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Einseitige Form der Anklage ist zu bemängeln

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 Die vorgestellte Maturaarbeit von Aline Muller ist als Beispiel von brutalen Erziehungsmethoden in einer noch nicht so weit entfernten Vergangenheit von Interesse. Was ich als Geschichtslehrer daran bemängeln würde, ist die Form der «Anklage» gegen eine bestimmte Einrichtung und gegen den Orden der Ingenbohler Schwestern. Solche Zustände, wie die darin geschilderten, gab es leider wahrscheinlich in allen Waisen- und Armenhäusern, ob sie nun von Geistlichen oder Weltlichen oder von Nonnen welcher Ordensgemeinschaften auch immer geleitet wurden. Für Deutschfreiburg wären solche «Nachforschungen» besonders auch etwa für die Heime von Tafers oder St. Wolfgang von Interesse. Über seine Erlebnisse in St. Wolfgang hat der Zeitzeuge Francis Schulthess geschrieben. Er ist glaubwürdig, weil er sich nicht in der Anonymität versteckt. Zeugnisse von namenlosen Zeitzeugen bergen immer die Gefahr der Übertreibung in sich. Die reine Wahrheit solcher Aussagen darf man infrage stellen.

Alle heute noch Lebenden, die damals zur Schule gingen, erinnern sich an die zum Teil brutalen Körperstrafen, welche vor allem schwache Schüler fast täglich erdulden mussten, und zwar sowohl von weltlichen Lehrpersonen als auch von Ordensschwestern. Körperstrafen seien als Erziehungsmittel erlaubt, solange sie keine sichtbaren Spuren hinterlassen, wurde damals den künftigen Lehrern sogar von Professoren im Seminar gesagt. Marterwerkzeuge und -methoden, wie sie im Artikel erwähnt werden, waren auch in den öffentlichen Schulen gang und gäbe. Ein robuster Schlagstock gehörte zum Inventar eines jeden Schulzimmers. Aber bei aller Verurteilung dieses «Erziehungsterrors» in den Heimen und der Schule darf man auch nicht vergessen, dass die Opfer keineswegs immer nur Engel waren. Es gab auch solche, denen es ein Vergnügen war, die Erziehenden bis zur Weissglut zu ärgern. Dass in solchen Fällen, bei Klassenbeständen von 60 Schülern, die Nerven manchmal durchbrannten, ist auch verständlich. Eine letzte Frage: Was wäre mit den vielen Waisen- und Armenkindern passiert, wenn ihnen die Schwestern nicht wenigstens ein Dach über dem Kopf und zu Essen gegeben hätten? Da wäre viel Stoff für weitere Maturaarbeiten. Dabei könnte nebenbei auch versucht werden zu erfahren, wie viele Millionen und Abermillionen Franken die Ordensschwestern unseren Gemeinden und dem Kanton erspart haben.

 

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