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Eine neue Ära für Baugesuche beginnt

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Die elektronische Verwaltung von Baubewilligungsgesuchen im Kanton kann starten. Die Anwendung Friac (Fribourg – Autorisation de construire) wurde aufgeschaltet, wie gestern an einer Medienkonferenz im Freiburger Rathaus bekannt gegeben wurde. Am 1. Februar beginnt die Pilotphase mit den neun Gemeinden Düdingen, Murten, Plaffeien, Bulle, Châtel-Saint-Denis, Estavayer, Mont-Vully, Romont und Treyvaux – wobei in einer ersten Übergangsphase bis zum 31. März auch Papierdossiers akzeptiert werden. Diese Pilotphase mit neun Gemeinden wird es erlauben, allfällige Anpassungen am System vorzunehmen, bevor es ab 2019 im ganzen Kanton obligatorisch zum Einsatz gelangt. Die Stadt Freiburg beteiligt sich nicht an der Pilotphase. Die endgültige Auswahl der an der Pilotphase beteiligten Gemeinden habe zum Ziel gehabt, die Geschwindigkeit im Hinblick auf die Umsetzung der weiteren noch geplanten Schritte zu optimieren.

Parallele Bearbeitung möglich

Hintergrund des Ganzen ist der Wille der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, der Oberamtmännerkonferenz und des Gemeindeverbands, die Bearbeitungsdauer der Baubewilligungsgesuche zu verkürzen, wie Staatsrat Jean-François Steiert (SP) gestern ausführte.

Friac stellt dabei die zweite von insgesamt vier Etappen dar. Die erste war das Projekt PerCo (Permis de construire), das im September 2015 in Betrieb genommen wurde und die Verwaltung sowie die Verfolgung der Baubewilligungsgesuche von der Einreichung bis zur Weiterleitung an das Oberamt ermöglichte. Mit Friac wird das Baubewilligungsverfahren von der Ausarbeitung des Dossiers durch den Gesuchsteller oder Planer bis zur Erteilung der Baubewilligung digitalisiert. Weitere Etappen werden laut Steiert die Digitalisierung bis zur Erteilung der Bezugsbewilligung sowie die Verwaltung von rechtswidrigen Bauten und die automatische Informationsübermittlung an das Eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister sein. «Friac entspricht nicht nur den Zielen von ‹Freiburg 4.0›, sondern bringt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich», so Steiert. Dazu gehört einerseits eine kürzere Bearbeitungsdauer, da der Postversand wegfällt, keine doppelte Erfassung mehr nötig ist und ein Dossier von verschiedenen Amtsstellen parallel bearbeitet werden kann. Aber auch die Qualität der Dossiers solle erhöht werden, da die Gesuchsteller bei der Schaffung und Verwaltung ihrer elektronischen Dossiers von Anfang an unterstützt werden. Weiter sorgt das System gemäss dem Staatsrat für Transparenz sowie Rückverfolgbarkeit während des gesamten Verfahrens, und es ermöglicht als Führungsinstrument statistische Auswertungen.

Die gesamten Baubewilligungsdossiers können mit diesem neuen System digitalisiert werden. Einzig die Unterschriften müssten bis auf weiteres noch in Papierform geleistet werden, wie Michel Demierre, der Direktor des Amts für Informatik und Telekommunikation, ausführte. Denn die Anerkennung der elektronischen Unterschriften stehe derzeit noch aus. Wann dies möglich sein werde, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

«Mehr Transparenz»

Auch Daniel Lehmann, Oberamtmann des Seebezirks, sah an der gestrigen Medienkonferenz nur Vorteile des Systems. Es vereinheitliche die Dossierverwaltung, bedeute einen Zeitgewinn für die Gesuchsteller und ermögliche mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit.

«Es ist ein optimiertes Instrument, mit dem die Bedürfnisse sämtlicher Benutzerinnen und Benutzer abgedeckt werden können.» Wie gross der Zeitgewinn tatsächlich sein werde, könne er allerdings nicht beziffern. Denn der hänge auch von der Qualität des Dossiers ab. Wenn man aber davon ausgehe, dass eine Amtsstelle im Schnitt zwischen zwei Wochen und einem Monat mit so einem Dossier beschäftigt sei, bringe schon die neu mögliche parallele Bearbeitung der Dossiers durch mehrere Amtsstellen einen beträchtlichen Zeitgewinn mit sich.

«Zukunftsweisendes Projekt»

Dominique Butty, Grossrat (CVP, Romont) und Präsident des Freiburger Gemeindeverbands, sprach von einem «zukunftsweisenden Projekt», das den Erwartungen der Gemeinden voll und ganz entspreche. Die Umstellung auf das neue System werde für die einzelnen Gemeinden nicht immer ganz einfach sein, räumte er ein – vor allem ab dem kommenden Jahr, wenn Friac für sämtliche Gemeinden des Kantons obligatorisch werde. Aber das sei bei allen grös­seren Änderungen so.

Und schliesslich diene das Projekt einem besseren Service für die Bürgerinnen und Bürger, und das sei das Wichtigste. Am Schluss der Pilotphase werde man jedenfalls genauer wissen, inwiefern die gesetzten Ziele erreicht worden seien, so Butty.

Zahlen und Fakten

Der Kostenpunkt: 1,2 Millionen Franken

Die Digitalisierung der Baubewilligungsgesuche kostete den Kanton Freiburg gemäss Michel Demierre bislang rund 1,2 Millionen Franken. Um ihr Dossier online einreichen zu können, müssen die gesuchstellenden Personen und die von ihnen beauftragten Büros künftig als Erstes ein Benutzerkonto über die Anwendung Friac eröffnen, wie Patrick Ramuz, juristischer Berater der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, gestern ausführte. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website, www.fr.ch/friac, finden die interessierten Personen Informationen zum System, Antworten auf häufig gestellte Fragen, Anleitungen, Videos und Beispiele. Daneben steht unter der Telefonnummer 026 304 24 44 auch eine Helpline zur Verfügung.

jcg

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