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«Einige Leute haben den Respekt gegenüber der Polizei komplett verloren»

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Autor: pascal jäggi

Immer wieder sind Meldungen von Übergriffen gegen Polizisten zu hören. Im Kanton Zürich beispielsweise sollen in Zukunft Aussenstehende härter angefasst werden, die sich bei Kontrollen oder Festnahmen einmischen. An den Gerichten des Kantons Freiburg häufen sich die Fälle, in denen Drohungen oder Gewalt gegen Behördenvertreter zum Thema werden.

Die FN konnten mit zwei Gendarmen über ihre Erfahrungen sprechen. Zu ihrem Schutz bleiben sie anonym. «Ich habe in meiner über zehnjährigen Dienstzeit schon unzählige Morddrohungen bekommen, habe die Reifen meines Autos aufgeschlitzt vorgefunden, auch meine Familie wurde mehrfach bedroht», sagt ein dreifacher Familienvater, «es ist nicht immer einfach, das zu vergessen».

Beängstigende Erlebnisse

Für einige Personen scheint die Uniform ein eigentlicher Anreiz zur Provokation zu sein. «Gewisse Leute haben keinen Respekt, keine Angst vor der Uniform. Selbst wenn sie in Untersuchungshaft landen, benehmen sie sich noch arrogant. Wir versuchen, Personenkontrollen in einem vernünftigen Rahmen durchzuführen, was leider auch nicht in jedem Fall klappt.»

So erzählt der erfahrene Polizist mit Mühe von einem Ereignis auf der Schützenmatte: «Wir wurden um vier Uhr morgens hingeschickt, mehrere Personen randalierten, zertrümmerten Mobiliar und Scheiben. Als wir ankamen, richtete sich die Aggression sofort gegen uns, es kam zu einem Geschubse und Handgemenge. Das war schon beängstigend, da wir auch in der Minderheit waren. Als wir die Personen mit Verstärkung verhaftet hatten, war nur Hass in deren Augen zu sehen. In diesem Fall waren die Morddrohungen (angedeutetes Kehledurchschneiden) ernster zu nehmen als in den meisten anderen Fällen.» Andererseits gebe es Personen, die vor allem in der Gruppe agieren und schnell ganz klein werden, wenn sie in der Zelle landen, ergänzt sein jüngerer Kollege.

Immer wieder Alkohol

Alkohol sei einer der einflussreichsten Faktoren für das aggressive Verhalten. Daher könne man auch nicht sagen, dass es in urbanen Gebieten schlimmer sei als auf dem Land. «Gerade an den Jugendfesten der Bezirke kocht die Stimmung schnell hoch. Die Veranstalter kooperieren aber sehr gut mit uns und sind froh, wenn wir Präsenz markieren.» Es krache oft dort, wo das Angebot für das ausgehfreudige Volk am grössten ist und es an Wochenenden zu grossen Ansammlungen kommt. Der ältere Polizist glaubt, dass die Gewaltbereitschaft im Vergleich zu seinen ersten Berufsjahren zugenommen hat, dafür sei aber nur ein kleiner Teil der Bevölkerung verantwortlich.

Bei allen negativen Erfahrungen wollen die beiden Polizisten die Situation nicht dramatisieren. Sie betonen die Freude am Beruf und den guten Korpsgeist. Dieser gebe den nötigen Rückhalt nach schwierigen Erlebnissen.

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