Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Eine Südkoreanerin in Israel

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer Israel betritt, das «Heilige Land», wird von einer sonnigen und mit Musik erfüllten Atmosphäre empfangen. Der Nahe Osten ist in Tel Aviv überall zu spüren, und obwohl die Strassen mehrheitlich von Männern mit fremd anmutenden schwarzen Hüten und lockenumrahmten Gesichtern bevölkert sind, versprüht das Land eine spannende Diversität. Während auf dem Markt dunkeläugige Männer mit lautem Geschrei ihre Waren anpreisen, servieren in einem Restaurant um die Ecke jüdisch-stämmige Äthiopierinnen Spezialitäten ihres Landes. Auf einem dicht bevölkerten Platz singt ein Jude in traditionellen Gewändern «Halleluja» von Leonard Cohen in sein Mikrofon, und im Laden nebenan wird russischer Wodka feilgeboten.

Die 27-jährige Südkoreanerin Haneul Park, die wegen ihrer neuen Liebe nach Israel emigriert ist, war überrascht zu erfahren, dass Israel nicht nur von orthodoxen Juden bevölkert ist, sondern ebenso eine unglaubliche Vielfalt an Kulturen besitzt. Natürlich ist die Religion allgegenwärtig, vor allem, sobald mit Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend der Schabbat beginnt und alle Strassen leergefegt sind. So wird einem Fremdem bewusst, dass das Judentum einen unabdingbaren Teil der Kultur ausmacht und aus dem Alltag kaum wegzudenken ist.

Weltoffene Jugend

Dabei gibt es heute in Israel eine Jugend, die nicht streng gläubig lebt, vielmehr alternativ und weltoffen geprägt ist und lebendig durch die Kulturen und Religionen zieht, um sich für Veränderungen in diesem traditionellen Land einzusetzen. Viele haben eine andere Geschichte zu erzählen, möchten neue Projekte angehen, und dies tut dem Land sehr gut. Nicht selten sehen sie es als sehr konservativ und repressiv an; vor allem in der jungen Partystadt Tel Aviv hört man viele kritische Stimmen, was die Politik und Situation des Landes angeht.

Natürlich wird man sich, insbesondere in Jerusalem, der kulturellen und politischen Spaltung des Landes bewusst, dies ist unausweichlich. Während die jüdisch-orthodoxen Frauen mit ihren zahlreichen Kindern zum Abendgebet eilen, um die strengen Regeln der Thora zu befolgen, werden sie von den muslimischen Familien, die im Park grillieren, beobachtet. «Sie sind durch ihre Kultur und ihre Erziehung so geprägt, dass sie sich gegenseitig als potenzielle Feinde betrachten, und erkennen den anderen nicht als Gleichgesinnten an», sagt die junge Koreanerin Haneul Park. Sie hat dies festgestellt, als sie in die israelische Familie ihres Freundes eingeführt wurde.

Obwohl die meisten Familien sehr offen und freundlich sind und eine sehr enge Beziehung untereinander haben, teilen sich die Meinungen, sobald es um den abgrundtiefen Konflikt geht, der das Land im Griff hat und jegliches Leben beherrscht. Vor allem die jüngeren Generationen beschäftigen sich viel mit ihrer Kultur und Identität. Dabei verbindet die Religion all die verschiedenen Menschen in diesem Land und gibt ihnen die Möglichkeit, sich zu verwurzeln und sicher zu fühlen. «Ich habe mich noch nie unsicher oder in Gefahr gefühlt, seit dem ich in diesem Land bin. Ich denke nicht, dass es gefährlicher ist, als wenn man in Paris auf grossen Plätzen spazieren geht», sagt Haneul Park. In der Tat ist die Angst vor einer Gefahr so gross und die Massnahmen sind dementsprechend, dass man sich in Israel erstaunlicherweise sicher fühlen kann. Unter anderem existiert über den grossen Städten ein automatisches Sicherheitsnetz, das jeglichen Flugkörper innerhalb von Sekunden in der Luft zerstören kann.

«Alle hassen uns»

Dennoch ist Haneul Park überrascht, in welcher Weise die jüdischen Israeliten von einer tiefen Angst gefesselt sind. Sie glaubt, dass diese Unsicherheit durch ihre Erziehung entstanden ist, nämlich durch die Erfahrung, nicht akzeptiert und seit Jahrhunderten immer wieder verfolgt zu werden. Ihr israelischer Freund erklärte ihr eines Tages: «Alle hassen uns Juden.» So beginnen auch unzählige jüdische Franzosen in Israel ein neues Leben, weil sie für sich und ihre offen gelebte Religion in Frankreich keine Perspektiven sehen und sich bedroht fühlen durch beleidigende Sprüche oder gar gewalttätige Auseinandersetzungen. In Israel haben sie endlich das Gefühl oder die Hoffnung, einen Platz zu haben.

Ein Land im Wandel

Doch Israel ist nicht nur der Schauplatz eines tiefen und zu lange währenden Religionskrieges, es ist auch ein Land, das sich im Wandel befindet. Israel ist nämlich auf dem besten Weg, das Silicon Valley des Nahen Ostens zu werden, und bringt einen kulturellen Reichtum mit neuen Designern und Musikern von internationaler Bedeutung hervor.

Israel ist ein Land, das auf politischer Ebene in einer tiefen Krise steckt, doch die kulinarischen, musikalischen und kulturellen Produkte, die von Muslimen, Juden und Christen geteilt werden, sind es würdig, wertgeschätzt zu werden.

Schliesslich empfindet Haneul Park ihre neue Heimat als ein «Wunderland», das sie in Staunen versetzt. Gehetztes Hupen auf den Strassen, unzählige glückliche Hunde am Strand, rhythmische Klänge, die aus den Bars ertönen, sowie der Genuss der kulinarischen Köstlichkeiten erfüllen das ganze Land. Israel ist nicht nur von Konflikten gezeichnet, sondern ebenso von Aufbruchstimmung durchdrungen.

Mehr zum Thema