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Eine schaurig-schöne Geschichte aus dem hohen Norden

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Silvia Häcki

Eine Geschichte, die sich vor fast hundert Jahren in einem kleinen norwegischen Dorf abgespielt haben soll: Die Lindstad Pauline wird erstochen im Moor aufgefunden. Die Aufregung ist gross, es geschieht ja nicht viel im kleinen Nest. Jede und jeder ist an der Aufklärung beteiligt, oder zumindest bemüht, den Verdacht von sich abzulenken. Der Verdächtigen gibt es viele: der Neider-Karl, der sich mit der Pauline um die kostbaren Multebeeren stritt, der schwachsinnige Obet, der Grönlien Artur, der Wilddieb, oder am Ende gar die Frida, die wie eine Schwester mit der Pauline zusammengelebt hat. Sicher ist nur eines, der Teufel hat die Hand im Spiel, denn im Moor spukt es.

Keine Verdächtigen

«Die Hundstage schmeicheln sich ein, und am Ende beissen sie», sagt Mamsell Iversen. Die Mamsell, Weberin und «Gewerbefrau», ist keine Einheimische. Als Zugezogene kann sie den schrecklichen Mord an der Lindstad Pauline mit einem gewissen Abstand betrachten, und als gelegentliche Betreiberin des «ältesten Gewerbes der Welt» kennt sie ihre Pappenheimer. Nur traut auch sie die grausame Tat eigentlich keinem der Verdächtigen zu.

Der Autor beschert seiner Leserschaft eine spannende und trotz grausamer Ereignisse köstliche Geschichte. Wunderbar die Beschreibungen der kleinen Dorf- und Schicksalsgemeinschaft, zum Beispiel die Beerdigung der Pauline, an der viele Leute teilnehmen, obwohl längst nicht alle die Dahingeschiedene persönlich gekannt haben. Aber eine Beerdigung ist nun einmal ein besonderer Anlass. Und «in Wirklichkeit wollten sie sehen, wer anwesend war und wer nicht. Wenn es wirklich so weit gekommen war, dass einer aus der Gemeinde die furchtbare Tat verübt hatte, durfte man sich fragen, ob er zur Trauerfeier kommen würde, damit keiner Verdacht schöpfte». Die Unruhe in der kleinen Kirche ist beim Lesen spürbar.

Der Roman, obwohl angesiedelt im hohen Norden Skandinaviens, erinnert eher an eine Geschichte Jeremias Gotthelfs als an einen Krimi von Mankell. Nebst der Spannung um die Aufdeckung eines Mordfalls werden die Spielregeln und Lebensrhythmen einer Dorfgemeinschaft skizziert. Lesespass ist garantiert.

Sigmund Løvåsen:«Mamsell Iversen», Roman, 2011, Verlag Martin Wallimann, 128 S.

Silvia Häcki-Eggimann ist Erwachsenenbildnerin.

Zur Person

Dem Grossonkel gewidmet

Sigmund Løvåsen wurde 1977 in Trysil, Ostnorwegen, geboren. Er lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Oslo. Widmungsträger von «Mamsell Iversen» ist Sven Løvåsen, 94-jähriger Grossonkel von Sigmund Løvåsen. Dieser ist seit 2010 im Vorstand des norwegischen Schriftstellervereins. Beim Verlag Martin Wallimann sind von ihm bereits «Neubruch» und «brach» erschienen. she

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