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Eine Patenschaft fördert die Integration von unbegleiteten Asylsuchenden

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Mawlid Omar (Mitte) gemeinsam mit seinen Paten Fanny Anthonioz und Arnaud Clément. 
zvg

Die Freiburger Organisation Parmi organisiert Patenschaften von Freiburgerinnen und Freiburgern für unbegleitete Flüchtlinge. Der 21-jährige Mawlid Omar erzählt, wie wichtig seine Paten für ihn sind. 

Seit vier Jahren ist er in der Schweiz. Seit zwei Jahren hat er dank der Organisation Parmi ein Freiburger Paar als Paten. «Ich bin sehr glücklich mit ihnen und sehr froh, sie zu haben», sagt der 21-jährige Mawlid Omar über sie. Für den Äthiopier sind seine Paten sehr wichtig. Regelmässig unternehmen sie gemeinsam etwas. Sei es wandern, Ski fahren, mal spazieren gehen, kochen oder einfach nur den Tag gemeinsam verbringen. Sie helfen ihm auch bei der Wohnungs- und Arbeitssuche in der Schweiz. Genau das ist das Ziel von Parmi.  

Was ist Parmi?

Die Freiburger Organisation vermittelt seit drei Jahren Patenschaften von Freiburgerinnen und Freiburgern für unbegleitete Flüchtlinge. Das Angebot richtet sich an unter 25-jährige Asylsuchende, die ohne Eltern in die Schweiz gekommen sind. Die Organisation möchte, dass die jungen Menschen eine vertraute Person um sich haben, die mit ihnen regelmässig Zeit verbringt und wie ein Freund für sie ist. «Der Kontakt zu anderen Menschen ist zentral für diese jungen Menschen. Es ist für sie wertvoll, jemanden zu haben, der für sie da ist. So lernen sie die Sprache und das Leben hier am besten kennen», sagt Zélie Schneider von Parmi.  

Denn die Paten würden ehrliches Interesse an den jungen Menschen zeigen, ohne einen professionellen Hintergedanken. Auch Mawlid Omar schätzt seine Paten und was sie für ihn getan haben. «Sind sind fast wie meine Eltern», sagt er. «Sie haben mir mit der Schule, meiner Lehre und der Wohnungssuche in Freiburg geholfen.» 

Corona-Hürden

Die Corona-Pandemie brachte jedoch auch hier einige Hürden mit sich. So konnten sich die jungen Asylsuchenden und ihre Paten nicht mehr so regelmässig treffen oder verschiedene Aktivitäten durchführen. Für den 21-Jährigen war es nicht einfach. «Dafür haben wir viel telefoniert und so den Kontakt gehalten», sagt er. 

Zélie Schneider von Parmi sagt, dass auf beiden Seiten Frustration wegen der Situation geherrscht habe. Sie ist jedoch froh, dass während dieser Zeit nicht mehr Patenschaften als sonst beendet wurden.

Viele Patenschaften

Gegründet wurde Parmi vor vier Jahren. Anfang 2018 wurden die ersten Patenschaften organisiert. Seit der Gründung waren hundert Jugendliche und 160 Paten bei der Organisation angemeldet. Davon sind 51 junge Menschen letztes Jahr hinzugekommen. Elf davon sind Frauen. «Es ist wahr, dass es viel mehr Männer sind, die allein in ein anderes Land gehen. Sie arbeiten hier und schicken dann oft ihrer Familie Geld», so Schneider. Die meisten jungen Flüchtlinge stammen aus Afghanistan und Eritrea, gefolgt von Somalia und Äthiopien. Die jüngste Person ist 14 Jahre alt. Die meisten jungen Menschen bei Parmi sind jedoch im Alter zwischen 17 bis 21 Jahren. 

Was der Organisation noch fehlt, sind mehr deutschsprachigen Patinnen und Paten. «Wir haben zu wenige und möchten, dass sich mehr deutschsprachige Personen bei uns melden würden», sagt Schneider. 

Kriterien für die Paten

Als Patin oder Pate kommt nicht jeder infrage. Hier stellt die Organisation gewisse Anforderungen an die Bewerber. So müssen die Paten über 25 Jahre alt sein und seit einiger Zeit im Kanton Freiburg wohnhaft sein. Sie sollten entweder Französisch oder Deutsch gut beherrschen. Sie dürfen nicht vorbestraft sein und sollten den jungen Erwachsenen eine gewisse Stabilität bieten. Sehr unterschiedliche Menschen können Patin oder Pate werden. «Pensionierte Paare, junge Erwachsene oder Paare mit kleinen Kindern sind bei uns bereits Paten für junge Asylsuchende.»

Nach einem Gespräch mit einer verantwortlichen Person von Parmi und einem gemeinsamen Gespräch mit dem jugendlichen Flüchtling wird bei gegenseitiger Sympathie ein symbolischer Vertrag unterschrieben und für ein Jahr die moralische Verpflichtung eingegangen, Pate dieser Person zu sein. «Es gibt keine offizielle Verantwortung, die ein Pate eingehen muss. Zwei Treffen im Monat sind erwünscht, Unterstützung im Alltag der Asylsuchenden und Engagement», sagt Schneider. 

Nach einem Jahr ist die Patenschaft mit Parmi beendet, weitere Treffen sind jedoch nicht ausgeschlossen. «Wenn jemand Pate werden möchte, dann muss er oder sie motiviert sein und sich engagieren.» Ein Pate muss bereit sein, einen jungen Menschen ein Jahr lang zu begleiten. 

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