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Einzigartige Malereien

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Einzigartige Malereien

Restauration eines Jüngsten Gerichts aus dem 15. Jahrhundert

Aus Sorge ums Seelenheil sind die Malereien im Chor der Alten St.-Michael-Kirche in Heitenried entstanden. Während fünf Jahrhunderten blieben sie unter Malschichten verborgen. Jetzt sind sie dank einer Stiftung «Alte St.-Michael-Kirche» ans Tageslicht gebracht worden – mit Kosten von rund 380 000 Franken.

Von IRMGARD LEHMANN

Im Chor der St.-Michael-Kirche, dem heutigen Vereins- und Kulturhaus von Heitenried erblickt man die Ewigkeit, wie man sie aus der Schulzeit und von Kirchbesuchen bestens kennt: der hl. Michael, der den Teufel bekämpft, auf der Seitenwand. Auf einem Regenbogen sitzend ein halbnackter Christus, der mit offenen Händen seine Wundmale zeigt, am Gewölbe. Zu seiner Rechten die Mutter Christi, zur Linken Johannes der Täufer. Im Chor sind aber auch Löwe, Stier, Mensch und Adler dargestellt – als Vertreter der Evangelisten: das Jüngste Gericht im Chor der kleinen Kirche von Heitenried.

Christenlehre pur

Gezeigt wird auch Furchterregendes wie etwa die Schar der Verdammten, diese nackten Seelen, die schnurgerade auf den Höllenschlund zusteuern. Erlöste sind auf dem Weg ins Paradies. Was man da sieht, ist Heils- und Kirchengeschichte pur.

Doch so ganz offensichtlich ist das alles nicht. Wers genau wissen wollte, musste am Mittwoch den Ausführungen und dem roten Lämpchen von François Guex, Kunsthistoriker, konzentriert folgen. «Hier sieht man es knapp, den Lilienstengel und das Wappen der Familie de Diesbach – ja, wenn mans weiss …»

Weltgericht, wie anderswo

Dass es sich bei den Malereien, die im späten 15. Jh. von einem unbekannten Meister geschaffen und von einem unbekannten Gönner bezahlt wurden, tatsächlich um das Weltgericht in dieser und keiner andern Form handelt, weiss man aus Erfahrung. «Das, was wir hier sehen, ist eine gängige Darstellung – ein Weltgericht, wie es auch in der Kathedrale von Freiburg und im Münster von Bern zu sehen ist», sagte Guex.

Und der Nachwelt sind solche historische Kostbarkeiten nur erhalten, weil die Kirche wusste, wie aus der Angst vor dem Jüngsten Gericht und der Sorge ums Seelenheil Kapital zu schlagen war.

Renovation war dringend

1905 wurde in Heitenried die neue Kirche eingeweiht. Die alte hingegen sollte irgendwann einmal renoviert werden. Eine Stiftung – Mitglieder sind Pfarrei, Gemeinde und Privatpersonen – nahm sich ihrer an.

Eine erste Renovationsetappe (1996 abgeschlossen) mit Kosten von rund 1,7 Millionen Franken umfasste die Innenrenovation des Schiffes und die Infrastruktur. Die zweite drängte sich auf, weil die überzogene Gipsdecke im Chor abzufallen drohte, wie Stiftungspräsident Albin Perler am Mittwoch anlässlich der Medienorientierung erklärte.

Bittgang ohne Ende

Sorge bereitete allerdings die Finanzierung. Ein Gönner namens Othmar Schneuwly aus St. Gallen gab laut Theo Meyer, Stiftungsratsmitglied, den Anstoss die Renovation in Angriff zu nehmen. Schneuwly gründete einen Fonds und liess diesem gleich (Sammlung Familie Schneuwly) rund 45 000 Franken zukommen.

Insgesamt kostete die Freilegung der «reichhaltigen und verhältnismässig gut erhaltenen Malereien» 380 000 Franken. Wie Theo Meyer einräumte, fehlen noch 40 000 Franken. «Auch ist die Verschuldung der Stiftung mit 630 000 Franken immer noch sehr hoch.» Die Stiftung ist also weiterhin auf grosszügige Donatoren angewiesen.
Tag der offenen Tür

Am kommenden Sonntag, dem 24. April, findet in der Alten St.-Michael-Kirche Heitenried ein Tag der offenen Türe statt.

Seit 1996 dient die Kirche als Versammlungs-, Bankett- und Schulungsraum. Das ehemalige Kirchenschiff bietet Platz für 120 Personen. Das Vereins- und Kulturhaus steht ebenfalls Auswärtigen zur Verfügung und kann für kulturelle Veranstaltungen sowie für Familienanlässe gemietet werden. (Information: 026 495 11 13 vereinshaus@bluemail.ch). il

Tag der offenen Türe: Sonntag, 24. April, von 10.00 bis 18.00 Uhr.

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