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Einen Schritt weiter im «Projekt Bibelmuseum»

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Einen Schritt weiter im «Projekt Bibelmuseum»

Ein neu gegründeter Verein soll das Bauprojekt Thierryturm unterstützen

Die Sammlung «altorientalischer Kleinkunst» mit rund 14 000 Objekten sollte im Thierryturm in Freiburg eine Bleibe finden. Doch für die Realisierung des «Bibel+Orientmuseum» fehlt noch das Geld. Ein Verein soll nun helfen, das Projekt von Professor Othmar Keel eines Tages doch noch zu realisieren.

Mit OTHMAR KEEL
sprach IRMGARD LEHMANN

Sie glauben fest daran, dass das Museum eines Tages noch gebaut werden kann. Was gibt Ihnen diese Zuversicht?

Meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ich sind der tiefen Überzeugung, dass es sich um eine gute und einmalige Sache handelt, die ihren Weg früher oder später machen wird.

Das Fiasko mit dem Gutenbergmuseum gibt aber nicht gerade ein gutes Beispiel ab. Das Bibel+Orientmuseum müsste einiges anders machen. Was?

Das Gutenbergprojekt, das sehr viel erreicht hat, scheint daran gescheitert zu sein, dass die Verantwortlichen sich zu wenig bewusst waren, dass ein Museum heute nicht einfach eine Ausstellung von Objekten, sondern «ein Ort permanenter Konferenz» (Beuys) ist.

Um ein Museum lebendig zu machen, braucht es eine grosse Vision und eine trainierte Equipe, die in der Lage ist, Aspekte dieser Vision in Wechselausstellungen und anderen Veranstaltungen dauernd neu zur Diskussion zu stellen. Wir sind dabei, eine solche Equipe in Zusammenarbeit mit anderen Museen zu bilden und zu trainieren.

Die Schweiz hat die grösste Museumsdichte Europas. Ist ein weiteres Museum vertretbar?

Die Schweiz hat über 900 Museen. Darunter sind sehr viele ähnliche Berufsmuseen (z. B. Rebbau), Tal- und Heimatmuseen und städtische Kunst- und Geschichtsmuseen. Das ist sehr gut! Was aber fehlt sind Museen, die sich mit den grossen geistigen Quellen und Strömen beschäftigen, die unsere Zivilisation oft bis in Details auch heute noch prägen, ohne dass wir es merken.

Das Antikenmuseum in Basel vergegenwärtigt mit grossem Erfolg die griechisch-römische Zivilisation und aus diesem Blickwinkel neulich auch Ägypten. Mit der zweiten grossen Quelle unserer Kultur, der Welt des alten Orients und der Bibel, beschäftigt sich kein einziges Museum.

Die Lücke wird umso schmerzlicher werden, je weniger der Zugang über die traditionellen Kanäle, die Kirchen, funktioniert.

Wann könnte der Umbau des Thierryturms frühestens in Angriff genommen werden?

Vielleicht in Zusammenhang mit der Erweiterung der Universität bei der Überbauung des Areals zwischen Thierryturm und Bahnhof. Aber dieser Ausbau steht für uns nicht im Vordergrund. Er würde erst Sinn machen, wenn wir eine funktionierende Museumsequipe und einen Betrieb haben, der finanzierbar ist. Bis dahin müssen wir mit dem kleinen Raumangebot auskommen, das uns die Uni freundlicherweise zur Verfügung stellt.

Rund 10 Mio. soll der Umbau des Turms und die unterirdischen Räume kosten. Hat der Förderkreis bereits ein finanzielles Polster?

Es ist nicht die Aufgabe des Förderkreises, Geld für bauliche Massnahmen zu finden und zur Verfügung zu stellen, sondern das Funktionieren des Museumsbetriebs zu ermöglichen.

Seit Jahren führt der Förderkreis zu Weihnachten eine Kartenaktion durch. 2002 ergab diese einen Benefiz von 18 000 Franken, womit ein ägyptischer Lotuskelch angeschafft wurde. Warum legt man das Geld nicht für das Museum auf die Seite?

Weil der Museumsbau für uns nicht Priorität hat. Die Priorität des Baus war unseres Erachtens der Hauptgrund für das bisherige Scheitern des Gutenbergmuseums.

Die Sammlung mit 14 000 Objekten aus den Ländern der Bibel – von Ägypten bis Iran – ist dank zahlreichen Spenden zusammengekommen. Wie heissen die grosszügigen Donatoren?

Grössere Beträge kamen z. B. vom Prägefonds des Bundesamtes für Kultur, von der Peter-Kaiser-Gedächtnisstiftung Vaduz, vom Diogenes-Verlag Zürich, von der dominikanischen Laiengemeinschaft, von der Auxilium-Stiftung und der Ernst-Göhner-Stiftung Zug, vom Verband der Raiffeisenbanken und von vielen Privatpersonen. Dazu kommen immer wieder Schenkungen wertvoller Objekte.

Das Rektorat hat uns nicht mit grossen, aber mit regelmässigen Beiträgen unterstützt.

Aus dem Freiburgischen hingegen haben uns bisher nur zwei Personen mit grossen Beiträgen unterstützt. Das Gleiche gilt für Freiburger Institutionen. Aber da hat sich in letzter Zeit eine Wende angebahnt und da scheint sich Weiteres anzubahnen.
Der Thierryturm als idealer Ort

Seit gut 20 Jahren sammelt der inzwischen pensionierte Othmar Keel, Professor für Altes Testament an der Universität Freiburg, orientalische Kleinkunst.

Inzwischen liegt eine Sammlung mit rund 14 000 Objekten vor, die in der Schweiz als einzigartig gilt. Einzelne Teilsammlungen, so die Sammlung ägyptischer Käferamulette, gehören zu den weltweit grössten. Die Objekte werden regelmässig mittels Wanderausstellungen in der ganzen Schweiz gezeigt.
Für Othmar Keel ist der Thierryturm (Heinrichturm) mit seiner Lage zwischen Bahnhof und Universität der ideale Ort für die Unterbringung aller Sammlungsobjekte.
Besitzerin des Thierryturms ist der Kanton Freiburg. Die Initianten haben vom Kanton die Zusage erhalten, diesen nutzen zu können. Ein entsprechendes Vorprojekt hat das Architekturatelier Manfred Schafer bereits ausgearbeitet. Doch für die Realisierung sind mindestens 10 Millionen erforderlich.

Ein Förderverein soll nun dem Projekt «Bibel+Orientmuseum» einen Schritt weiterhelfen. Er wurde am Montag gegründet.
Frau Marie-Louise Nay aus Lausanne präsidiert den siebenköpfigen Vorstand. Ein wichtiges Mitglied ist der bisherige Leiter des Projekts, der Alttestamentler Dr. Thomas Staubli.
Ende Jahr soll mit der Stiftung «Bibel und Orient» eine zweite Plattform geschaffen werden. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird die Beschaffung der Mittel für den Bau sein. il

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