Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Einstehen für Freiburger Modell

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der damalige Präsident der Freiburger Ärztegesellschaft sowie ein Apotheker aus Romont haben vor 20 Jahren bei einem Glas Wein diskutiert, wie man die Medikamentenkosten in Pflegeheimen reduzieren könnte. Das Resultat war das sogenannte Freiburger Modell. Dieses basierte auf einer Plattform für eine berufsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Apothekern, Ärzten und Pflegefachpersonen, einem gemeinsamen Einkauf und gemeinsamer Logistik für Medikamente in Pflegeheimen sowie einer Pauschalvergütung. «Sie dachten nicht nur an die Kosten, sondern auch an eine Verbesserung im Ablauf», sagte Michel Zadory (SVP, Estavayer) gestern im Kantonsparlament.

Das Freiburger Modell funktionierte dann 15 Jahre lang zur Zufriedenheit aller Beteiligten. «Die Kosten für die Übernahme der medikamentösen Therapien waren so tief wie nirgendwo in der Schweiz, und der Qualitätsanstieg bei den Behandlungen war breit anerkannt», schrieb der Staatsrat in einer Botschaft an das Parlament. Laut Grossrat und Heimarzt Jean-Daniel Schumacher (FDP, Bürglen) waren die Kosten pro Medikament dank Effizienz und Rabatten halb so hoch wie in anderen Kantonen.

Doch seit Juli 2018 akzeptieren die Krankenversicherer das Freiburger Modell nicht mehr. Sie berufen sich auf die Verordnung über den Risikoausgleich. Aus ihrer Sicht müssen die Medikamentenverabreichung und deren Kosten für jeden Heimbewohner individuell ersichtlich sein.

Für Esther Schwaller-Merkle (CVP, Düdingen) stehen sich zwei Gesetzestexte diametral gegenüber: Der eine hat eine Kostensenkung zum Ziel, der andere verlangt genaue Statistiken. Für die Versicherer hätten die Statistiken Priorität. Chantal Pythoud (SP, Bulle) sprach von einer «übermässigen Macht der Krankenkassen und dem Missbrauch ihrer Lobby».

Der dritte Anlauf in Bern

Zwei Anläufe auf eidgenössischer Ebene brachten für Freiburg noch nicht das gewünschte Resultat. Auf eine Interpellation des ehemaligen CVP-Ständerats Beat Vonlanthen meinte der Bundesrat, die Heime und die Versicherer müssten gemeinsam eine Lösung finden. Die Krankenkassen rückten aber nicht von ihrer Haltung ab.

Im Juni dieses Jahres hat die CVP-Nationalrätin Marie-France Roth Pasquier eine parlamentarische Initiative eingereicht, gemäss der Leistungen von Apothekern von den Krankenkassen übernommen werden, wenn sie die Kostenentwicklung dämpfen. Der Vorstoss wird von allen Nationalräten des Kantons Freiburg unterstützt; er ist aber noch nicht behandelt.

Mit der einstimmig genehmigten Standesinitiative setzt nun auch der Grosse Rat Druck auf. Die Bundesbehörden sollen «Instrumente schaffen, um Leistungen von Gesundheitsfachpersonen zugunsten von Patientengruppen zu vergüten, wenn diese einen Mehrwert bei der Wirtschaftlichkeit und der Pflegequalität darstellen».

Staatsrätin Anne-Claude Demierre (SP) bezifferte das Sparpotenzial für Freiburg auf jährlich 3,4 Millionen Franken. Chantal Müller (SP, Murten) sagte: «Im Bundesparlament wird derzeit eine Revision des Krankenversicherungsgesetzes aufgegleist. Wir senden ein klares Signal nach Bern.»

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema