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Eine Odyssee

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Von Muntelier und Galmiz ist es nicht weit zum Murtner Löwenberg mit seinen Einkaufsmöglichkeiten und seinen Restaurants. Von Galmiz ist das Areal Grand Ferme in kaum zehn Minuten zu Fuss zu erreichen. Der Weg verläuft idyllisch entlang von Kuhweiden und unter dem Autobahnanschluss Bern durch. Schon steht die Fussgängerin vor dem Denner und dem McDonald’s. Der Blick schweift Richtung Westen, dort steht das neue Einkaufszentrum von Coop. Es bleiben nur noch wenige Tage bis zu dessen Eröffnung.

Bei den Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Dörfer ist das neue Einkaufszentrum Gesprächsthema. Sie hoffen, dort einkaufen zu können, ohne ins Auto steigen zu müssen. Die eine zu Fuss, der andere mit dem Velo. Doch wie sieht die Ver­kehrs­situa­tion beim Kreisel Löwenberg genau aus? Ist das Gebiet auch auf den Langsamverkehr ausgerichtet?

Der Fussweg von Galmiz endet bei der Kantonsstrasse Richtung Bern. Auf der anderen Strassenseite, ein bisschen weiter vorne, sind die neue Bushaltestelle und das neue Einkaufszentrum zu sehen. Der Kreisel ist etwa 20 Meter entfernt. Nach dem Kreisel beschleunigen die Lenker ihre Fahrzeuge. Fussgängerstreifen hat es keinen. Das eine Auto hält an, das andere nicht. Es geht nun darum, wachsam zu sein und zügig über die zu jeder Tageszeit stark befahrene Strasse zu gehen (siehe grosses Bild). Ein Mann tut dasselbe, er will zum Restaurant Stöckli. Wieso gibt es hier keinen Zebrastreifen?

Der Kanton sieht die Zuständigkeit für allfällige Fussgängerstreifen auch auf der Kantonsstrasse bei der Gemeinde Murten: «Die Gemeinden reichen ihre Vorschläge beim Staat ein, der sie hinsichtlich der Konformität zu Gesetzen von Bund und Kanton analysiert. Die Kompetenz für die Wahl der Strukturen liegt jedoch bei den Gemeinden», ist von Corinne Rebetez, Sprecherin der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD), zu erfahren. Ursula Schneider Schüttel, Vize-Stadtpräsidentin von Murten, sagt: «Ich bin da­ran zu prüfen, wie das Einkaufszentrum durch den öffentlichen Verkehr besser erschlossen werden kann und ob dies finanziell tragbar ist.» Daran sei das Interesse ihres Erachtens grösser als an einer Fussgängerverbindung zwischen Denner und Coop.

Die Fussgängerin hat es auf die andere Strassenseite geschafft. Bei der neuen TPF-Bushaltestelle gibt es einen Fussgängerstreifen zum Einkaufszentrum. Wer aber von der Bushaltestelle zum McDonald’s oder zum Denner will, steht vor derselben Herausforderung wie von der Galmiz-Seite her kommend. Ist diese Bushaltestelle nur für jene gedacht, die ins Einkaufszentrum wollen?

René Spori von Coop erklärt auf Anfrage, dass dem Unternehmen «nachhaltige Mobilität und eine gute Erschliessung der Zentren wichtig sind». Pünktlich zur Eröffnung stehe den Kundinnen und Kunden ein Fussweg ab der Tankstelle zum Einkaufszentrum zur Verfügung. Zudem gebe es total 70 gedeckte und ungedeckte Veloabstellplätze. Coop stehe seit Projektbeginn in engem Kontakt mit Murten und den Freiburger Verkehrsbetrieben TPF. «Die von Coop realisierte Bushaltestelle wird ab Mitte Dezember von der Linie 520 der TPF bedient.»

Beim Einkaufszentrum angelangt, ist der besagte neu erstellte Fussweg zur Tankstelle zu entdecken (siehe kleines Bild links). Von den Zapfsäulen führt eine Treppe zur Hauptstrasse Richtung Murten. Auch hier gibt es einen Fussgängerstreifen. Auf der anderen Strassenseite befinden sich das Restaurant Stöckli und ein Trottoir Richtung Muntelier und Murten. Wer gut zu Fuss unterwegs ist, schafft es also von Muntelier oder Murten mit einem Abstecher über die Tankstelle zum neuen Konsumtempel. Und wie kommt eine Fussgängerin von Murten oder Muntelier zum Areal Grand Ferme mit dem Denner?

