Eishockey 12.02.2020

Bulls verlieren kapitales Startspiel

Die Bulls haben in der Abstiegsrunde der Swiss Regio League einen Fehlstart hingelegt. Im wegweisenden Duell mit dem ebenfalls höchst abstiegsgefährdeten Huttwil gingen die Düdinger zu Hause mit 3:5 vom Eis.

Ein Blick auf die Tabelle der Abstiegsrunde der Swiss Regio League vor dem gestrigen ersten Spieltag – die Punkte aus der Qualifikation wurden mitgenommen – zeigte, dass den Bulls und Huttwil die grösste Relegationsgefahr droht (der Letztplatzierte steigt direkt in die 1. Liga ab). Die beiden Clubs starteten mit 36 Zählern in die Vierer-Poule, in der sich die vier Teams je zweimal begegnen. Insofern war das Direktduell von gestern zwischen den Düdingern und den Bernern wegweisend. Die Sensler durften durchaus zuversichtlich in die Partie steigen, hatten sie doch drei der vier bisherigen Saisonduelle – unter anderem auch die beiden Heimspiele – für sich entscheiden können. Die Anspannung war natürlich gleichwohl gross, wie Trainer Thomas Zwahlen während des Warmups verriet.

Hayoz und Knutti out

Etwas Balsam für die Nerven der Düdinger war dann das frühe 1:0, eine Produktion der ausgeliehenen Gottéron-Junio­ren. Nicolas Hasler netzte trocken nach dem gewonnenen Bully Mathis Mojonniers ein (5.). Nach einem Abpraller von Goalie Christof von Burg vermochten die Gäste dann auszugleichen, doch die Bulls waren sogleich wieder näher am abermaligen Führungstreffer. Zunächst traf Bryan Abreu de Nobrega nur Metall, dann wurde das vermeintliche 2:1 von Marco Baeriswyl wegen Torhüterbehinderung nicht aner­kannt. Huttwil-Goalie Lukas Gasser musste nach dem heftigen Zusammenprall mit einem Brummschädel den Platz für seinen Backup Maxime Baud räumen (16.). Dieser musste sich noch im Startabschnitt ein erstes Mal geschlagen geben. Abreu de Nobrega traf gegen das statistisch beste Powerplay der Qualifikation in Unterzahl.

Diesen Vorsprung gaben die Bulls dann allerdings im Mitteldrittel etwas gar leichtfertig aus den Händen. Zuerst wurde Adrian Steiner beim neuerlichen Ausgleich der Gäste im Slot viel zu zaghaft angegangen (25.), zehn Minuten später vermochte Huttwils Captain Sven Nägeli von der ungenügenden Zuordnung in der Düdinger Hintermannschaft zur erstmaligen Führung der Berner zu profitieren. Und es waren schliesslich nur gerade zwölf Sekunden im Schlussabschnitt gespielt, als Nägeli seinen Hattrick zum 2:4 perfekt machte und den Bulls damit einen nächsten Nackenschlag verpasste. Es war Gegentreffer Nummer vier bei nummerischem Gleichstand, womit sich eine Schwäche der Sensler aus der Qualifikation weiterzog (die im Schnitt 2,94 Gegentore pro Partie in dieser Statistik sind der schlechteste Wert der Liga). Und weil ein Unglück selten allein kommt, sahen sich die Gastgeber wenig später zusätzlich dezimiert. Nachdem Verteidiger Ludovic Hayoz im Startdrittel verletzt ausgeschieden war, erwischte es mit Luca Knutti einen weiteren Topskorer der Saison am Knie.

Ungenügendes Überzahlspiel

Mit einem effizienteren Power­play – notabene bei 5-gegen-3 – hätte Düdingen in den Schlussminuten schneller die Hoffnung in die eigenen Reihen zurückbringen können als erst gut drei Minuten vor dem Ende mit dem Anschlusstreffer von Arnaud Schnegg. So aber machte Huttwil mit einem Treffer ins leere Tor den Sack in diesem kapitalen Spiel zu. «Ein solcher Start ins Schlussdrittel darf uns nicht passieren», haderte Bulls-Captain Michel Zwahlen. Zwar sei die Paradeformation Huttwils eine der stärksten der Liga, gleichzeitig sei es aber nicht gelungen, die defensiven Schwächen der Berner Gäste auszunutzen.

Für die Bulls ist nun am Samstag in Seewen ein Sieg Pflicht, um nicht schon früh die Chancen auf den Ligaerhalt schwinden zu sehen. «Es gibt noch 15  Punkte zu holen. Aber klar müssen wir in Seewen gewinnen. Das müssten wir aber auch tun, wenn wir heute gewonnen hätten», sagte Zwahlen.

Telegramm

Düdingen – Huttwil 3:5 (2:1, 0:2, 1:2)

Eisbahn Sense-See. 127 Zuschauer. SR: Blasbalg (Remund/Baumgartner). Tore: 5. Hasler (Mojonnier) 1:0. 10. Nägeli (Mosimann) 1:1. 18. Abreu de Nobrega (L.  Knutti/Ausschluss Ducret!) 2:1. 25. Steiner (Schütz) 2:2. 36. Nägeli (Meyer) 2:3. 41. Nägel (Mosimann) 2:4. 57. A. Schnegg (Zwahlen) 3:4. 60. Hain 3:5 (ins leere Tor).

Strafen: 3-mal 2 Min. gegen die Bulls, 6-mal 2 Min. gegen Huttwil.

HC Düdingen Bulls: von Burg; Zwahlen, Tschanz; Hayoz, Bulliard; Thom, Bruni; Jörg; A. Schnegg, Ducret, L. Knutti; Abreu de Nobrega, Baeriswyl, Stettler; Chassot, Riedi, Braichet; Hasler, Mojonnier, G. Knutti; Q. Schnegg.

Hockey Huttwil: Gasser (ab 16. Baud); Seematter, Mosimann; Schütz, Felder; Matter, Farner; Lerch, Nägeli, Meyer; Steiner, Blaser, Meyer; Gurtner, Hain, Messerli; Ruch, Lanz, Trüssel.

Bemerkungen: Düdingen ohne Guggisberg, Fontana, Bussard, Shala (alle verletzt). – Pfostenschuss Abreu de Nobrega (15.). – Tor von Baeriswyl wegen Torhüterbehinderung annulliert (16.). – Hayoz und L. Knutti verletzt ausgeschieden. – Düdingen ab 59. ohne Goalie. – Timeout Bulls (58:40).

Swiss Regio League: Thun - Seewen 3:4 n.V. (2:1, 1:0, 0:2).

 

Die nächsten Spiele: Huttwil - Thun Sa. 17.30. Seewen - Düdingen Bulls Sa. 20.15.