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Eine uralte Tradition wiederbelebt

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Eine uralte Tradition wiederbelebt

Severin Ruffieux baute nach alter Vorlage einen Kreuzzaun

War der Kreuzzaun vor hundert Jahren in den Freiburger Voralpen noch sehr häufig, ist diese traditionelle Art der Umzäunung heute in Vergessenheit geraten. Nicht ganz – denn Severin Ruffieux hat nach einer alten Vorlage seines Vaters auf der Alp «Torry» einen neuen Kreuzzaun errichtet.

Von IMELDA RUFFIEUX

Wenn man den Aufstieg auf die Alp Torry im Plasselbschlund unter die Füsse nimmt, kann man sich schwer vorstellen, was einen oben erwartet. Der Weg ist nicht lang, doch sehr steil, und unterwegs wirken die benachbarten Hügel und Wälder fast ein wenig einengend. Mit jedem Schritt öffnet sich die Sicht aber und oben bei der Alphütte hat man einen prächtigen Ausblick.

Herrliches Panorama

Das Panorama umfasst nicht nur die benachbarten Alphänge im Plasselbschlund und die Ärgera, die sich durch das breite Flussbett schlängelt. Bei klarem Wetter scheint das Wahlern- Kirchlein bei Schwarzenburg mit seinen strahlend weissen Mauern und dem Schindeldach zum Greifen nah und weiter hinten kann man sogar die Kühltürme des Kernkraftwerks Gösgen erkennen.

Die idyllisch gelegene Alp im Plasselbschlund liegt auf 1225 Meter über Meer und trägt den offiziellen Namen «Torry d’Aveau». Sie befindet sich in Privatbesitz und wird seit 1999 von der Familie Walter Ruffieux aus Plasselb bewirtschaftet. Sechs Kälber, zwei Schweine, eine Mutterkuh und über 20 Rinder leben in diesem Sommer auf den nahe gelegenen Weiden.

Ursprünglicher Charme
blieb erhalten

Die Alphütte stammt aus dem 18. Jahrhundert; am Haus wurde die Jahrzahl 1793 gefunden. Die Pächterfamilie hat im urchigen Haus kleinere Auffrischungen vorgenommen – schliesslich sind sowohl Walter wie auch sein Vater Severin Ruffieux in der Holzbranche tätig. Die Einrichtungen sind aber immer noch einfach und das «Torry» hat nichts von seinem ursprünglichen
Charme verloren.

Severin Ruffieux hat die Alp in diesem Sommer mit einer speziellen Attraktion bereichert: einem Kreuzzaun.

Nur noch auf alten Postkarten

Kreuzzaun ist eine eher einfache Bezeichnung für eine sehr komplizierte und aufwändige Konstruktion, die in früheren Zeiten auf Bauernhöfen häuftig zu sehen war. Heute findet man einen Kreuzzaun höchstens noch auf alten Postkarten abgebildet oder in der Fachliteratur beschrieben.

Freiburgische Besonderheit

Dabei handelt es sich um eine Umzäunung aus halbierten Pfählen verschiedener Grösse (250, 140 und 85 Zentimeter), die so ineinander verkeilt werden, dass sie ohne Hilfsmittel wie Nägel, Schrauben oder Draht halten. Der Kreuzzaun ist bis 50 Zentimeter tief im Boden verankert und sehr robust. Er ist nicht nur bautechnisch einer Besonderheit, sondern auch fürs Auge attraktiv.

Aus den Erzählungen seines Vaters Alfred weiss Severin Ruffieux, dass diese Zaun-Art früher vor allem bei ärmeren Familien oft benützt wurde. «Die Leute hatten kein Geld, Holz war zur Genüge vorhanden und Zeit hatten sie auch», erklärt er. Der Kreuzzaun, der eine freiburgische Sonderheit darstellt und in der Region Jaun unter der Bezeichung «Schrackzaun» bekannt ist, wurde damals vor allem errichtet, um Ziegen und andere Nutztiere vom Hausplatz fernzuhalten.

Modell 40 Jahre lang aufbewahrt

«Seit mein Vater mir von diesem Zaun erzählt hat, ging er mir nicht aus dem Kopf», erzählt Severin Ruffieux. Als kleiner Junge hat er deshalb seinen Vater gebeten, ihm aus einem Stück Plastik und Sagex ein Modell des Zauns zu bauen.

Dieses Muster hat Severin über 40 Jahre aufbewahrt in der Absicht, den Zaun einmal in Natura umzusetzen.

Winkel und Distanzen
ausprobieren

Auf der Alp Torry erhielt er nun die Gelegenheit dazu, und im Verlauf der letzten Monate hat er ein 30 Meter langes Stück des Vorplatzes der Alphütte damit umzäunt.

Es habe mehrere Versuche gebraucht, bis der Zaun stand, erzählt der 79-jährige Schreiner. Die Länge der Pfähle, die Distanzen dazwischen und die Winkel mussten zuerst ausprobiert werden.

«Es war gar nicht so einfach ohne genaue Vorlage», sagt Severin Ruffieux. Als er aber einmal gewusst habe, wie, sei es ganz einfach gegangen, meint er weiter.

Wenn er gewusst hätte, wie schön der Kreuzzaun die Alphütte schmückt, hätte er letzten Herbst noch mehr Pfähle aus Rottanne vorbereitet. Deshalb steht für ihn fest, dass er die bisherigen 30 Meter in den nächsten Monaten noch erweitern wird.

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