Eishockey 06.03.2019

Viele Hoffnungsträger erwiesen sich als Mitläufer

Nicht nur das Verpassen der Playoffs war frustrierend, auch die Leistungen vieler Spieler waren enttäuschend und wurden den Erwartungen nicht gerecht.
Gottéron hat die Playoffs unter anderem deshalb verpasst, weil vielversprechende Neuzugänge wie Philippe Furrer, Samuel Walser oder Andrew Miller nicht gebracht haben, was man sich von ihnen erhofft hatte. Die Spieler in der Einzelkritik.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Bewertung vorzunehmen. Da gäbe es einerseits die Möglichkeit, die absolute Leistung zu bewerten. Dann wäre natürlich ein Julien Sprunger immer besser als Tristan Vauclair, ein Philippe Furrer weit vor einem Marco Forrer einzustufen. Wir haben uns für eine andere Variante entschieden. Wir haben die Leistung der Got-téron-Spieler im Verhältnis zu ihrem Potenzial, den Erwartungen an sie und dem Standing in der Mannschaft bewertet.

Heiss

Laurent Meunier

Ein Stürmer, der kein einziges Tor geschossen hat, in der obersten Kategorie? Klingt zunächst merkwürdig. Doch der 40-Jährige hat weit mehr ins Team gebracht, als erwartet werden konnte. An der letzten WM war Laurent Meunier bei Frankreich nicht mehr Spieler, sondern Assistenztrainer. In Freiburg war er für diese Saison als 15. Stürmer eingeplant, der vor allem auch neben dem Eis Leadership ins Team bringt. Doch Meunier erwies sich auch auf dem Eis als immer noch wertvoll. Wahrlich nicht mehr der Schnellste, warf er bei jedem Einsatz alles, aber wirklich alles in die Waagschale, blockte viele Schüsse, war in Unterzahl einer der wichtigsten Spieler, ging immer mit gutem Beispiel voran und versuchte die Mannschaft mitzureissen.

Warm

Reto Berra

Zu Beginn der Saison musste sich der Torhüter nach fünf Jahren in Nordamerika wieder an das Schweizer Eishockey sowie das grössere Eisfeld anpassen und konnte kaum einmal für die Differenz sorgen. Dann steigerte sich der NHL-erfahrene Bülacher jedoch kontinuierlich und wurde zum erwartet sicheren Rückhalt. Im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler konnte er just dann sein Niveau erhöhen, wenn der Druck am grössten war. Mit einer Fangquote von 92,01 Prozent ist Berra die Nummer 5 der National League.

Benjamin Chavaillaz

Mit +12 weist der Verteidiger die beste Plus-minus-Bilanz der Mannschaft auf. Und auch skorermässig egalisierte Chavaillaz mit 13 Punkten seinen Bestwert aus der Saison 2014/15 (damals noch bei Ambri). Kurzum, der oft unterschätzte Waadtländer war neben Jonas Holos, mit dem er sich in seiner zweiten Saison auf dem Eis blind versteht, der konstanteste Freiburger Verteidiger. Ein guter erster Pass und eine ruhige Spielweise zeichnen den 30-Jährigen ebenso aus wie die Tatsache, dass er kaum Strafen nehmen muss. Steigerungspotenzial hat er noch im Körperspiel und bei der Schussqualität.

Sebastian Schilt

Auch in dieser Saison verpasste Schilt fast ein Drittel der Spiele wegen Verletzungen. Doch insbesondere gegen Ende der Qualifikation gehörte der Berner noch zu den Besten. Obwohl er den Verein nach sieben Jahren verlassen muss und zu den SCL Tigers zurückkehren wird, zerriss er sich noch einmal für die Freiburger und stemmte sich nicht nur gegen die Niederlagen, sondern versuchte auch das Spiel nach vorne anzukurbeln. Dass er mit 3 Toren und 6 Assists fast an seine Bestmarke in Freiburg aus der Saison 2014/15 herankam, ist deshalb kein Zufall. Technisch limitiert, gehörte Schilt kämpferisch zu den absoluten Leadern.

