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Eine Welt aus Schnee und Eis

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Er sei weder ein Bergler noch ein ausgesprochener Liebhaber von Schnee und Eis, sagt der Künstler David Brülhart über sich selbst. Und dennoch hat der Stadtfreiburger jetzt im Museum Charmey eine Hommage an die Berge und an den Schnee geschaffen, wie sie persönlicher und poetischer kaum sein könnte. Ausgangspunkt für die Ausstellung «Névé», die vor einer Woche ihre Türen öffnete, war ein fünfwöchiger Aufenthalt des Künstlers auf dem Segelschiff Knut zwischen Norwegen und Spitzbergen. Bei dem Schiff handelt es sich um eine Künstlerresidenz, die dazu beitragen will, die Schönheit und die Gefährdung der Arktis auf neue Weise bewusst zu machen (siehe Kasten). Das kantonale Mobilitätsstipendium 2016/17 ermöglichte David Brülhart die Teilnahme.

«Diese unermessliche Schönheit»

«Es war eine einzigartige Erfahrung», sagte der 40-Jährige anlässlich der Eröffnung der Ausstellung vor den Medien. Das Eintauchen in die Natur, das wimmernde Geräusch schmelzender Eisberge, das spezielle Licht, die vielen Farben von Schnee und Eis, die Begegnung mit Eisbären oder die Beluga-Wale, die neben dem Schiff her schwammen: All das habe ihn tief berührt. «Diese unermessliche Schönheit hat mich künstlerisch beinahe blockiert», gestand Brülhart, der ursprünglich Grafiker und Zeichner ist, aber gerne mit verschiedenen Kunstformen experimentiert. Für die fünf Wochen auf dem Schiff habe er sich vorgenommen, in erster Linie den Aufenthalt zu geniessen und möglichst viele Eindrücke aufzusaugen. «Während andere Teilnehmer ständig fotografierten oder skizzierten, habe ich lieber das Schiff gesteuert, geputzt oder gekocht.»

Werke verschiedener Künstler

Die gesammelten Eindrücke verarbeitete David Brülhart nach seiner Rückkehr zu einer Serie von Kunstwerken. Diese zeigt er jetzt im Museum Charmey zusammen mit Arbeiten von Cosey, Benoît Billotte, Lorna Bornand, Steve Fragnière, Laure Gonthier und Jacques Cesa. «Ich hatte Lust, meine eigenen Werke mit solchen anderer Künstlerinnen und Künstler in Dialog zu bringen», erklärte Brülhart. «Es sind alles Leute, die ich bewundere und die ich mag.» Entstanden ist eine Schau, die vornehmlich in Weiss-, Grau- und Schwarztönen von einer Welt aus Schnee und Eis erzählt und davon, welche Rolle der Mensch darin spielt. Die Ausstellung bespielt nebst dem Museum Charmey die alte Schmiede La Tzintre, das alte Schulhaus Cerniat und die Galerie des Hotels Cailler. «Es ist der perfekte Rahmen für diese Ausstellung», so Brülhart mit Blick auf die verschneite Winterlandschaft in Charmey.

Lieben und zerstören

Der Rundgang im Museum startet mit einem Wandgemälde von David Brülhart. Es zeigt drei Skifahrer in einer Berglandschaft und ist ganz in Schwarzweiss gehalten. Brülhart schuf es mit Carborundum-Staub, nachdem er das Motiv mit Leim vorgezeichnet hatte. Der Staub erzeugt besondere Schattenspiele und hat einen leichten Glanz. Das Bild zeige die Liebe der Menschen zu den Bergen, aber auch, dass sie mit ihrer Anwesenheit immer auch etwas zerstörten, erklärte Brülhart. Dieser Zwiespalt beschäftigte den Künstler auch auf seiner Reise nach Spitzbergen und zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Sehr deutlich zeigt sich das etwa in der Installation «Bibliothèque de porcelaine», einer Bibliothek aus zerbrechlichen, teilweise zerstörten Büchern aus Porzellan. «Diese Bücher vereinen Wissen und Zerbrechlichkeit, und sie erzählen davon, dass man manchmal etwas zerstören muss, um es kennenzulernen», so Brülhart. Die Auseinandersetzung zwischen Natur und Mensch ist auch Thema von zwei weiteren Objekten, einem Stuhl und einem Motorradhelm, die mit scharfkantigen Salzkristallen überzogen sind. Filigran und poetisch wirkt daneben eine Serie von Bleistiftzeichnungen mit dem Titel «Le Chagrin des Icebergs» («Der Kummer der Eisberge»).

