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Eine vorgezogene Einweihungsfeier

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Eine vorgezogene Einweihungsfeier

Autor: Anton jungo

Was in den langjährigen Diskussionen über die Linienführung der Bahnstrecke Bern-Lausanne immer angeführt wurde, traf ein: Die Überwindung des Saanetals erwies sich als «piece de resistance». Die Arbeiten an der Bahnstrecke waren im Frühjahr 1860 so weit fortgeschritten, dass man den Betrieb zwischen den beiden Städten aufnehmen konnte. Nur der Viadukt über die Saane war noch nicht fertig. Die Arbeiten daran waren erst 1862 abgeschlossen. Zusammen mit der Einweihung des Bahnhofs Freiburg wurde die Strecke am 2. September 1862 eingeweiht und offiziell eröffnet.

Zwischenlösung

Diesseits der Saane mochte man aber nicht warten, bis der Viadukt über die Saane und der Bahnhof Freiburg fertig gestellt waren. Im Weiler Balliswil richtete man kurzerhand einen provisorischen Bahnhof ein. Es hiess also für die Bahnreisenden von Bern her in Balliswil aussteigen und die Strecke nach Freiburg zu Fuss oder in der Kutsche fortsetzen. Von Freiburg aus ging es dann wieder mit der Bahn weiter.

Der Bahnhof in Balliswil stand bei der Strassenabzweigung nach Räsch. Wie aus den noch vorhandenen Plänen ersichtlich ist, verfügte er über einen Wartesaal 1. und 2. Klasse. Die Anlage hatte 45 500 Franken gekostet. Der «Bahnhof Balliswil» diente später als erstes Bahnhofgebäude in der Stadt Freiburg und noch später in Düdingen.

Mit einem Festakt in Balliswil wurde am 28. Juni 1860 die erste Freiburger Eisenbahnlinie Bern-Balliswil eröffnet. Wie aus zeitgenössischen Presseberichten hervorgeht, wollte sich viel Volk das Ereignis nicht entgehen lassen. «Freiburg und seine Umgebung haben die heute von Bern angekommene, bräutlich geschmückte Lokomotive Sarine jubelnd begrüsst. Es war nicht bloss Neugierde, die zahlreiche Scharen nach Balliswyl führte, sondern ein allgemein gefühltes Bewusstsein von der Wichtigkeit des Tages», hielt die Berner Zeitung fest.

Die Gäste waren in der eigens erstellten Festhütte zu einem Frühstück geladen. Nach den Festreden und der Besichtigung der Baustelle beim Grandfey-Viadukt ging die Fahrt zurück nach Bern. Viele nahmen die Gelegenheit wahr, erstmals mit der Bahn nach Bern zu fahren. Ausgeschlossen von dieser historischen Fahrt war – wie Le Chroniqueur de Fribourg festhält – das weibliche Geschlecht.

Am 2. Juli 1860 wurde der Bahnbetrieb dann offiziell aufgenommen. Die Fahrt nach Bern dauerte rund eine Stunde. Täglich gab es vier Fahrten hin und zurück.

Mit einem Jubiläumsakt gedenkt das Sensler Museum heute in Düdingen dieses Ereignisses. Es war der Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs im unteren Sensebezirk und löste im Bezirk eine Bahneuphorie aus.

Langwierige Diskussionen

Während Jahren hatte die Freiburger Regierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür gekämpft, dass die geplante Bahnlinie vom Boden- zum Genfersee über Freiburg geführt wird. Favorisiert wurde lange ein Projekt durch das Seeland über Murten. Zurückgeschreckt waren die Planer vor der Überquerung der Sense, des Düdingerbaches und vor allem der Saane. Diese Fluss- und Bachüberquerungen verlangten grosse Kunstbauten.

1856 sprach sich die Bundesversammlung für die «Freiburger-Lösung» aus. Von zwei Seiten her begannen zwei private Bahngesellschaften mit den Bauarbeiten. Die SBB wurden erst 1898/1902 gegründet. Von Lausanne her war die «Compagnie du chemin de fer de Lausanne à Fribourg et à la frontière bernoise» (LFB) an der Arbeit und von Bern aus bis Thörishaus die «Schweizerische Centralbahn».

Der Jubiläumsakt findet heute Samstag, 26. Juni, um 10 Uhr im Bahnhofbuffet Düdingen statt. Für die Bahnfahrten vgl. FN vom Freitag.

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