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Eine Weltausstellung in Schwarzsee

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Martin Schick ist alles andere als sesshaft: Der Freiburger Performancekünstler lebte in den letzten Jahren in Berlin, ehe er vor kurzem in seine Sensler Heimat zurückkehrte. Einen grossen Teil seiner Zeit verbringt der 37-Jährige aber sowieso unterwegs: Seine Bühnenprojekte bringen ihn quer durch Europa und noch viel weiter, zuletzt zum Beispiel nach China. Das Mobilitätsstipendium, das der Kanton Freiburg neu geschaffen hat, ist darum wie gemacht für ihn. Mit dem Stipendium will der Kanton Auslandaufenthalte von Kunstschaffenden unterstützen (siehe auch Kasten). Martin Schick hat sich mit dem Projekt «Radical Living» dafür beworben–und das Stipendium erhalten.

Innovative Lebensformen

Seit diesem Herbst nun ist Schick für «Radical Living» unterwegs rund um die Welt. An verschiedenen Orten will er innovative Lebens- und Wohnformen erkunden. Gestartet hat er seine Suche im Oktober in den USA: in Detroit und im Silicon Valley. Die hohe Arbeitslosigkeit in Detroit nimmt er zum Anlass, um sich mit umgenutzten Arbeitsräumen zu befassen–und mit Fragen rund um die postindustrielle Gesellschaft, die ihn schon lange beschäftigen. Im Silicon Valley geht es um Wohninnovationen bis hin zur totalen Autarkie. Diesen Winter führt die Reise weiter nach Abu Dhabi, in die Ökostadt Masdar, und anschliessend nach Neuseeland, zum Projekt «Life in vacant spaces» in Christchurch. Letzteres ermutigt Menschen, leere Räume im Stadtgebiet vorübergehend zu nutzen. «Das passt zu dem Leben, wie es viele Künstler führen», sagt Martin Schick. «Wir sind nicht an einem Ort verwurzelt, sondern an vielen Orten auf der ganzen Welt.»

Ausstellung im Bunker

«Radical Living» wird so auch zur Auseinandersetzung mit Schicks eigenem Nomadentum. Er befasse sich in letzter Zeit vermehrt mit seinen familiären Wurzeln zwischen Plaffeien und Kriechenwil, sagt er. Sich nirgends ganz zu Hause fühlen und gleichzeitig die eigenen Wurzeln suchen: Etwas widersprüchlich sei das schon, sagt Schick, doch eben das gelte es auszuhalten und aufzulösen. Seinen Hauptwohnsitz jedenfalls hat er wieder in den Sensebezirk verlegt, und hier will er im kommenden Jahr auch das Projekt «Radical Living» zum Abschluss bringen: In einem ehemaligen Militärbunker oberhalb des Schwarzsees will er seine eigene «Weltausstellung» durchführen.

Wie genau diese aussehen wird, weiss er noch nicht: «Vieles hängt davon ab, was ich während meiner Aufenthalte an den verschiedenen Orten erlebe, was für Leute ich treffe und was sich daraus ergibt. Die Idee des Mobilitätsstipendiums gehe für ihn über das Reisen hinaus: «Ich will auch mein künstlerisches Arbeiten und mein Denken mobilisieren und mich selber hinterfragen.» Und auch das Publikum verschont Martin Schick nicht: Wer dereinst seine Ausstellung im Bunker besuchen will, muss ebenfalls Mobilität beweisen. «Die Leute sollen sich ein bisschen anstrengen», sagt er. «Sie müssen den Berg besteigen und das versteckte Bunker-Museum suchen.»

Die FN werden Martin Schick beim Projekt «Radical Living» mit einer losen Artikel- Serie begleiten.

Stipendium: Zwei Künstler profitieren

D as Mobilitätsstipendium für das künstlerische Schaffen hat der Kanton Freiburg dieses Jahr zum ersten Mal vergeben. Es wird künftig jährlich ausgeschrieben und ist mit dem Betrag von maximal 20 000 Franken dotiert. Dieses Jahr profitieren zwei Künstler: Nebst Martin Schick hat die Jury auch den bildenden Künstler Jacques Cesa aus Bulle berücksichtigt. cs

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