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Eine opernhafte Passionsgeschichte

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Seit über dreissig Jahren ist das Osterfest in Freiburg verbunden mit den Karwochenkonzerten des Musikologen und Dirigenten Yves Corboz. Die feierlichen Konzerte finden heute und morgen in der Kirche des Kollegiums St. Michael zum 33. Mal statt. Und mehr denn je erwartet das Publikum eine musikalische Entdeckung: Yves Corboz wird mit seiner «Capella concertata», einem Ad-hoc-Ensemble aus Profisängern und -instrumentalisten, das Oratorium «Il Trionfo della Divina Giustizia» (Der Triumph der göttlichen Gerechtigkeit) von Nicola Porpora (1686–1768) zur Aufführung bringen. Es handle sich um eine Schweizer Premiere, und auch international sei das Werk seines Wissens erst zweimal aufgeführt worden, sagte Yves Corboz gegenüber den FN. Er sei erst im vergangenen Sommer per Zufall auf die Partitur gestossen und habe sich sofort entschieden, seine ursprünglichen Pläne über Bord zu werfen und stattdessen dieses Werk aufzuführen. «Es war Liebe auf den ersten Blick; das passiert nur selten», sagt er.

Hommage an Tagliavini

Yves Corboz hat sich auch darum für ein italienisches Werk entschieden, weil er die Karwochenkonzerte dieses Jahr auch als Hommage an seinen Lehrer Luigi Ferdinando Tagliavini sieht: Der gebürtige Italiener, der während 35 Jahren am Institut für Musikologie der Universität Freiburg unterrichtete, ist im vergangenen Jahr verstorben. Wenn Corboz auf Tagliavini zu sprechen kommt, wird er emotional: Tagliavini sei für ihn ein «geistiger Vater» gewesen, und er glaube fest daran, dass er sich über das Kar­wochen-Programm zu seinen Ehren freuen würde.

Nicola Porpora gehört zu den herausragenden Komponisten der Neapolitanischen Schule. Er lebte und arbeitete in Venedig, London, Dresden und Wien, kehrte aber immer wieder in seine Geburtsstadt Neapel zurück. Dort entstand auch das Oratorium «Il Trionfo della Divina Giustizia», das 1716 in Neapel uraufgeführt wurde. Das Werk ist vom theatralisch-dramatischen Stil der Oper inspiriert. Die vier Solisten verkörpern vier Rollen: die Gottesmutter Maria als klassische Mater Dolorosa, Maria Magdalena, den Apostel Johannes und die allegorische Figur der Göttlichen Gerechtigkeit. Die Geschichte vom Leiden und vom Tod Christi wird im Wechsel von Rezitativen und Arien erzählt. «Es ist eine Passionsgeschichte, die sich nahe an der Oper bewegt», sagt Yves Corboz. «Das ist ungewohnt und deshalb interessant.» Für ihn sei es ein besonderes Glück, dieses Werk aufführen zu dürfen: «Es ist ein kaum bekanntes Bijou und für mich eines der schönsten Werke, die ich je an den Karwochenkonzerten präsentiert habe.»

Interpretiert wird das Werk von einem eigens zusammengestellten Ensemble aus professionellen Sängern und Musikern. Die Solisten haben alle viel Erfahrung im kirchlichen Gesang, und die Instrumentalisten sind Spezialisten der Alten Musik und spielen auf historischen Instrumenten. Mit dem aussergewöhnlichen Programm und dem hochkarätigen Ensemble erwartet Yves Corboz gut 600 Besucherinnen und Besucher an den beiden Konzerten. «Sie dürfen sich auf eine wahre Entdeckung freuen», verspricht der Dirigent.

Kollegiumskirche St. Michael, Freiburg. Do., 29. März, 19.30 Uhr; Fr., 30. März, 10.30 Uhr.

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