Jim Slater

Es gab Zeiten, da musste man sich fragen, ob es für den 36-Jährigen die Saison zu viel ist, weil der Amerikaner nur noch durch Scharmützel und unnötige Strafen auffiel. Doch als es am Ende der Qualifikation um die Wurst ging, war Jim Slater als einer von wenigen zur Stelle. In den elf Spielen vor dem bitteren Scheitern in Lausanne holte er einen Punkt pro Spiel und schoss fünf Tore. Die eine oder andere unnötige Strafe war beim zweitmeistbestraften Spieler der Liga zwar immer noch mit dabei, doch das ist für einen, der immer am Limit spielt und da hingeht, wo es wehtut, wohl unvermeidlich. Jedenfalls war er erwartungsgemäss der klare Aggressivleader der Mannschaft. Da er jedoch nicht nur in Sachen Härte und Einsatz voranging, sondern – was nicht unbedingt zu erwarten gewesen war – auch noch am zweitmeisten Skorerpunkte sammelte, hat er die Erwartungen insgesamt übertroffen.

Tristan Vauclair

Der Jurassier gehört zu den wenigen, die sich kaum etwas vorzuwerfen haben. Vauclair erfüllt seine Aufgaben im 4. Block. Dank seiner Aggressivität und der hohen Spielintensität ist der 34-jährige Stürmer einer dieser wichtigen Rollenspieler, die jede Mannschaft braucht. Mit einer Ausbeute von 5 Toren liefert er auch in Sachen Produktivität ab, was von ihm zu erwarten ist. Zu Recht wurde deshalb der Vertrag mit Vauclair um eine weitere Saison verlängert. Einziges Manko: Seine Technik und Abschlussqualität reichen nicht aus, um bei Ausfällen in einer offensiven Linie Entscheidendes beitragen zu können.

Lauwarm

Marc Abplanalp

Mit seinen 34 Jahren gehört der Grindelwaldner zu den routiniertesten Spielern im Kader. Diese Erfahrung widerspiegelt sich in der sachlichen Spielweise Abplanalps. Man weiss, was man von ihm erwarten kann – und was nicht. Mit 7 Assists konnte er seine Punktezahl im Vergleich zur letzten Saison mehr als verdoppeln, und dennoch wird offensichtlich, dass die Karriere des Defensiv-Verteidigers langsam, aber sicher ausklingt. Dies manifestiert sich unter anderem darin, dass Abplanalp mit zunehmendem Alter verletzungsanfälliger wird. Die 13.  Saison im Dress von Gottéron ab Herbst wird wohl seine letzte in Freiburg sein.

Charles Bertrand

Der Franzose gibt in jedem Spiel alles und tut Gottéron mit seiner Beharrlichkeit und seinem überragenden Schuss gut. 8 Tore in 21 Spielen sind ein entsprechend guter Wert. Für eine Vertragsverlängerung wird es wohl dennoch nicht reichen. Denn im Spielaufbau und im Umgang mit dem Puck ist Charles Bertrand manchmal etwas konfus, Aufwand und Ertrag stimmen nicht immer überein. Auch seine Spielübersicht ist nicht überdurchschnittlich, wie unter anderem die bloss zwei erzielten Assists beweisen.

Marco Forrer

Zunächst oft überzählig, profitierte Marco Forrer von den Verletzungen anderer Verteidiger und kam so regelmässig auf das Matchblatt. In der Hierarchie der Verteidiger blieb der 22-Jährige aber zuunterst. Trainer Mark French gewährte dem 192  Zentimeter grossen Forrer nur beschränkt Eiszeit. Mit im Schnitt 8:26 Minuten pro Match kommt in dieser Statistik nur Dan Weisskopf noch schlechter weg. Viel vorzuwerfen gibt es Forrer, der seine erste komplette Saison in der National League bestritt, aber nicht. Defensiv erfüllt er seinen Part. Luft nach oben hat er klar noch im Spiel gegen vorne, insbesondere sein Schuss vermag höheren Ansprüchen noch nicht zu genügen.

