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Eine Wundertüte voller Überraschungen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda Ruffieux

FreiburgMan ahnte schon bald, dass an diesem Abend im Kellerpoche kein traditionelles Stück gezeigt wird. Das weisse Blatt auf den Besuchersitzen liess vermuten, dass das Publikum sich für einmal nicht bloss mit Zurücklehnen und Geniessen begnügen durfte.

Das bestätigte Martin Schick denn auch gleich in seiner Einleitung. «Es wird ein zeitgenössischer Abend» kündigte der in Tafers aufgewachsene Schauspieler an und erklärte sogleich, was man davon halten sollte: «Es gibt keine Garantie für Unterhaltung». Und schon übte das Publikum die Aussprache von «Contemporary lecture performance» – nicht wissend, was genau darunter zu verstehen ist und was also auf der Bühne passieren wird.

Ein Multitalent

Genau das war es, was diesen Abend zu einem vergnüglichen Abenteuer machte: keine Minute war voraussehbar, Martin Schick überraschte immer wieder mit unerwarteten Wendungen, spielte mit dem Publikum. Er sang kleine Liedchen, mal traurig, mal bösartig, mal witzig, spielte Gitarre, tanzte mit einem Fischkopf als Frisur, kritzelte geniale Strichfiguren, verwendete WC-Ente, Sparschwein und Cervelat als Requisiten und übertrug alles per Videokamera auf die Leinwand in seinem Rücken. Er «performte» eine Waschmaschine und trat auch mal mit roter Perücke und gelbem Tütü auf, sang auf einer Leiter stehend «Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein» und erzählte Beziehungswitze, die er an Hand von Gummibärchen-Statisten bildlich umsetzte.

Was kommt als Nächstes?

Das Programm wirkte irgendwie improvisiert und chaotisch – oder waren genau diese Improvisationen Teil eines ausgeklügelten Plans? Auf jeden Fall stand die Frage «Was kommt wohl als Nächstes?» dauerhaft im Raum, nicht in kritischer Haltung, sondern in erwartungsvoller Stimmung, mit was der «Performer» wohl noch aufwarten würde.

Mensch und Tier

Der rote Faden waren seine Überlegungen zur Evolution – eine Hommage an das Darwin-Jahr 2009. Er hatte sein Stück «Merde» der Frage gewidmet, wie sich Mensch und Tier zu dem entwickelt haben, was sie heute sind. «99 Prozent aller Arten haben nicht überlebt. Ich wundere mich, warum wir noch da sind», hielt Martin Schick fest und erklärte mit seinen Kritzeleien à la Scapa, was den Menschen vom Tier unterscheidet – oder eben doch nicht. Er verwies auf die vielen tierischen Bezüge in unseren Redewendungen («Je höher der Affe steigt, je mehr Hintern er zeigt»), übte menschliche Gesichtsausdrücke und brachte dem Publikum die wichtigsten Kommunikationslaute in der Vogelsprache bei.

Am Schluss ging der «mögliche Kopierfehler Mensch» zwar nicht mit mehr Wissen über die Evolution aus dem Theater, aber doch mit der Gewissheit, dass Martin Schick ein etwas chaotischer, aber sehr witziger und kreativer Unterhalter ist.

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