Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Eine rabenschwarze Krimikomödie

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die NZZ schreibt zum neuen Buch von Ingrid Noll: «Sie hat einen ausgeprägten Sinn für den Horror des Alltäglichen. Die Figuren in ihren Romanen sind uns schaurig vertraut, deren Ängste und Sehnsüchte oft die unsrigen.» Worum geht es? Lange schon hatte die Bibliothekarin Karla Pinter vom Rentnerdasein geträumt: sich zurücklehnen und endlich in Ruhe selber lesen.

So gibt sie mit 60 ihren Job in der Stadtbücherei auf. Mit einigen Kollegen hält sie lose Kontakt – bis zu einer folgenschweren Einladung. Beim «Gabelfrühstück» macht ihr der kinderlose Witwer Wolfram todkrank ein Angebot. Falls sie sich um seine Beerdigung und die Inschrift auf dem Grabstein kümmert, erbt sie ein Viertel seines Vermögens. Pflegt sie ihn bis zum Tod, erbt sie die Hälfte. Und bringt sie ihn wunschgemäss um, bekommt sie alles, eine Villa in Weinheim inklusive … Die Ruhe der Rentnerin ist dahin.

Sarkastische Züge

In den Bestsellerlisten figuriert das Buch unter dem Genre «Kriminalroman». Das ist zwar nicht unbedingt falsch, doch wäre wohl der Begriff «Kriminalkomödie» eher angebracht – dies vor allem angesichts der humoristisch-sarkastischen Züge, mit denen die Autorin alles andere als geizig umgeht. Wie dies teilweise auch bei anderen Romanen von Ingrid Noll zu beobachten ist, haben wir es mit Protagonisten zu tun, die zumindest moralisch recht zweifelhaft sind.

Und wenn der Leser das dubiose Handeln dieser Personen in oft erstaunlich aberwitzigen Situationen verfolgt, kann es schon vorkommen, dass es ihm kalt über den Rücken läuft und er nicht mehr so genau weiss, ob er nun das Erzählte als witzig-makaber oder abstossend einstufen soll.

Schwarzer Humor

Doch darin liegt die Kunst der alten Dame der deutschen Kriminalliteratur: die Leser und Leserinnen mit schwarzem Humor, mit überraschenden Wendungen und mit überzeugendem schriftstellerischem Handwerk zu unterhalten. Ist es nur Unterhaltung? Diese Frage kann man durchaus stellen. Denken wir nur an die aktuelle Sterbehilfediskussion und das Geschäftsmodell von Exit. Wo verlaufen die Grenzen zwischen Unrecht und freier Entscheidung? Ob die Autorin mit «Hab und Gier» sich in diese Diskussion einbringen wollte, ist allerdings nirgendwo belegt und vielleicht auch nicht beabsichtigt.

Sie als Leserin und Leser müssen selber entscheiden, was Sie in diesen Roman hineininterpretieren wollen und ob Sie die Hauptperson wegen ihres Handelns, das hier natürlich nicht verraten wird, verurteilen wollen oder nicht.

Die ewige Gier

Auf jeden Fall ist der Roman nicht frei von Moral, aber keineswegs tiefgründig moralisierend. Schon der Titel verrät uns, dass es um die ewige Gier des Homo sapiens nach Macht, Geld, Besitz und Einfluss geht. Die eigentlich sympathische und eher biedere Karla Pinter ist eben auch nicht frei von Gier und Boshaftigkeit. Sie hätte nie geglaubt, welch kriminelle Energie die Aussicht auf Besitz und Reichtum in ihr wachrufen und sie dazu bringen könnte, den Pfad der Tugend zu verlassen und jegliche moralische Bedenken über Bord zu werfen.

Ingrid Noll:«Hab und Gier», Roman, Zürich, Diogenes, 2014

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

Zur Person

Von Bestseller zu Bestseller

Ingrid Noll ist 1935 in Shanghai geboren. Sie studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier erwachsener Kinder und vierfache Grossmutter. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie, Kriminalromane zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden.af

Mehr zum Thema