Jonas Holos

Mit durchschnittlich 22:19 Minuten Eiszeit war Holos in der Qualifikation erwartungsgemäss der Schwerarbeiter der Freiburger. Defensiv ist der langjährige Captain der norwegischen Natio­nal­mann­schaft eine Bank. Dafür ist Holos in der Offensive ein Nonvaleur, was sich insbesondere im Powerplay negativ auswirkt. Weder ist sein Schuss gut genug, noch kann er im Überzahlspiel die Fäden ziehen. 3 Tore und 13 Assists sind gemessen an seiner Spielzeit eine ungenügende Ausbeute. Seine fehlenden offensiven Qualitäten sind es auch, die seine Zeit an der Saane zu Ende gehen lassen. Holos soll durch einen offensiveren Verteidiger ersetzt werden.

Lukas Lhotak

11 Tore – das ist so ziemlich alles, was Lukas Lhotak zu dieser Saison beigesteuert hat. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Bei Gottéron hat nur Julien Sprunger mehr Tore erzielt als der Tscheche mit Schweizer Lizenz. In einer Mannschaft, die Mühe hat mit dem Toreschiessen, ist das nicht unerheblich. Kommt hinzu, dass unter den elf Toren das eine oder andere matchentscheidende war. Abgesehen von seinem tollen Handgelenkschuss hat der Stürmer nicht viel zu bieten, er spielt weder besonders physisch, noch kreiert er Chancen für seine Mitspieler oder hat sonst einen positiven Einfluss auf das Spiel.

Nathan Marchon

Nicht viele Spieler konnten unter der Ägide von Trainer French einen Schritt nach vorne machen. Eine Ausnahme bildet Marchon. Mit 14 Skorerpunkten (je 7 Tore und 7 Assists) schnitt das Eigengewächs so gut ab wie noch nie im Freiburger Trikot. Als Lohn für seine Entwicklung wurde er zuletzt von Nationaltrainer Patrick Fischer für das Prospect Team aufgeboten. Marchon ist ein schneller und technisch versierter Stürmer mit einer gewissen Spiel­intel­ligenz. Was dem 22-Jährigen aber noch zum endgültigen Durchbruch fehlt, ist nach wie vor mehr Muskelmasse, um sich gegen die Schwergewichte der Liga behaupten zu können.

Dan Weisskopf

Der Notnagel von Farmteam Ajoie hat getan, was er konnte. Körperlich robust und einfach spielend, ist der Verteidiger bei seinen wenigen Shifts nie abgefallen. Mehr ist von einem Defensivverteidiger, der während der Saison aus der Swiss League kommt, auch wahrlich nicht zu erwarten.

Ludovic Waeber

Die klare Nummer 2 hinter Reto Berra konnte in der Qualifikation sieben Spiele von Beginn weg bestreiten. In drei Partien ging Waeber als Sieger vom Eis, einmal konnte er dabei gar einen Shutout feiern (im Auswärtsspiel bei den SCL Tigers). Mit einer Abwehrquote von 90,6 Prozent zeigte der ehemalige Ju­nio­ren-Internationale insgesamt zufriedenstellende Leistungen. Er bestätigte indes auch in dieser Meisterschaft, dass er nicht die nötige Klasse und vor allem Kons­tanz mitbringt, um in der National League die Rolle eines Stammtorhüters übernehmen zu können.

Flavio Schmutz

Der Thurgauer hat seine Rolle im Team gefunden. Der zumeist fehlerfrei spielende Mittelstürmer führt die vierte Formation sicher an. Zudem hat sich Schmutz zu einem überaus starken Bullyspieler entwickelt. Hinter ­Genfs Tanner Richard und Teamkollege Jim Slater ist er mit 58,5 Prozent gewonnenen Face-offs die Nummer 3 der Liga. Wertvoll im Boxplay, fehlt es Schmutz jedoch weiterhin an der offensiven Durchschlagskraft, weil er sich zuweilen zu wenig zutraut und zu wenig frech spielt. Hätte er mehr Zug zum Tor, wäre sein Punktetotal höher als die 3 Tore und 8 Assists.

