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Eine Petition fordert Frauennamen für Strassen in der Stadt Freiburg

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Autor: Nicole Jegerlehner

Freiburg «Rue Liselotte-Spreng-Brüstlein» steht auf einem pinkfarbenen Strassenschild neben dem blauen Schild «Rue de Lausanne». «Heute fehlen Frauen im öffentlichen Raum», sagt Giovanna Garghentini Python, Ko-Direktorin des Frauenraums Freiburg und SP-Generalrätin. «Frauennamen auf Strassenschildern bringen Frauen in das öffentliche Bewusstsein.»

Symbolischer Tag

In einer Petition fordert der Frauenraum darum genau das. 1032 Unterschriften sind zusammengekommen. Gestern – am 14. Juni – nahmen Vize-Syndic Jean Bourgknecht (CVP) und Gemeinderätin Madeleine Genoud-Page (CSP) die Petition entgegen.

«Der 14. Juni ist ein symbolischer Tag», sagte Garghentini bei der öffentlichen Übergabe am Mittag auf dem Georges-Python-Platz. Am 14. Juni 1981 wurde in der Schweizer Verfassung die Gleichstellung von Mann und Frau festgeschrieben. Da zehn Jahre später noch immer kein Gesetz dazu vorlag, streikten am 14. Juni 1991 eine halbe Million Frauen unter dem Motto «Wenn Frau will, steht alles still».

Zwar sei fünf Jahre später das Gleichstellungsgesetz in Kraft getreten, sagte Garghentini gestern. Doch: «Die Ungleichheit zwischen Frau und Mann ist immer noch schreiend.» So werde für gleiche Arbeit nicht der gleiche Lohn gezahlt. Zudem seien Frauen überdurchschnittlich in Berufen vertreten, in denen auf Abruf oder Teilzeit gearbeitet werde.

«Darum brauchen junge Frauen weibliche Vorbilder», sagt Garghentini. «Heute sind aber nur gerade vier Strassen nach einer Frau benannt», sagt Garghentini. «Und bei der Marcello-Strasse weiss wohl kaum jemand, dass sich dahinter die Duchesse de Castiglione Colonna Adèle, geborene d’Affry, verbirgt». Die Herzogin hat ihre Kunst unter dem Pseudonym Marcello veröffentlicht – um ernst genommen zu werden.

Die Frauen des Frauenraums haben der Petition eine lange Liste mit Freiburgerinnen beigelegt, welche auf einem Strassenschild verewigt werden könnten. Liselotte Spreng-Brüstlein war die erste Freiburgerin, die in den Nationalrat gewählt worden war.

Offener Gemeinderat

Bourgknecht und Genoud-Page zeigten sich dem Anliegen der Petitionärinnen gegenüber sehr offen. «Wir entdecken immer wieder namenlose Strassenabschnitte und Plätze», sagte Bourgknecht. «Sie nach Frauen zu benennen, welche die Geschichte Freiburgs geprägt haben, erachte ich als sinnvoller als Namen aus der Tier- und Pflanzenkunde.» Vor einigen Jahren habe der Reflex gefehlt, Strassen nach Frauen zu benennen. Doch heute sei das anders, sagte Bourgknecht. «Wir werden im Herbst ja auch den Catherine-Repond-Platz eröffnen, der nach der Hexe Catillon benannt ist.»

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