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«Einmal pro Woche Sex ist zu wenig»

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Es ist ein Thema, das weder an Familienfesten noch an Cocktailpartys angesprochen wird: Die künstliche Befruchtung. Anis Feki, Chefarzt der Geburtenabteilung am Freiburger Spital HFR, weiss, wie delikat das Thema ist, mit dem er sich tagtäglich beschäftigt: «Für einige stellt Unfruchtbarkeit die eigene Weiblichkeit oder Männlichkeit infrage.»

Dabei liegt die Unfruchtbarkeitsrate laut Feki weltweit zwischen 9 und 13 Prozent. «In Norwegen sind pro Schulklasse durchschnittlich ein bis zwei Kinder durch künstliche Befruchtung entstanden. In der Schweiz erreichen wir fast dieselben Zahlen», so Feki. Er rät Patienten, sich mit anderen darüber zu unterhalten: «Die Paare wären überrascht zu wissen, wie viele andere Pärchen denselben Eingriff gemacht haben.»

 Die In-vitro-Fertilisation, bei der Spermium und Eizelle ausserhalb des Körpers zusammengebracht werden, ist für viele Paare der allerletzte Strohhalm, nach dem sie greifen. Der Eingriff wird nur durchgeführt, wenn Frau und Mann zusammenleben und seit mindestens einem Jahr regelmässig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben: «Schliesslich wollen wir der Natur zuerst eine Chance geben.» Darum empfiehlt der Gynäkologe: «Zweimal pro Woche ungeschützter Geschlechtsverkehr ist ideal. Einmal pro Woche Sex ist zu wenig, sieben Mal am Tag zu viel.» Tatsächlich kann zu viel Sex kontraproduktiv sein: Die Anzahl der Spermien sinkt.

Risiko der Mehrfachgeburt

Bei einem fruchtbaren Paar, das regelmässig zusammen schläft, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Interaktion bei 20 Prozent: «Mit der In-vitro-Fertilisation heben wir die Chance auf 33 Prozent pro Versuch an.» Dennoch ist dieses Verfahren das Letzte, das Anis Feki den Paaren vorschlägt, schon nur der Kosten wegen: «Eine In-vitro-Fertilisation kann bis zu 10 000 Franken kosten.» Von der Krankenkasse wird dies nicht übernommen. «Laut Gesetz können pro Versuch bis zu drei Embryonen eingesetzt werden, doch dann besteht das Risiko einer Mehrfach-Geburt.» Auch bei Anis Fekis Patientinnen kamen schon Mehrfachgeburten vor: «Einmal hatten wir sogar Vierlinge–da hat sich ein Embryo im Uterus noch weiter geteilt.»

Nachdem die Embryonen eingesetzt wurden, überlässt Anis Feki diese vorerst sich selbst–wie in einer normalen Schwangerschaft. Erst nach einer gewissen Zeit können die Embryonen auf häufige Erbkrankheiten, etwa Cystische Fibrose, untersucht werden, sofern das Paar dies wünscht–dies im Rahmen der pränatalen Diagnostik. Gesetzlich besteht bis zur zwölften Schwangerschaftswoche die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs. «Wenn das Paar das Kind dann abtreiben und einen neuen Versuch starten möchte, unterstütze ich es dabei auch.»

Die Alterslimite für eine künstliche Befruchtung ist in der Schweiz auf 43 Jahre festgelegt. «Ich entscheide von Fall zu Fall, ob eine künstliche Befruchtung in diesem Alter durchgeführt wird», erklärt Feki. Dabei spielen vor allem biologische Faktoren eine grosse Rolle.

