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Einkehr auf dem Hof für müde Wanderer

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Sie habe weder einen beruflichen noch einen familiären Bezug zur Gastronomie, sagt Christine Böhlen. Dennoch beschloss sie mit ihrem Mann Rudolf schon 1994, auf ihrem Hof Muriboden in Riggisberg Schlafen im Stroh anzubieten. Damals gehörten sie zu den Pionieren des Agrotourismus in der Region. Einige Jahre später hatten sie eine neue Idee: einen Barfussweg. Sie sahen die Jakobspilger, deren Weg am alten Kloster Rüeggisberg vorbeiführt. «Wir dachten, wir müssen uns in sie hineindenken und etwas für sie machen.»

 Pilger und Wanderer haben etwas gemeinsam: schwere und erholungsbedürftige Füsse. Um einen Apfelbaum erstellten Böhlens 1999 spiralförmig den Barfussweg. Etwa ein Dutzend verschiedene Oberflächen hat er: Rindenschnitzel, Steine, Gras, Holz und Jutesäcke. «Man muss langsam darüber gehen, dann ist es wie eine mechanische Massage», weiss Böhlen. Sie kennt sich in den Themen Natur und Gesundheit aus. Die Kindergärtnerin erteilt auch «Schule auf dem Bauernhof»–wie auch die angebotenen Lehr- und Erlebniswanderungen durch die Obstgärten ein immer wichtigeres Nebenprodukt des Böhlen’schen Agro-Tourismus-Portfolios. Sie sollen auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Mit der Zeit nahmen die Bedeutung des Agrotourismus und das Angebot zu. Böhlens haben vor zwei Jahren aufgehört mit der Milchwirtschaft und betreiben etwas Ackerbau, Rudolf Böhlen arbeitet als Buschauffeur.

Bad, Tuch und Salbe

Zwar gebe es auch andere Barfusswege, so Böhlen, zum Beispiel jenen in Heitenried. «Doch die haben nicht wie wir ein warmes Blütenbad. Die Gäste erhalten kein sauberes Tuch für die feuchten Füsse und schon gar keine Ringelblumensalbe.» Das ist das volle Programm bei Böhlens. Allerdings, räumt die Bäuerin ein, entstand das Bad in der heutigen Form aus der Not. Der vorgesehene Holzzuber war zu wenig dicht und die graue Blechwanne langweilig. Sie beschloss, dem warmen Wasser Farbe in Form von Blüten zu geben, davon hat sie auf dem Hof mehr als genug. «Das Fussbad erwarten die Gäste nicht, und das gibt den Wow-Effekt», so Böhlen. Dieses «Wow» sei für sie die grösste Motivation.

Auch seien die 32 Meter Länge des Weges ideal. «Die Pilger möchten nach ihrer Wanderung keine langen Strecken mehr gehen, die paar Meter hier aber mögen sie noch.» Der Hof ist eine anerkannte Pilgerherberge mit Stempel. Die Pilger würden mit einem Blütentee empfangen und erhielten als Wegzehrung selbstgemachte, äusserst nahrhafte Güetzi nach einem eigenen Rezept, so Böhlen. «Das gibt ihnen die nötige Energie.»

Die Anstrengung hat sich gelohnt: Seit 16 Jahren gibt es den Weg, er erfreut sich grosser Beliebtheit. Immer wieder bedankten sich die Gäste bei ihr, sagt Böhlen stolz, zum Beispiel mit einer Karte aus Santiago de Compostela, dem traditionellen Endpunkt der Jakobspilger. «Der Barfussweg habe ihnen die nötige Erholung verschafft, schreiben sie.» Nach einem verhaltenen Start in den Agrotourismus beherbergen Böhlens heute mehrere Hundert Gäste pro Jahr. Über die Hälfte der Besucher sind Pilger. Für Gäste ist der Weg gratis, wer einfach so kommt, bezahlt einen kleinen Obolus. Neben Erholungsuchenden kommen auch Trauerfamilien. «Sie wollen wieder den Boden unter den Füssen spüren, Bodenhaftung erhalten.» Der Weg habe eine meditative Wirkung. Eine Gruppe habe ihn sogar in seine Yogaübung integriert.

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