Richtung Osten liegt der grosse Parkplatz des Restaurants Stöckli. Doch am Ende des Parkplatzes, vor dem Kreisel, ist Schluss: Es gibt keinen Fussweg zur Kreuzung Centre Loewenberg-Grand Ferme. Schneider Schüttel sagt, dass im Teilrichtplan Verkehr der Ortsplanungsrevision, der noch nicht in Kraft ist, ein Fuss- und Radweg zur Kreuzung und weiter Richtung Galmiz geplant sei.

Muntelierer und Murtner können diese Kreuzung aber auch über das Areal des Ausbildungszentrums Centre Loewenberg zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreichen. Die Kreuzung Centre Loewenberg-Grand Ferme (siehe kleines Bild rechts) ist laut Schneider Schüttel auch eine Fussgängerquerung: «Es handelt sich dabei um eine korrekte und zulässige Querung für Fussgängerinnen und Fussgänger.» Ein Fussgängerstreifen sei eigentlich einfach eine Vortrittsregelung.

Die Kreuzung gilt jedoch unter Lenkern der Region als gefährlich. Seit der Eröffnung der Gewerbehalle ist der Verkehrsknoten mit einem Mittelstreifen ausgestattet. Die Umgestaltung der Kreuzung lag 2013 öffentlich auf und stiess auf Kritik. Bei der Gemeinde Murten ging eine gemeinsame Einsprache von verschiedenen Einsprechern ein. Die Einsprachen wurden abgewiesen. Das Gebiet mit dem Entsorgungsunternehmen Haldimann gilt nicht nur bei Fussgängerinnen oder Velofahrern als Herausforderung.

Der Kreisel hat vier Ausfahrten: Richtung Bern, Richtung Neuchâtel, nach Murten und zum neuen Einkaufszentrum mit seiner Autoeinstellhalle. Die Kreuzung Centre Loewenberg-Grand Ferme befindet sich auf der Strecke Richtung Neuchâtel. Bis nach Thielle wird dieser Abschnitt nicht mehr lange Kantonsstrasse sein: Ab 2020 gehören die knapp 15 Kilometer von Muten nach Thielle zum Nationalstrassennetz. Damit fällt der Abschnitt in zwei Monaten in die Zuständigkeit des Bundesamts für Strassen (Astra), wie Thomas Rohrbach, Sprecher des Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) auf Anfrage bestätigt. Zur Genehmigung des Coop-Baugesuchs habe sich deshalb auch das Astra geäussert. Die Astra-Filiale in Estavayer werde sich künftig um diese Strasse kümmern. Aktuell seien die Übergabe und Abklärungen am Laufen. Zu künftigen Verkehrslösungen könne das Astra deshalb heute «keine abschliessende Antwort» geben.

Fussgänger oder Velofahrerinnen sind auch bei mehrmaliger Erkundung nicht auszumachen in dem Gebiet. Wen wunderts? «Im Löwenberg befinden sich Arbeitszonen und die Spezialzone Relais A1, keine Wohnzonen», sagt Schneider Schüttel. Auf die Frage, ob es denn nicht im Sinne von nachhaltiger Mobilität wäre, wenn sich wenigstens die umliegenden Dorfbewohner nicht für jeden Einkauf ins Auto setzen müssten, antwortet Schneider Schüttel: «Natürlich fände ich es gut, wenn zugunsten der Umwelt weniger Auto gefahren würde. Allerdings ist es eine Tatsache, dass in grossen Einkaufszentren der Grossteil der Kunden – auch wegen der Einkaufsmengen – mit dem Auto kommt.» Sie würde es begrüssen, «wenn mehr lokal und regional eingekauft und konsumiert würde». Mit dem geplanten Fuss- und Radweg werde die Situation verbessert.

Bis heute ist die Planung des Gebiets auf Autofahrerinnen und Autofahrer ausgerichtet. Doch auch für die Lenker ist nicht alles klar: Immer wieder sind Autofahrer zu sehen, die direkt von der Kantonsstrasse Richtung Bern über den Wiesenstreifen zum McDonald’s fahren. Sie realisieren zu spät, dass sie bei der Kreuzung Centre Loewenberg-Grand Ferme hätten einbiegen müssen. Es ist der Lacher der Region. So steht die Fussgängerin wieder vor dem Denner und beobachtet, wie sich ein Motorradfahrer frech und gekonnt herausnimmt, über den Wiesenstreifen zum Denner zu gelangen. Er tut das wohl nicht zum ersten Mal.

 

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