Moralische Aspekte

In Skandinavien wird der sogenannte «Single Embryo Transfer» durchgeführt. Die Methode ist entstanden, nachdem Krankenkassen bemerkt hatten, dass das gezielte Einsetzen eines einzelnen Embryos preiswerter ist, als eventuelle Fehl- und Frühgeburten beim Einsetzen mehrerer Embryos. Deshalb werden die Zellen unter dem Mikroskop betrachtet: Die beste wird ausgewählt und weiter kultiviert. «In diesen Zellen können aber weder Augenfarben noch Nasenformen erkannt werden», sagt Feki. Eher gehe es darum, dass die Zellen nicht beschädigt sind–diese nennt man dann «Top Quality Embryos». In der Schweiz ist diese Methode verboten. Allerdings berät das nationale Parlament derzeit eine Vorlage zur sogenannten Präimplantationsdiagnostik: In Fragen rund um die Embryo-Selektion könnte sie eine gewisse Liberalisierung bringen. Die Vorlage ist aber umstritten.

In Skandinavien und Spanien gibt es nebst der Unfruchtbarkeit noch einen weiteren, sehr umstrittenen Grund für eine künstliche Befruchtung: die Karriere. «Manche Frauen lassen in jungen Jahren einige ihrer Eizellen einfrieren.» Denn je älter die Frau wird, umso kleiner ist ihre Eizellen-Reserve und umso schlechter die Qualität der Eizellen. In der Schweiz ist das Einfrieren von Eizellen nur in seltenen Fällen erlaubt, etwa wenn eine Frau an Krebs erkrankt und sich einer Chemotherapie unterziehen muss. So kann sie sich nach der Heilung gesunde Eizellen einpflanzen lassen.

«In Norwegen sind pro Schulklasse ein bis zwei Kinder durch künstliche Befruchtung entstanden.»

Anis Feki

Chefarzt Geburtenabteilung Freiburger Spital HFR

«In diesen Zellen können weder Augenfarben noch Nasenformen erkannt werden.»

Anis Feki

Chefarzt Geburtenabteilung Freiburger Spital HFR

Die Methoden

Hormone spritzen und Zeugung im Reagenzglas

Bevor ein Paar zum belastenden Eingriff der In-vitro-Fertilisation greift, versucht es Anis Feki, Chefarzt der Geburtenabteilung am Freiburger Kantonsspital, mit anderen Methoden: Zuerst erforscht er die Gründe für die unerwünschte Unfruchtbarkeit. Dazu gehören Gespräche, unter anderem auch mit Psychologen. Das Zusammenleben des Paares mit regelmässigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr (siehe Haupttext) während mindestens einem Jahr gehört ebenfalls dazu. Wenn sich nach einem Jahr noch immer keine Schwangerschaft eingestellt hat, wird kontrolliert, ob körperliche Ursachen eine Rolle spielen. Beispielsweise kontrolliert Feki, ob die Eileiter der Frau verstopft sind; in diesem Fall können die Spermien nicht zur Eizelle gelangen.Verstopfungen der Eileiterkönnen etwa aufgrund sexueller Krankheiten wie Chlamydien entstehen. Bei derovariellen Stimulationnimmt die Frau Hormone, um mehrere Eibläschen zum Reifen zu bringen. Je mehr Eibläschen reif sind, desto grösser die Chance, schwanger zu werden. DieInseminationgeht einen Schritt weiter: Der Mann masturbiert zur Spermiengewinnung. Im Labor werden seine Spermien gewaschen und konzentriert, um sie dann mithilfe eines Katheters in die Gebärmutter zu spritzen. Von dort aus begeben sie sich selbstständig zur Eizelle. Falls dies aufgrund langsamer Spermien oder sonstigen Komplikationen nicht funktioniert, bleibt als letztes Mittel dieIn-vitro-Fertilisation (IVF),die als einzige Methode von der Krankenkasse nicht übernommen wird. Bei der IVF wird die Eizelle ausserhalb des Körpers befruchtet. Durch die Vagina entnimmt der Arzt Eizellen, die er im Labor mit einer Samenzelle paart. Etwa 48 Stunden später pflanzt er der Frau die befruchtete Eizelle–beziehungsweise maximal drei befruchtete Eizellen–wieder ein.kf

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