Eishockey 08.11.2018

Die Arbeit von Michel Volet ist getan

Michel Volet: «Es ist der richtige Moment, um aufzuhören.»
Gottéron muss einen neuen Präsidenten suchen: Michel Volet hat gestern an einer ausserordentlichen Generalversammlung bekannt gegeben, dass er im Juli 2019 aufhört. Die Zukunft des Clubs sei aufgegleist, begründet der Präsident seinen Rückzug.

Eigentlich war es immer die Idee gewesen, dass Michel Volet noch bis zur Eröffnung des umgebauten Stadions 2020 Präsident von Gottéron bleibt. Nun aber hat es sich der 52-Jährige aus Charmey anders überlegt. An einer ausserordentlichen Generalversammlung, die für die Medien nicht zugänglich war, gab er gestern bekannt, dass er sein Mandat an der nächsten ordentlichen Generalversammlung im Juli 2019 abgeben wird. «Wir sind schneller vorangekommen, als ich gedacht hätte. Es ist der richtige Moment, um aufzuhören. Ich habe immer gesagt, dass ich den Club nie in schlechten Zeiten fallen lassen würde. Deshalb bin ich froh, nun gehen zu können, wenn die Zukunftsaussichten positiv sind», sagte Volet gestern Abend gegenüber den FN.

«Das wäre nur für das Ego»

Alles sei aufgegleist. Und das gelte für die verschiedensten Bereiche des Clubs. «Die sportliche Situation des Vereins ist gesund, und dank den jüngsten Verlängerungen von Sportchef Christian Dubé sowie Headcoach Mark French kann mittelfristig geplant und gearbeitet werden.»

Ähnlich sehe es in Sachen Geldgeber aus. «Auf Ebene Marketing konnten in den vergangenen Monaten quasi all unsere Verträge mit Hauptsponsoren langfristig verlängert werden, was für den Verwaltungsrat eine grosse Erleichterung darstellt.»

Auch punkto neue Eishalle ist Volet der Meinung, dass es ihn nicht mehr bis zur Eröffnung 2020 braucht. «Die Planungsphase wird am Saisonende abgeschlossen sein. Produkte und die Preispolitik in den Bereichen Marketing und Ticketing sowie andere Einnahmequellen werden somit ein Jahr vor dem Einzug bereits definiert sein.»

Aber wäre es nicht schön, als der Präsident in die Geschichte einzugehen, der das neue Stadion einweiht? «Das wäre nur für das Ego. Und das war nie das, worauf es mir ankam. Mein Ego ist mir egal, zuerst kommt für mich immer der Club.» Er werde bei der Stadioneröffnung in der Loge sitzen und wissen, dass dies auch ein bisschen sein Stadion sei. «Schliesslich ist quasi die gesamte Planung mit mir gemacht worden.»

Für Gottéron sei es nun aber wichtig, dass die Personen, die nach der Stadioneröffnung den Club in die Zukunft führen würden, bereits zuvor sehen und verstehen könnten, was Freiburg-Gottéron sei und was es heisse, einen professionellen Sportclub zu führen. «Das ist nämlich alles andere als leicht. Doch wir brauchen neue Leute mit neuen Ideen. Und diese müssen ihre Ideen dann auch einbringen und umsetzen können. Da würde einer wie ich, der schon acht Jahre dabei ist, zu viel Platz einnehmen.»

Drei neue Verwaltungsräte

Dass das mit den neuen Kräften und den neuen Ideen nicht bloss leere Worte sind, zeigte der Club gestern, indem er an der Versammlung drei neue Verwaltungsräte wählte: Sébastien Dorthe, Pascal Gross und Stéphane Schlaeppy. Jurist Dorthe ist Präsident der Freiburger FDP und Syndic von Matran, Gross ist Unternehmer und Schlaeppy Direktor des Hotel Cailler in Charmey. «Diese drei haben nun erst einmal acht Monate Zeit, um Erfahrungen zu sammeln, bevor sie dann voll in den Verwaltungsratsalltag integriert werden.»

Michel Volet ist seit 2010 im Verwaltungsrat von Gottéron. 2013 sprang er als Vizepräsident ad interim für den überraschend verstorbenen Präsidenten Laurent Haymoz ein. 2014 übernahm er ein zweites Mal ad interim für den geschassten Charles Phillot und steht seither an der Spitze des Clubs. «Und glauben Sie mir, Energie habe ich noch genug. Ich werde bis im Juli noch weiterhin so hart und mit so viel Herz für den Club arbeiten, wie ich nur kann», so Volet, der gemäss eigener Aussage den Entscheid vor rund sechs Wochen gefällt hat.

Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. «Fast alle im Club waren sehr überrascht über meinen Rücktritt. Deshalb habe ich ihn auch so früh mitgeteilt. Nun hat Gottéron acht Monate Zeit, jemanden zu finden.»