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«Eine Tonfülle, die feierlichen Ernst und hehre Freude in sich schliesst»

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Autor: Anton Jungo

Die Feier zur Glockenweihe am 15. August 1909 wurde mit einem Gedenken an die Brandkatastrophe eröffnet. Es heisst dazu in einem Bericht der Freiburger Nachrichten: «Erstlich erinnerte der Festprediger Viktor Schwaller an die alten Glocken, die am 31. Mai 1906 ihre Hilferufe ertönen liessen, und dann selber vom Feuer erfasst und geschmolzen sind. Treu auf ihrem Posten sind sie dahingestorben.»

Viel Volk

Im Sommer 1909 waren die Bauarbeiten an der neuen Kirche und am Glockenturm so weit fortgeschritten, dass das neue Geläut aufgezogen und in Betrieb genommen werden konnte. Für die Weihe waren die fünf Glocken (vgl. Kasten) vor dem Turm auf einem mit Girlanden und Blumen geschmückten Gestell aufgehängt worden. Der Feier wohnte viel Volk bei. Jeder wollte möglichst nahe am Geschehen sein. Dazu heisst es im Zeitungsbericht: «Einige schwindelfreie Buben kletterten wie Eichhörnchen am Gerüst des hohen Turmes herum, um eine möglichst gute Aussicht auf das Geschehen zu haben.»

Reine Harmonie

Die Glocken wurden von Johann Aeby, Pfarrer in Plasselb, gesegnet. Die Patenpaare hatten nach der Segnung die Ehre, «ihre Glocke» zu läuten. «Mögen nun die schönen, neuen Glocken von Plaffeien und all die andern Glocken in reiner Harmonie stetsfort zusammentönen und die Herzen auch dazu einstimmen», wünschte der Festprediger in seinem Kanzelwort.

Der Glockenweihe wohnten auch zwei Staatsräte und Oberamtmann Raymond Schwarz bei. In seiner Ansprache versprach Staatsratspräsident Ludwig de Weck unter anderem, dass die Bahn nach Plaffeien unbedingt gebaut werden müsse und das Sense-Oberland so neue Zukunftsperspektiven erhalte.

In der darauffolgenden Woche fanden die Glocken unter Mithilfe der Schulkinder ihren Bestimmungsort auf dem Turm. Am Mittwoch wurden die Toten- und die Feuerglocke in den Turm hochgezogen.

Am Donnerstagvormittag halfen Männer beim Hochziehen der zwei grösseren Glocken: der Wetterglocke und der Josephsglocke, die dann zu Mittag erstmals geläutet wurde. Am Nachmittag war die Marienglocke an der Reihe. Am Abend ertönte erstmals das volle Glockengeläut.

Tonreinheit und Klangfülle

Am Donnerstag, 23. September, fand die Expertise durch die Musiker Joseph Bovet und Paul Haas statt. Sie stellten in ihrem Bericht fest, dass das neue Geläute sowohl durch seine Tonreinheit wie auch durch seine Klangfülle überzeuge.

Die Glocken sind gestimmt auf H, d, e, g, h. Die Experten liessen die Glocken in 18 verschiedenen Kombinationen läuten. «Aber auch das Gesamtgeläute hat eine majestätische Wirkung. Es ist von einer Tonfülle, die feierlichen Ernst und hehre Freude in sich schliesst», hielten die Experten in ihrem Bericht fest.

Plaffeien, Sa., 15. August, 9 Uhr Glockengeläut und Festgottesdienst.

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