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Einmachen und Aufbewahren

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Was habe ich diesen Sommer schon eingemacht?» Diese Frage habe ich mir auf der langen Zugreise mit dem Wiener-Walzer gestellt. Tja, noch nicht so viel. Etwas Gemüse, nur wenig, aber das macht nichts, da hat’s noch vom letzten Jahr übrig und überhaupt, dieses Jahr ist sowieso alles später. Aber wie sieht es aus mit den Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen dieses Sommers? Wie kann ich diese haltbar machen?

Klar, die Fotos speichere ich im Computer, ich mache mir vielleicht sogar ein Fotobuch, vorgenommen habe ich es mir. Ob ich es wohl dieses Jahr schaffe? Aber die Bilder, die nur in meinem Kopf sind, was mache ich mit denen? Tagebuch schreibe ich nur sehr rudimentär, manchmal einen Satz oder so in meine Agenda. Und die Düfte, die noch in der Nase hängen, aber schon bald mit neuen überdeckt werden, wie kann ich diese festhalten? Und all die Gefühle? Ich brauche also ganz viele Einmachgläser. In die Gläser kommen nun meine Fundstücke, ein paar Muscheln, die letzten Sandkörnchen, die noch im Koffer und zwischen den Kleidern zu finden sind. Ein paar getrocknete Blüten und Fruchtstände mit Samen. Letztere werde ich im nächsten Jahr aussäen und mir so blumenduftige Erinnerungen im Garten wachsen lassen. Ein paar Papierschnipsel werden kunstvoll in ein Glas gesteckt, damit das Licht durchscheinen kann und mich in Zukunft mit seinem Schattenspiel ans Schneiderhäusle erinnert. Postkarten, gelochte Billette, Prospekte und noch mehr Dinge dieser Art sind wohl in einem Bilderrahmen besser aufgehoben.

Gut, nun kommt der schwierigere Teil, die Gläser im Kopf. Fein säuberlich fülle ich meine Sommererinnerungen in die geistigen Einmachgläser. Es braucht viel Geduld und manches Gespräch, um sie im schon recht grossen Vorratsraum zu platzieren. Eingelegte Erinnerungen geniessen eine passende Umgebung. Wenn ich nun so zwischen den Regalen hindurch spaziere, fällt mir das eine oder andere Glas aus früheren Jahren auf. Ich nehme es in die Hand, schaue es an und schnuppere daran. Sofort breiten sich die Erinnerungen aus, vorsichtig schiebe ich sie zurück und verschliesse den Deckel. Ich möchte sie nicht verlieren. Verderben können sie nicht, zum Glück, aber es kommt vor, dass Gläser verschwinden. Bin ich schon so alt, dass ich nicht mehr weiss, wo ich sie hingestellt habe?

Ich hoffe, dass die Gläser durch regelmässigen Besuch gut erhalten bleiben. Zufrieden kann ich die Türen meiner Vorratskammern schliessen, aber schon diese Nacht werde ich sie wieder besuchen.

 Susi Fux-Löpfeist ausgebildete Kindergärtnerin und betreibt seit 1985 das Figurentheater Susi Fux mit einem Repertoire aus kindernahen Mundartgeschichten. Sie schreibt für die FN regelmässig über frei gewählte Themen.

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