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Eine unzufriedene Siegerin

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Als Sutume Asefa als überlegene Siegerin mit dem Lindenzweig in der Hand ins Ziel lief, schüttelte sie erst einmal den Kopf. Mehrere Male hatte sie auf dem letzten Kilometer auf ihre Uhr geschaut und einsehen müssen, dass sie Franziska Rochat-Mosers Rekord aus dem Jahr 1997 nicht brechen wird. Mit ihrer Zeit von 59:23 Minuten blieb Asefa etwas überraschend satte 32 Sekunden über der Rekordzeit. Viele hatten der 21-Jährigen, die im März bereits den Kerzerslauf gewonnen hatte und den äthiopischen Rekord über 25 Kilometer hält, die Allzeitbestleistung zugetraut, ja fast schon von ihr erwartet. «Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass es nicht geklappt hat», gab die Siegerin später an der Pressekonferenz zu.

Nächster Angriff 2016

Weil der Rekord so lange nicht mehr gebrochen wurde, ist der Jackpot mit 5000 Franken prall gefüllt. Asefa hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Jackpot halt nächstes Jahr zu leeren, oder besser gesagt: Sie geht bereits davon aus, dass sie ihn nächstes Jahr leeren wird. «Die Strecke ist eigentlich nicht so schwierig. Ich kannte sie einfach nicht.» So wurde Asefa von der La-Sonnaz-Steigung ein wenig überrascht. Dort habe sie gelitten. «Ausserdem lief ich fast das ganze Rennen alleine, das war nicht immer leicht. Aber wenn ich nächstes Jahr wiederkomme, wird es einfach werden.» Der Sieg fiel ihr bereits gestern leicht, die kenianische Vorjahressiegerin Viola Jelagat distanzierte sie um 2:03 Minuten, die drittklassierte Helen Bekele (Äth.) gar um 3:13 Minuten.

Mitte Oktober wird Asefa zurück nach Äthiopien fliegen, im November kehrt sie für die Corrida Bulloise und die Escalade in Genf in die Schweiz zurück.

Auch im Kampf um den Titel der besten Schweizerin kam gestern keine Spannung auf–zu formstark präsentierte sich Laura Hrebec. Die Walliserin, die letztes Jahr an der Duathlon-WM den zweiten Platz belegte, wurde als beste Nicht-Afrikanerin Vierte. Mit ihrer Zeit von 1:02:51 war sie 3:40 Minuten schneller als Ursula Jeitziner, die als Sechste zweitbeste Schweizerin war.

Kipyatich wird Berliner Marathon zum Verhängnis

Während bei den Frauen das Ziel der Organisatoren, im Kampf um den Sieg für spannende Duelle zu sorgen, nicht aufging, entwickelte sich bei den Männern tatsächlich der erhoffte Zweikampf. Bis einige Hundert Meter vor dem Ziel liefen Vorjahressieger Abraham Kipyatich und der Sieger von 2013, Bernard Kiplangat, nebeneinander. Dass Kiplangat am Ende die grösseren Reserven hatte und seinem kenianischen Landsmann, der letztes Jahr den Rekord pulverisiert hatte, davonlief, ist nur auf den ersten Blick überraschend. Denn beim zweitklassierten Kipyatich genoss der Lauf dieses Jahr nicht dieselbe Priorität wie 2014. «Letztes Jahr waren 5000 Franken im Jackpot, das war natürlich sehr attraktiv. Also kam er direkt aus Kenia in sehr guter Form an den Lauf», erklärt sein Manager Alexander Hempel. Weil Kipyatich den Rekord letztes Jahr gebrochen hat, waren dieses Jahr nur 500 Franken im Jackpot. Also musste der 22-Jährige nicht ganz so viel Rücksicht nehmen. So absolvierte er letztes Wochenende als Tempomacher 30 Kilometer des Berliner Marathons–ein durchaus lukrativer Job.

Damit ermöglichte er gestern dem gleichaltrigen Kiplangat, der letztlich in 51:59 Minuten um sieben Sekunden schneller war, den zweiten Sieg am Murtenlauf. Er habe sich sehr gut gefühlt, sagte der Sieger, der erst am Freitag aus Kenia in die Schweiz geflogen war. Er möge den Murtenlauf, weil es immer rauf und runter gehe. Kiplangat wird nun noch zwei Halbmarathons in Italien bestreiten, ehe er am 18. Oktober zurück in seine Heimat reist, wo er sieben Autostunden von der Hauptstadt Nairobi entfernt in einem Dorf auf 1800 Metern über Meer lebt.

Mit 41 bester Schweizer

Dass das Feld in Sachen nationale Elite nicht gerade top besetzt war, beweist die Tatsache, dass mit Eticha Tesfaye ein 41-Jähriger bester Schweizer wurde. Der Läufer aus Petit-Lancy, der 2002 den Lauf als Äthiopier gewonnen hatte und mittlerweile eingebürgert ist, belegte in 57:45 Minuten den achten Gesamtrang. Tesfaye, der nebenbei Trainer und Manager der gestrigen Siegerin Sutume Asefa ist, hat auch mit 41 noch lange nicht genug vom Laufsport, wie er gestern verriet. Nächstes Jahr möchte er für die Schweiz über die neu eingeführte Halbmarathon-Distanz an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam teilnehmen.

Beim Murtenlauf könnte er derweil bald schon harte Konkurrenz im Kampf um den Titel des besten Schweizers erhalten. Der gestrige Gesamtdritte Mohammed Boulama, der in Biel mit einer Schweizerin verheiratet ist, erklärte nach dem Rennen, dass er bald den Schweizer Pass beantragen wird. 2016 möchte der 22-Jährige über 3000 Meter Steeple noch für Marokko an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen. «2020 in Tokio würde ich dann gerne für die Schweiz an den Start gehen.»

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