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Einmalige Bilder vergangener Zeiten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

1955 fiel in tiefen Lagen noch so viel Schnee, dass Familien auf dem Voremberg eingangs Schwarzenburg Ski fahren konnten. Zur selben Zeit wurde in den Dorfmetzgereien noch geschlachtet. Und 1936 waren die Mädchen bei der Konfirmation in Wahlern in lange, schwarze Röcke gekleidet, und ihre Haare waren zu Zöpfen geflochten, während die Knaben für den wichtigen Anlass dunkle Anzüge mit Krawatte trugen. In solche Szenen aus vergangenen Zeiten können Interessierte vom 10. Mai bis am 17. Juni eintauchen: Die Geschwister Ruth Clalüna-Zbinden und Peter Zbinden zeigen im Schloss Schwarzenburg und im angrenzenden Pflegezentrum Fotografien aus der Region Schwarzenburg und dem Sensebezirk von den 1930er-Jahren bis heute. Es sind insbesondere Werke ihres Vaters Robert Zbinden, der von 1934 bis 1975 Dorffotograf in Schwarzenburg war (siehe Kasten).

Auch vom vielfältigen Schaffen des Geschwisterpaars sind einzelne Bilder zu sehen, daneben zeigt die Ausstellung in Schwarzenburg anhand von originalen Requisiten die technische Entwicklung der Fotografie auf.

Einmalige Zeitzeugnisse

Die Bilder sind in ihrer Art einzigartig: Kein anderer Fotograf hat die Region Schwarzenburg und Teile von Deutschfreiburg so umfassend bild-lich eingefangen wie Robert Zbinden und später seine Kinder. «Früher war der Dorffotograf der einzige mit einer Kamera», erzählt Peter Zbinden. Der Vater habe das Dorfleben in all seinen Facetten festgehalten: Er wurde zu gesellschaftlichen und religiösen Anlässen geladen wie zu Hochzeiten, Konfirmationen und Taufen; er fotografierte Schulklassen und Familien, hielt das Firmenleben bildlich fest genauso wie die Entwicklung von Landschaften, Gebäuden, Quartieren und Dörfern.

«Selbst die Polizei besass damals keine Kamera, so wurde er zu Verkehrsunfällen, Brandstätten und Tatorten von Verbrechen gerufen», sagt Ruth Cla­lüna-Zbinden.

Fotohistorikerin trifft Auswahl

In den Räumen des ehemaligen Fotogeschäfts sind über eine halbe Million Negative in grossen Kuverts und unzähligen Kartonschachteln gelagert. Aus der Fülle an Material eine Auswahl zu treffen sei schwierig. «Wir wussten, dass es viele Bilder sind, aber dass es so viele sind, hatten wir nicht geahnt», so Ruth Clalüna- Zbinden. Und ihr Bruder fügt an: «Wir haben gemerkt, dass wir zu nah dran sind.» Die Fotografien, die aus ihrer Sicht bedeutsam sind, sind es nicht unbedingt aus gesellschaftlicher oder historischer Perspektive. Deshalb haben die beiden die Fotohistorikerin Nora Mathys beigezogen. Sie hat das Konzept für die Ausstellung erarbeitet und wählt aus, welche Bilder zu sehen sein werden. Neun Themen strukturieren die Ausstellung; so etwa das Leben in der Region Schwarzenburg, das Arbeiten im ländlichen Umfeld, Brauchtum, das Gewerbe, Studioaufnahmen und vieles mehr.

Die Fotografien aus dem Archiv

Zbindens erwecken Geschichten vieler Einwohner der Region Schwarzenburg wieder zum Leben. Neben der Aus­stellung, die im Rahmen des Kulturprogramms des Schlossvereins und in Zusammenarbeit mit dem Pflegezentrum Schwarzenburg stattfindet, planen Ruth Clalüna-Zbinden und Peter Zbinden einen Fotografieband, der noch mehr Bilder zeigt und solche Geschichten festhält. Damit die Bilder längerfristig aufbewahrt werden, gehen sie anschliessend ins Berner Staatsarchiv über.

Schloss Schwarzenburg: Vernissage, Do., 10. Mai, 15 Uhr; Finissage So., 17. Juni, 15 Uhr.

Ausstellung: 10. bis 27. Mai: Mo.–Fr. 14–20 Uhr, Sa./So. 10–18 Uhr (ausser 26. Mai). 2. bis 17. Juni: Sa./So.: 10–18 Uhr.

Andere Zeiten auf Anfrage: 079 719 32 80 Ruth Clalüna / 079 665 97 66 Peter Zbinden.

Zu den Personen

Eine Foto-Dynastie

Rudolf Zbinden eröffnete in den 1920er-Jahren das Geschäft «Photo Zbinden» in Schwarzenburg. Er verstarb früh; ansonsten ist von seinem Leben wenig bekannt. Sein Bruder Robert Zbinden lebte von 1908 bis 2000. Er war ausgebildeter Fotograf und Elektromechaniker und arbeitete auch als Konditor und Büchsenmacher. Von 1934 bis 1975 war er Dorf­fotograf von Schwarzenburg und führte parallel dazu bis in die 1950er-Jahre in Plaffeien ein Fotostudio. Seine Kinder Peter Zbinden (74) und Ruth Clalüna-Zbinden (67) sind beide ausgebildete Foto­grafen und waren im In- und Ausland tätig, bevor sie das elterliche Geschäft über­nahmen und dieses bis 2015 führten.

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