Eishockey 09.10.2019

Der Sportchef als lebhafter Trainer

Christian Dubé: «Ich will mich jetzt erst einmal auf meine Aufgabe als Trainer konzentrieren.»
Christian Dubé und Pavel Rosa werden mindestens noch für die beiden Wochenendspiele bei Gottéron an der Bande stehen. Das Wochenziel des Übergangsduos: Intensität, Emotionen und Kreativität reinbringen.

Er kaut Kaugummi mit einer Frequenz, die Kieferorthopäden wohl nicht mehr gutheissen würden, skatet unablässig hin und her und ruft den Spielern immer wieder motivierende Dinge zu. Ein «Let’s go!» hier, ein «That’s it!» da. Energiegeladen ist wohl der richtige Ausdruck für Christian Dubés gestrigen Auftritt in seinem ersten Training als Coach. «Eines unserer wichtigsten Ziele diese Woche ist es, Intensität und Emotionen reinzubringen», sagte er nach dem Training im Gespräch mit den FN. «Dazu muss man lebhaft sein. Du musst ja den Spielern irgendwie vorleben, was du von ihnen verlangst, da kannst du nicht bloss herumstehen.»

«Gibt noch einiges zu tun»

Christian Dubé, der eigentlich Gottérons Sportchef ist, und Pavel Rosa, der eigentlich die U13 trainiert, werden noch mindestens bis Ende Woche das Trainergespann bilden – und damit auch in den Spielen am Freitag gegen Biel und am Samstag in Lugano an der Bande stehen. «Ich will mich jetzt erst einmal auf meine Aufgaben als Trainer konzentrieren. Es gibt noch einiges zu tun mit der Mannschaft», so Dubé.

Gestern standen vor allem spielerische Elemente und Zweikämpfe im Vordergrund, Eins-gegen-eins, Zwei-gegen-zwei, immer auf zwei Tore. «Es ging darum, nach zwei freien Tagen sicherzugehen, dass die Intensität da ist.» Es werde aber selbstverständlich nicht die ganze Woche bloss Spiel-und-Spass-Trainings geben. «Ab Mittwoch schauen wir uns das Spiel in der Offensivzone und die Spielauslösung genauer an. Auch da versuchen wir kleine Anpassungen vorzunehmen. Denn ein weiteres Ziel von uns ist es, mehr Kreativität ins Spiel zu bringen.»

Dubé spricht stets von «wir». Und tatsächlich fällt im Training auf, dass er und Pavel Rosa sich die Aufgaben brüderlich teilen. Mal spricht der Kanadier zum Team, mal der Tscheche. «Wir sind beide impliziert, das ist übrigens auch in der Kabine so. Für die Spieler ist es gut, nicht immer die gleiche Stimme zu hören.» Rosa kümmert sich mehr um das Powerplay und die Stürmer, Dubé um das Boxplay und die Verteidiger. «Die Strategie besprechen wir dann zusammen. Das Gute ist: Wir haben immer ungefähr die gleichen Ideen, wir waren ja auch ähnliche Spielertypen.»

Wie lang bleibt das Duo im Amt?

Sein Amt als Sportchef führt Christian Dubé derzeit eher im Nebenamt aus. «Wir erhalten laufend Trainerbewerbungen. Natürlich schaue ich die durch, lege die einen weg und behalte die anderen.» Die genaue Analyse und die Bewerbungsgespräche sollen aber erst nächste Woche folgen. «Wir warten nun erst einmal ab, wie es am Wochenende läuft.»

Gut möglich also, dass Dubé und Rosa danach für einige weitere Partien an der Bande bleiben. Ist es auch denkbar, dass sie noch zu Weihnachten dort stehen? «Man soll niemals nie sagen», so Dubé. «Wenn mir vor ein paar Wochen jemand gesagt hätte, dass ich im Oktober Trainer des Teams bin, hätte ich den ja ebenfalls für verrückt erklärt.»

Zwei entscheidende Fragen

Vorgesehen ist ein längeres Engagement jedoch nicht. «Schliesslich bin ich kein Trainer, sondern ein Sportchef.» Eine der wichtigen Fragen, die sich ihm als Sportchef stellen: Verpflichtet er einen Trainer, der das Schweizer Eishockey kennt, oder einen, der von auswärts und dafür unbelastet nach Freiburg kommt? «Das ist eine Knacknuss – und ich habe mich, ehrlich gesagt, noch nicht entschieden. Sicher ist: Wenn ich einen Trainer hole, der die Liga nicht kennt, braucht der einen Assistenten, der die Mannschaft und die Liga kennt.» Und da kommt wieder Pavel Rosa ins Spiel. «Ja, Pavel ist eine Option für den Job als Assistent», sagt Dubé. Allerdings war Rosas Trainerkarriere bei Gottéron nicht gerade von Erfolg gekrönt. Im vergangenen Februar wurde er als Elite-A-Trainer abgesetzt, weil sein Team akut abstiegsbedroht war. Er wurde zur U13 degradiert und half Mark French in der National League bei der Powerplay-Analyse.

Die zweite grosse Frage für Dubé lautet: Holt er einen Übergangstrainer bis Ende Saison und startet dann mit einem anderen neuen Trainer in die nächste, oder sucht er gleich jemanden, der die Mannschaft 2020 auch gleich im fertig renovierten Stadion anführt? «Das kommt auf die Bewerbungen an. Im Moment sieht es eher danach aus, dass wir jemanden bis Ende Saison verpflichten. Man kann dann immer noch über eine Option im Vertrag sprechen für den Fall, dass es supergut läuft.»

Abschliessend beantworten muss diese Fragen ab nächster Woche Sportchef Dubé. Zunächst einmal will Trainer Dubé die Mannschaft gleich selbst wieder auf Kurs bringen.