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Einsiedlererlebnis auf dem Python-Platz

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Etwa ein Dutzend Personen stehen am frühen Samstagnachmittag vor dem Holzbau auf dem Georges-Python-Platz in Freiburg. Was sich denn in diesem Pavillon befinde, fragen einige Interessierte, die verwundert auf den Eingang des mobilen Gebäudes blicken. «Läuft da ein Film?», so die Frage einer anwesenden Dame.

«Diese Frage habe ich schon oft zu hören bekommen», erklärt Franziska von Blarer. Die Baslerin ist zusammen mit fünf weiteren Personen als Ansprechpartnerin des Erlebnispavillons «Niklaus von Flüe – unterwegs» vor Ort. Wie der Name des Projekts bereits erahnen lässt, tourt der Pavillon seit Ende Juni durch die ganze Schweiz (siehe Kasten) – und nun der Halt in der Stadt ­Freiburg.

Ruhe im Holzbau

Was, wenn nicht ein Film, könnte denn sonst hinter den grauen Vorhängen gezeigt werden, fragt sich wohl manch ein Passant. «Es wird einem nichts geboten», sagt Franziska von Blarer. Eine Aussage, die im ersten Moment etwas stutzig macht, versuchen doch heutzutage etliche Akteure mit ihren Produkten und Dienstleistungen ihrem Zielpublikum etwas zu bieten und sich gegenseitig zu übertrumpfen. Gleichzeitig ist manch einer durch diese Aussage versucht zu entdecken, wie dieses Nichts im Holzbau denn aussehen könnte. So auch Marianne Schmutz aus Gurmels: «Ich kenne die Person Niklaus von Flüe sehr gut. Wir haben als Kinder bereits Wallfahrten nach Flüeli-Ranft gemacht. Und schliesslich ist er auch unser Nationalheiliger», sagt die 64-Jährige und macht sich auf, den ersten von insgesamt fünf Räumen im Pavillon zu betreten.

Wie der Obwaldner Mystiker die letzten 20 Jahre seines Lebens als Eremit gelebt hat, erfährt der Besucher bereits beim Betreten des ersten Raumes: Lediglich ein Hocker steht dort – wer sich setzt, blickt auf eine karge Holzwand. Durch den Vorhang dringen Stimmen hindurch; dann und wann ist ein Stadtbus zu hören.

Das Nichts fühlen

Als der in seine Gedanken vertiefte Besucher zwei Räume weiter eine braune Kiste vor sich entdeckt, in die er seine materiellen Gegenstände legen kann, muss er wohl langsam erahnen, wie sich dieses zuvor beschriebene Nichts anfühlt. Nach 20 Minuten des Insichgehens ändert sich der Rahmen des meditativen Selbstexperiments abrupt, als zum fünften Mal ein Gong ertönt: In einer schmalen, dunklen Kammer erleuchten drei kleine Lampen die Statue des Niklaus von Flüe, der einem auf einem Holzsockel stehend auf Augenhöhe entgegenblickt. Es scheint, als ob der Eremit einem tief in die Augen schaut. Hier, in diesem lärmabsorbierenden, fünften und letzten Raum, lässt sich wohl am ehesten erahnen, wie Bruder Klaus einen grossen Teil seines Lebens verbracht hat.

In hundert Jahren

Die durchlaufenen Phasen der Stille laden dazu ein, sich seinen Gedanken zu überlassen – weshalb sich der Besucher nach diesem Erlebnis kurz Zeit nimmt, um seine Überlegungen zu Papier zu bringen. Gefaltet landet dieser Zettel zusammen mit vielen anderen in einer grossen Kugel, die erst in hundert Jahren von den Nachfahren wieder geöffnet werden soll.

600 Jahre Niklaus von Flüe

Ein Pavillon tourt durch die Schweiz

1417 wurde er in eine wohlhabende Obwaldner Bauernfamilie geboren, mit 47 Jahren entschloss er sich nach einer Sinnkrise im Einverständnis mit seiner Frau und seinen Kindern, fortan als Einsiedler im Ranft zu leben. Nun, im Jahr 2017, wird des Nationalheiligen – 600 Jahre nach seiner Geburt – mit einem «mobilen Erlebnis» gedacht. Wie Projektleiterin Eliane Stucki erklärt, bildet der Pavillon eines von elf Kernprojekten, die im Gedenken an den Eremiten durchgeführt werden. «Wir machen in jedem Kanton halt», erklärt Stucki. Schliesslich sei die facettenreiche Figur des Bruder Klaus für die ganze Schweiz von grosser Bedeutung gewesen. «Man will heute immer mehr haben und erleben», so Stucki. Mit diesem Angebot zur Selbstreflexion im Rahmen der nationalen Aktion «Mehr Ranft» will der Trägerverein «600 Jahre Niklaus von Flüe» jenem Bestreben etwas entgegenwirken. Eine Auseinandersetzung mit dem Leben von Bruder Klaus ermögliche es den Besuchern, sich auf das Wesentliche zurückzu­besinnen.

ma

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