Eishockey 10.02.2020

Die Bulls blamieren sich in Neuenburg

Düdingen ist in der letzten Qualifikationsrunde für den Schweizer Cup gescheitert. Gegen das unterklassige Uni Neuenburg verloren sich die Bulls zu oft in Einzelaktionen und mussten mit einer 1:6-Niederlage vom Eis.

Es hätte ein Befreiungsschlag werden können für Düdingen, aber es wurde ein Desaster. Mit einem Sieg gegen das unterklassige Uni Neuenburg hätten sich die Bulls am Samstag für die Hauptrunde des Schweizer Cups qualifizieren können, wo nächste Saison mit etwas Losglück ein Duell gegen einen Verein wie Freiburg-Gottéron oder Genf-Servette möglich gewesen wäre. Zudem hätten die Sensler mit einem Sieg gegen das 1.-Liga-Team Selbstvertrauen tanken können für die Abstiegsrunde, in der es für die Bulls ab Dienstag ums Überleben in der Swiss Regio League geht. Es war angerichtet gewesen, doch die Düdinger griffen nicht zu. Mit 1:6 verloren sie gegen Neuenburg und schieden damit nicht nur im Cup aus, sondern erlitten nach dem Aufwärtstrend der letzten Wochen einen herben Dämpfer.

«Einen Käse gespielt»

Wenn man mit 1:6 gegen einen unterklassigen Gegner verliert, dann sind die Gründe für die Niederlage schnell eruiert: offensive Harmlosigkeit und defensive Instabilität. «Bis zum 1:3 in der 51. Minuten waren wir im Spiel», zeigte sich Bulls-Trainer Thomas Zwahlen auch am Tag nach der Pleite noch enttäuscht. «Wir hatten einige gute Chancen auf den Ausgleich, aber wir brachten keinen rein. Und dann haben wir bei einem Konter das 1:3 kassiert und fielen auseinander.» Es war ein nicht unhaltbarer Backhand-Lupfer unter die Latte durch den dreifachen Torschützen Kenny Camarda, der den Untergang der Bulls einleitete. Abgezeichnet hatte sich dieser aber schon vorher. «Wir haben während des ganzen Spiels einen richtigen Käse zusammengespielt», seufzte Zwahlen. «Zusammenhängende Aktionen hatten wir nur wenige, stattdessen haben wir uns immer wieder in Einzelaktionen verloren.»

Der Ende Saison abtretende Captain Michel Zwahlen brachte die Düdinger im letzten Drittel nach 39 Sekunden mit einem Powerplay-Treffer zwar auf 1:2 heran, mehr Zählbares brachten sie an diesem Abend allerdings nicht mehr zustande. Das lag zum einen an Goalie David Fragnoli, der sich einer tollen Form erfreut und Neuenburg einige Male vor einem Gegentreffer bewahrte. Zum anderen lag es an den Düdingern selbst, die zu oft die Brechstange zu Hilfe nahmen. «Bezüglich Einsatz kann ich dem Team keinen Vorwurf machen», so der Trainer. «Die Spieler haben versucht, die Partie noch zu drehen. Aber auf die falsche Art.» Zu viele hätten sich nicht an das von ihm vorgegebene Spielsystem gehalten. «Gewinnen können wir nur, wenn alle das Gleiche spielen», machte Thomas Zwahlen seinem Ärger Luft.

Auf dem Eis keine Einheit

Doch genau daran hapert es bei den Bulls schon länger. Auf dem Eis sind sie nach wie vor nicht zu einer Einheit zusammengewachsen. Wegen des knappen Kaders und der Verletzungen musste Zwahlen die Linien immer wieder umstellen. Spieler von Gottérons Elite  A, vom HC Sierre und von La  Chaux-de-Fonds haben dank einer B-Lizenz regelmässig für Düdingen auflaufen können, die Trainings machten sie allerdings bei ihren Teams mit. «Wir konnten kaum einmal in den Formationen trainieren, in denen wir in den Matches dann auch spielten», bedauert Zwahlen. «Wenn man sich immer erst aneinander gewöhnen muss, ist man zwangsläufig im Nachteil gegenüber einem Gegner, der während der ganzen Saison mit der gleichen Formation antreten kann.»

«Reaktion muss her»

Letzte Saison war Düdingen in der Cup-Qualifikation an Franches-Montagnes (5:9) gescheitert, nun also bedeutete erneut ein Unterklassiger Endstation. Zwei Tage haben die Bulls noch Zeit, um die Blamage von Neuenburg zu verarbeiten und sich aufzurappeln für die Abstiegsrunde der Swiss Regio League, die morgen mit dem Heimspiel gegen Hockey Huttwil (19.30 Uhr, Eishalle Sense-See) beginnt. «Es ist schade, dass wir die positiven Gefühle, die nach den zuletzt guten Leistungen gegen Thun und Arosa aufgekommen sind, mit dem schlechten Gastspiel in Neuenburg wieder kaputt gemacht haben», sagt Thomas Zwahlen.

Sein Job sei es nun, das Team wieder aufzurichten. «Am Dienstag gegen Huttwil muss eine Reaktion kommen. Das geht aber nur, wenn jeder für das Team spielt und nicht für den Namen, der hinten auf seinem Trikot steht.»

Telegramm

Neuenburg - Düdingen 6:1 (0:0, 2:0, 4:1)

Patinoires du Littoral, Neuenburg. – 493 Zuschauer. – SR: Pilecki (Locorotondo/Binnebeek). Tore: 28. Vuilleumier (Bernasconi, Stamm) 1:0. 35. Marion (Girardin, Vuilleumier; Ausschluss Ducret) 2:0. 41. Zwahlen (Ducret, L. Knutti; Ausschlüsse Buthey, Marion) 2:1. 51. Camarda 3:1. 56. (55:04) Camarda (Pittet, Leuba) 5:1. 56. (55:32) Marion (Bernasconi, Fragnoli) 6:1.

Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Uni Neuenburg, 6-mal 2 Minuten gegen die Düdingen Bulls.

HC Uni Neuenburg: Fragnoli; Marion, Danzinelli; Laspina, Rodondi; Wunderlin, Buthey; Leuba; Vuilleumier, Pfosi, Rochat; Bernasconi, Tanner, Stamm; Geiser, Amstutz, Pittet; Camarda, Girardin, Rebetez.

HC Düdingen Bulls: Gaudreault; Zwahlen, Bruni; Hayoz, Bulliard; Thom, Tschanz; Jörg; Abreu de Nobrega, Leva, Braichet; A. Schnegg, Ducret, L. Knutti; Chassot, Baeriswyl, Riedi; Q. Schnegg, Mojonnier, G. Knutti.

Bemerkungen: Düdingens Fontana verletzt sich beim Einlaufen.