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«Einsamkeit als grösste Wunde»

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«Einsamkeit als grösste Wunde»

Ständerat Urs Schwaller Gastreferent an der Diplomfeier des Kollegiums Gambach

Der Bedarf an gut ausgebildeten Menschen wird zunehmen. Mit dieser Feststellung machte Ständerat Urs Schwaller den 160 jungen Leuten Mut, die am Freitag an der Schlussfeier des Kollegiums Gambach ihr «Reifezeugnis» erhielten.

Von ARTHUR ZURKINDEN

Die Gesellschaft von morgen wird gemäss Urs Schwaller eine Gesellschaft des Wissens sein. 109 000 junge Menschen studieren an den zwölf Universitäten der Schweiz, 44 000 tun dies an Fachhochschulen. «2,5 bis 3 Millionen Chinesen besuchen eine Hochschule. Es gibt heute schon mehr Chinesen, die Englisch lernen, als Amerikaner, die Englisch sprechen», fuhr Schwaller im Freiburger Forum fort und gab so zu verstehen, dass nicht nur die Schweizer wissenshungrig sind.

Gefahren nicht übersehen

Seiner Ansicht nach müssen sich unsere Universitäten anstrengen, müssen kompetent bleiben. Er ist sich aber auch bewusst, dass diese Entwicklung zu einer Zwei-, ja Drei-Klassen-Gesellschaft führen könnte. Selbst wenn Leistung immer mehr gefragt ist, so braucht unsere Leistungsgesellschaft – so Schwaller – auch Leute, die sich der Kultur, der Geschichte, der Umwelt usw. annehmen.

Laut Schwaller finden sich in einer Leistungsgesellschaft nicht alle Menschen zurecht und ziehen sich in der Folge zurück. «Die Einsamkeit ist die grösste Wunde unserer Gesellschaft», betonte er. Achtung vor dem Nachbarn, Toleranz und Solidarität gegenüber den Schwächsten sollten deshalb nicht bloss leere Worte bleiben, sondern in die Tat umgesetzt werden. So appellierte er an die jungen Menschen, Kopf und Herz, Verstand und Gefühl sowie Wissen und Intuition zu vernetzen, «aber nicht bloss am PC, sondern im alltäglichen Leben», um so die Welt lebenswerter zu machen.

Zeit nehmen

Nach Worten von Rektor Jean-Pierre Bugnon ist das Kollegium Gambach eine Schule, die sich auch dafür einsetzt, dass den jungen Menschen die Fähigkeit mitgegeben wird, sich manchmal Zeit zu nehmen. «Zeit, um einfach an einem ruhigen Ort zu schweigen und es den innersten Gedanken zu erlauben, an die Oberfläche zu gelangen, besonders jenen Gedanken, die im hektischen Alltag zu ersticken drohen», sagte er.

Laut Bugnon sollte jeder Mensch wissen, was er mit den 86 400 Sekunden anfangen will, die ihm täglich geschenkt werden. «Ein Tag, der zu Ende geht, kommt nie wieder. Obwohl das eine Binsenwahrheit ist, dringt sie doch selten in unser Bewusstsein», zitierte er Louis Guilloux.

Vor 100-Jahr-Jubiläum

Der Rektor wies auch darauf hin, dass das Kollegium Gambach im kommenden Schuljahr 2004/05 sein 100-Jahr-Jubiläum feiern kann. Für ihn ist dies durchaus eine Gelegenheit, um sich mit Schulreformen auseinander zu setzen, nicht zuletzt, was die Vollzeit-Handelsmittelschule des Kollegiums Gambach betrifft. «Sie darf aber keinesfalls ihrer ursprünglichen Ziele beraubt werden», betonte er.

Und selbstverständlich würde er sich freuen, wenn das Jubiläumsjahr mit der Verwirklichung des neuen Kollegiums Gambach verbunden würde.

Universal bleiben

Laut Prof. Dimiter Daphinoff, Präsident der Examens-Jury, wird die Bologna-Reform eine Spezialisierung zur Folge haben, dies auf Kosten der Universalität. Er riet deshalb den künftigen Studierenden, übers gewählte Fach hinaus Interesse an den Nachbar-Disziplinen zu zeigen.

Viel Lob übrig hatte er für die Lehrerschaft und die Direktion des Kollegiums Gambach mit Jean-Pierre Bugnon an der Spitze und den Vorstehern Michèle Girona und Roland Schmidt. «Eine so gut geführte Schule ist keine Selbstverständlichkeit», hielt er fest.

Sieg erreicht

Valérie Bagnoud und Matthias Haymoz bestätigten als Vertreter der Maturanden und Diplomanden, dass am Gambach mehr als nur Fachwissen vermittelt wird. So schilderte Bagnoud das Gambach als Kollegium, an welchem die Kultur, die Kontakte, die Eigenschaften, zuhören und teilen zu können, nicht zu kurz kommen. Für sie ist die Schule ein Netz herzlicher Kameradschaft, in der man sich gegenseitig respektiert.

Gemäss Matthias Haymoz hat sich am Gambach die Erkenntnis des Historikers Leopold von Ranke bewahrheitet: «Der Charakter eines Menschen bildet sich zwischen Gelingen und Misslingen, in Streit, Anstrengung und Sieg.» «Genau das haben wir jeden Tag bei jeder Prüfung erlebt. Und mit der Matura haben wir auch den Sieg erreicht.»

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