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«Eine Strategie ohne Schnee haben wir nicht»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Skifahren auf einem Streifen Schnee, links und rechts grüne Hänge. Bereits jetzt ist das in manchem Winter Realität, gerade in den Skigebieten der Freiburger Voralpen. Ohne künstliche Beschneiung ist es schwierig, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Und in Zukunft wird die Situation für die Bergbahnen nicht einfacher. Die gestern pub­lizierten Klimaszenarien für die Schweiz zeigen einmal mehr: Die Zukunft bringt höhere Temperaturen und weniger Schnee (siehe Kasten).

Beschneiung ist zentral

Sowohl die Kaisereggbahnen Schwarzsee wie auch die Jaun-Gastlosen Bergbahnen setzen momentan auf moderne Beschneiungsanlagen. «Das garantiert uns Schneesicherheit in den nächsten Jahren, auch wenn es nicht viel Niederschlag gibt», sagt Matthias Jungo, Direktor der Kaisereggbahnen. Ab minus zwei Grad und besonders bei trockener Luft funktioniere Beschneiung gut. Die Jaun-Gastlosen Bergbahnen haben im Herbst 2016 ihr Aktienkapital erhöht, um in eine neue Beschneiungsanlage zu investieren. Jean-Claude Schuwey, Ammann von Jaun und Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen, rechnet mit einer Lebensdauer der Anlage von rund 25 Jahren.

In Schwarzsee wird die Beschneiungsanlage während rund 300 Stunden pro Jahr gebraucht. «Es ist wichtig, die Anlagen gut zu unterhalten», sagt Matthias Jungo. Das kostet, ebenso wie die restliche Infrastruktur, Lifte und Pistenfahrzeuge. «Die Bahnen sind das ganze Jahr Wind und Wetter ausgesetzt, auch wenn sie nicht laufen», sagt Schuwey.

Wegen der Kosten kommt es für beide Stationen derzeit nicht infrage, auf das Geschäft im Winter zu verzichten. «Wir haben keine Strategie ohne Schnee», stellt Jungo klar. Und er fügt an: «Das Bedürfnis für Wintersport ist da. Die Gäste wollen auf die Piste.» Und wenn die Sommer nun besonders schön und warm werden – könnte das Verluste im Winter ausgleichen? «Ausgleichen schon, wir brauchen aber beides», sagt Jean-Claude Schuwey. «Nur Sommerbetrieb reicht einfach nicht.»

Kanton analysiert Situation

Derzeit analysiert eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Kantons die Situation der einzelnen Bergbahnen im Kanton. Der Schlussbericht soll Anfang 2019 vorliegen, wie der zuständige Staatsrat Olivier Curty auf Anfrage sagt. «Es geht darum, herauszufinden, wo es sich für den Kanton lohnt, ausserordentlich zu investieren» – gerade auch in Bezug auf Beschneiungsanlagen. Technisch sei da viel möglich, aber das sei dann kostspielig. Es gelte abzuwägen, wo sich die Kosten tatsächlich auszahlten. Wichtig sei, dass sich die Bergbahnen daneben diversifizierten und sich breiter aufstellten mit Angeboten für das ganze Jahr. Denn der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftssektor im Kanton.

Schwarzsee mache hier gute Arbeit, sagt Curty. Tatsächlich planen die Kaisereggbahnen, ihr Sommerangebot noch attraktiver zu machen, wie Mat­thias Jungo sagt. So solle der heutige Spielplatz beim Berghaus Riggisalp erweitert werden. Weitere Projekte seien in der Pipeline, aber noch nicht spruchreif.

Für die nächsten Jahre sieht es für die Kaisereggbahnen und die Jaun-Gastlosen Bergbahnen gut aus, wie Jungo und Schuwey sagen. «Wir sind natürlich sehr wetterabhängig», sagen sie. Der Klimawandel passiere sukzessive. Es bleibe die Hoffnung auf Ausreisser, etwa paar gute Winter in den nächsten Jahrzehnten.

Klimaszenarien

Verregnete, warme Winter und heissere Sommer

Der Klimawandel wird die Schweiz ganz schön mitnehmen. Der Blick in die mögliche Zukunft des Landes war noch nie so genau wie in der dritten Auflage der Klimaszenarien Schweiz, die Forschende von MeteoSchweiz, der ETH Zürich und vom Oeschger-Zent­rum der Universität Bern erarbeitet und gestern in Zürich präsentiert haben.

Die Trends sind bekannt: Ohne ambitionierten Klimaschutz durch die Nationen der Welt wird die Schweiz deutlich trockener, heisser, schneeärmer und wird häufiger mit heftigen Niederschlägen zu kämpfen haben. Neu am Bericht «Klimaszenarien CH2018» ist jedoch, dass die Forschenden dank modernsten Klimamodellen und Simulationen genauere Zahlen liefern können.

Extreme werden häufiger

Die Berechnungen der Forschenden zeigen zum Beispiel, dass die längste Trockenperiode im Sommer bis Mitte des Jahrhunderts bis rund eine Woche länger dauern wird. Extreme Trockenheit, wie sie bisher ein- bis zweimal pro Jahrzehnt auftrat, könnte im Schnitt jedes zweite Jahr vorkommen.

Wenn es regnet, dann häufiger sehr heftig, was Erdrutsche und Überschwemmungen zur Folge hat. Hochwasserschutzbauten und Kanalisationen müssen künftig dementsprechend ausreichend dimensioniert sein.

Die Sommer könnten bis Mitte des Jahrhunderts in einem durchschnittlichen Jahr bis 4,5 Grad wärmer werden als heute. Noch extremer steigen die Höchsttemperaturen: 2060 könnte das Thermometer südlich der Alpen um bis zu 4,5 Grad, nördlich der Alpen sogar um bis zu 6 Grad Celsius höher klettern als heute. In einem durchschnittlichen Jahr würde es in Genf am heissesten Tag 40 Grad warm sein. Die Anzahl sehr heisser Tage könnte von heute rund einem Tag pro Sommer auf bis zu 18 steigen.

Den heissen Sommern stehen verregnete, warme Winter gegenüber. Mitte des Jahrhunderts könnte die winterliche Nullgradgrenze von heute 850 Metern auf bis zu 1500 Meter über Meer steigen. Unter 1000 Metern wird die Schneebedeckung um die Hälfte, bis Ende des Jahrhunderts sogar um mehr als 80 Prozent zurückgehen. Auch in höheren Lagen wird Schneefall seltener, besonders im Frühjahr. Das sind schlechte Nachrichten, nicht nur für den Schneesport-Tourismus, sondern auch für die Schweizer Gletscher: Geringere Schneemengen bedeuten ein schnelleres Abschmelzen.

Die Klimaszenarien 2018 sind nach 2007 und 2011 bereits der dritte Ausblick im Auftrag des Bundes. Sie sind wichtige Grundlagen für die Strategie, wie sich die Schweiz an den Klimawandel anpassen sollte.

sda

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