Skizzen und Originale von Cosey

Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört eine Reihe von Werken des bekannten Westschweizer Comic-Zeichners Cosey. Zu sehen sind Skizzen, Originale und Repro­duktio­nen. «Dass wir Cosey für diese Ausstellung gewinnen konnten, ist eine grosse Freude und eine Ehre für unser kleines Museum», sagte Konservatorin Elise Meyer. Mit der Lausanner Keramikerin Laure Gonthier und dem Freiburger Jazzgitarristen Steve Fra­gnière sind zwei weitere Künstler vertreten, die ebenfalls bereits mit dem Schiff Knut in der Arktis unterwegs waren. Fragnière präsentiert eine von der Natur inspirierte Komposition mit Texten des Schiffskapitäns und Fotografen Benjamin Ruffieux. Das Werk mit dem Titel «Sval’Barde» (nach dem Namen Svalbard für Spitzbergen), das in der Ausstellung über Kopfhörer zu hören ist, wird übrigens im April im Jazzclub La Spirale in Freiburg live aufgeführt.

Jedem und jeder der an der Ausstellung beteiligten Künstlerinnen und Künstler ist auf eigene Weise das gelungen, was auch David Brülharts Ziel war: «Ich wollte ein kleines Stück der Schönheit einfangen, die ich an Bord des Schiffs erlebt habe.» Gleichzeitig gehe es um Demut vor der Kraft der Natur: «Wenn man diese Eismassen sieht oder einem Eisbären gegenübersteht, fühlt man, wie klein und unbedeutend wir Menschen eigentlich sind.»

Museum Charmey. Bis zum 5. Mai. Mo. bis Sa. 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, So. 14 bis 17 Uhr.

Öffnungszeiten der anderen Austragungsorte: La Tzintre Mo. bis Sa. 9 bis 17 Uhr, So. 14 bis 17 Uhr; Hotel Cailler Mo. bis So. 9 bis 21 Uhr; Schulhaus Cerniat Mi. bis So. 10 bis 17 Uhr.

Atelier für Familien mit David Brülhart: Sa., 23. Februar, 14 Uhr im Schulhaus Cerniat. Kunstwerke inspiriert vom Schnee. Geeignet für Kinder ab sechs Jahren. Ohne Einschreibung; Unkostenbeitrag 5 Franken.

MaréMotrice

Künstlerresidenzen auf dem Segelschiff

Das Segelschiff Knut, mit dem David Brülhart in Spitzbergen unterwegs war, gehört dem Verein MaréMotrice mit Sitz im Greyerzbezirk. Der Verein wurde 2014 von Benjamin Ruffieux, Mélina Repond und Sébastien Volery gegründet, die bis heute einen grossen Teil ihrer Zeit auf dem Schiff verbringen. MaréMotrice bietet mehrmals im Jahr Künstlerresidenzen an Bord von Knut an, die zwischen drei und fünf Wochen dauern. Fünf Künstler und zwei Crew-Mitglieder sind dann gemeinsam unterwegs, auf wenigen Quadratmetern Raum. «Es ist sehr eng, Wasser und Lebensmittel sind rationiert, und die einzige Verbindung zur Aussenwelt ist ein Satellitentelefon», erzählt David Brülhart. Die Residenzen richten sich an Kunstschaffende aller Sparten. Ziel des Vereins ist es, verschiedene neue Blickwinkel auf die Schönheit, aber auch auf die Gefährdung der Arktis zu eröffnen.

cs

Informationen: www.maremotrice.ch

«Während andere ständig fotografierten oder skizzierten, habe ich lieber das Schiff gesteuert, geputzt oder gekocht.»

David Brülhart

Künstler

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