Stelle beläuft sich auf 100 000 Franken pro Jahr. Drei Viertel davon übernimmt das Dekanat Freiburg, der Rest wird durch Kirchenopfer, Spenden und Beiträge der Pfarreien gedeckt. So ist auch Ziel, dass die Pfarreien den Leuten nicht mehr selbst Bons abgeben, sondern das Geld, das sie bisher darin investierten, an die Anlaufstelle St. Elisabeth bezahlen. «Es gab Leute, die bisher die Runde gemacht haben in den Pfarreien», sagte Olivier Messer. «Sie werden nun weniger Bons bekommen, da es hier eine Limite geben wird, dafür können wir ihnen gesamthaft besser helfen.» Denn im Zentrum der Anlaufstelle werde das Zuhören stehen. Möglich sei auch, künftig Programme für Kinder oder Jugendliche anzubieten.

Bedarf ist jedenfalls da: An den ersten Tagen war die Anlaufstelle bereits rege besucht.

Programm

Alle Bedürftigen sind willkommen

Der Accueil St.Elisabeth ist nach der heiligen Elisabeth von Thüringen benannt, die für ihre Liebe zu den Armen bekannt war. Obwohl die Anlaufstelle eine katholische Einrichtung ist und auch spirituelle Begleitung bietet, ist sie offen für alle Menschen, unabhängig ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit. Der Accueil St.Elisabeth befindet sich an der Murtengasse 18a und ist von Montag bis Freitag jeweils halbtags offen: Montags findet um 10 Uhr jeweils eine Besinnung statt, um 12 schliesst die Stelle. Dienstags und mittwochs ist der Accueil St.Elisabeth jeweils von 9 bis 12 Uhr offen, donnerstags von 14 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr, sowie von 14 bis 16 Uhr für die spirituelle Begleitung. Die offizielle Einweihung findet heute um 16.30 Uhr statt. Morgen Samstag öffnet die Stelle von 14 bis 18 Uhr ihre Türen.mir

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