Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Eine Partei sucht sich selbst

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Null.» So gross schätzt Kantonalpräsident Sandro Arcioni die Chancen ein, dass die Freiburger Bürgerlich-Demokratische Partei Freiburg (BDP) am 18. Oktober einen Nationalrats- oder gar einen Ständeratssitz erobert.

Seine Zielsetzung ist eine andere: ein höherer Stimmenanteil als die 1,9 Prozent von 2011, und eine neue Generation von Kandidaten präsentieren, die noch nie ein politisches Amt belegt oder eine Kandidatur mitgemacht haben. Aus diesem Grund steht die junge Liste der BDP als Nummer 15 vor der herkömmlichen BDP-Liste Nummer 16 mit ihren Kandidaten.

Die BDP wird zur Unbekannten bei den bevorstehenden eidgenössischen Wahlen. Klar ist: Die BDP trug 2011 zu der Listenverbindung in der Mitte mit der CVP und den Grünliberalen bei und war damit bei der Sicherung des zweiten CVP-Sitzes beteiligt.

Eine andere BDP

Vier Jahre später jedoch steht nicht mehr dieselbe BDP zur Wahl. Nach einem Krach, welcher die Partei an den Rand des Zusammenbruchs brachte, spalteten sich die Deutschfreiburger Sektionen ab, mit ihnen verlor die Partei ihre beiden Grossräte an die CVP. Seither versucht die BDP Freiburg um ihren umtriebigen Präsidenten, ihre Wählerbasis wieder zu stärken.

«Die Partei hat sich entwickelt, dabei aber auch einige enttäuscht. Das ist schade», so Arcioni. Er ist aber überzeugt, dass die BDP Freiburg heute breiter abgestützt ist als vor vier Jahren. «Wir waren damals stark auf den Sensebezirk ausgerichtet. Unser Ziel aber ist, alle Bezirke zu vertreten. Wir haben zwar heute weder Kandidaten noch Sektionen in allen Bezirken, dafür aber flächendeckend Einzelmitglieder und Sympathisanten.» Dass es nicht gelungen ist, zwei Listen zu füllen, erklärte er damit, dass er niemanden dazu habe zwingen wollen.

Auch in der Ausrichtung habe sich die BDP Freiburg gewandelt. «Wir akzeptieren verschiedene Meinungen und jeder darf diese auch äussern», so der Präsident. «Wir haben unsere Kandidaten keiner anderen Partei abgeworben. Es sind Personen mit originellen Ideen und solche, die unzufrieden mit den traditionellen Parteien sind.» So habe es bei der BDP Freiburg Platz für das linke wie für das rechte Spektrum. Claire Huser Bossel sei zum Beispiel eine Kandidatin, welche im Gesundheitswesen bisweilen eine gewerkschaftliche Position einnehme, während der Ständeratskandidat Patrick Castioni eher Mitte-rechts mit einem Flair für junge Anliegen vertrete. Die BDP setzt so sehr auf die Jungen, dass auf der Standard-Liste zwei unter 30-Jährige vertreten sind, und auf der jungen Liste gar ein Kandidat wegfiel, weil er zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht 18-jährig ist.

Unzufrieden hat sich die BDP Schweiz gezeigt. Anders als den anderen Kantonalsektionen hatte sie der Freiburger Tochter zum Start der Wahlkampagne die üblichen 10 000 Franken Unterstützung verwehrt. «Die BDP Schweiz geht Richtung Mitte-links. Wir nicht», so Arcioni. Auch der Entscheid, keine Allianz mit der kantonalen CVP einzugehen, sei von der BDP Schweiz nicht goutiert worden. Nun meldet Arcioni aber, dass die nationale Partei den Freiburgern doch noch 5000 Franken für die Wahlkampagne gesprochen hat. «Das verdanken wir unseren Jungen.»

Zum unklaren politischen Bild, das die BDP Freiburg heute präsentiert, trägt bei, dass es von ihren Listen keine Smartspider gibt. «Ich habe es jedem einzelnen Kandidaten überlassen, ob er die Fragen von Smartvote beantworten will», so der Präsident. «Unsere Smartspider würde wohl nach allen Seiten ausschlagen.» Wie er betont, habe mit Joël Meylan ein Kandidat der jungen Liste bei der weniger bekannten Wahlhilfe «Vimentis» mitgemacht und dort aufgrund seiner Ausgewogenheit zeitweise am meisten Anhänger aller Nationalratskandidaten des Landes vereint.

Anstelle eines Online-Instruments gibt Arcioni selber eine Wahlempfehlung ab: «Wählt Bourgeois/Castioni für den Ständerat. Das ist die ideale Ergänzung: französisch- und deutschsprachig, ältere und jüngere Generation.» Wenn die BDP mit ihrer Listenverbindung nur schon beitragen sollte, dass FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois wiedergewählt werde, dann sei Arcioni mit den Wahlen 2015 auch schon zufrieden.

Die FN präsentieren die Ausgangslagen der Listen für dieNationalratswahlen.Bisher erschienen: CSP (9.9.), CVP (12.9.), FDP (14.9.), Grüne (16.9.), GLP (19.9.), SP (21.9.), EDU (21.9.), EVP (22.9.) und SVP (23.9.). Dieser Beitrag schliesst die Serie ab.

Zur Liste

Zu viert auf der BDP-Liste

Liste Nr. 16, BDP: Claire Huser Bossel(La-Tour-de-Trême), Physiotherapeutin und Sportlehrerin, Präsidentin der BDP-Sektion Greyerz, setzt sich vehement für den Service public ein.Armin Dällenbach(Posieux), Sportlehrer und Betreuer Gerontologie, Präsident der BDP Saane-Land, Kampagnenleiter der Freiburger BDP.Julien Barbey(Estavayer-le-Lac), Geschäftsführer IFCAM, Offizier, stört sich an Bürokratie, die der Gerechtigkeit widerspricht.Aymeric Dällenbach(Villars-sur-Glâne), Fachmann für Sicherheit und Überwachung.uh

 

Meistgelesen

Mehr zum Thema