Julien Sprunger

20 Tore sind eigentlich ein überragender Wert. Julien Sprunger ist damit hinter Grégory Hofmann und Lino Martschini der drittbeste Schweizer Torschütze der Liga. Allerdings haftet Mister Gottéron in dieser Saison der Makel an, in der entscheidenden Phase der Saison völlig untergetaucht zu sein. In den letzten 14 Spielen erzielte der schussstarke Stürmer gerade noch ein Tor und hatte kaum noch Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft, die in der Offensive so abhängig ist von ihrem Captain.

Kalt

Michal Birner

Der kämpferische Tscheche war nie in erster Linie für das Skoren zuständig. 0 Tore und 3 Assists in 9 Spielen waren für einen ausländischen Stürmer dann aber doch gar wenig, zumal Birner zwar sehr oft auf dem Eis stand, aber kaum Einfluss auf das Spiel hatte. Nach seinem Abgang nach Tschechien – offiziell aus persönlichen Gründen – lief es für ihn deutlich besser. In der tschechischen Liga hat er für sein neues Team Bili Tygri Liberec in 30 Spielen 27 Punkte gesammelt – aber das nützt Gottéron natürlich auch nichts mehr …

Andrei Bykow

Vergangene Saison konnte der klein gewachsene Center erstmals in seiner Karriere sämtliche Qualifikationsspiele bestreiten, diesmal musste er aufgrund einer Gehirnerschütterung wieder für einige Partien pausieren. Trotzdem kam der spielintelligente Bykow auf 26 Skorerpunkte. Und dennoch sahen wir nicht den dominanten Center, der er etwa noch im Playoff-Final 2013 gewesen war. Weder gelang es ihm, Dreh- und Angelpunkt im Powerplay zu sein, noch machte er seine Mitspieler besser. Mehr als andere Stürmer musste sich Bykow dem offensiv strukturierten Spiel von Trainer French anpassen und verlor so ein Stück weit seine Kreativität. So gehört Bykow – obwohl er sich zuletzt ein wenig steigern konnte – zu den Enttäuschungen der Saison.

Philippe Furrer

Vom 33-jährigen Nationalspieler hatte man sich in Freiburg gleich zwei Dinge erhofft: Er sollte der grosse Patron der Defensive sein und das Powerplay stärker machen. Zumindest in seinem ersten Vertragsjahr ist Philippe Furrer beides nicht gelungen. Ein Grund dafür ist das Verletzungspech, das dazu führte, dass der Berner bloss die Hälfte der Qualifikationsspiele absolvieren konnte. Doch auch wenn er auf dem Eis stand, wirkte er nicht immer stilsicher, insbesondere im Spiel mit dem Puck. Und weder wusste Furrer das Powerplay besonders gut zu orchestrieren, noch konnte er mit seinem Schuss für Gefahr sorgen. Erstmals seit sechs Jahren beendet Furrer eine Qualifikation ohne Treffer.

Jacob Micflikier

Als Ersatz für den im Verlauf der Saison abgewanderten Michal Birner geholt, konnte der kanadische Stürmer die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Am stärksten war Micflikier eigentlich immer dann, wenn er nach einigen Spielen als Zuschauer aufs Eis zurückkehrte und dabei regelmässig gleich traf. So kam der flinke und aggressive Flügelstürmer zwar immerhin auf neun Tore, unentbehrlich war er aber gleichwohl nicht. Immer wieder gab es Partien, in welchen er völlig untertauchte und kein Faktor war. Ein Reisser, wie ihn Gottéron in vielen Momenten gebraucht hätte, ist Micflikier nicht. Das mag einer der Gründe dafür sein, dass Freiburg für den Kanadier der siebte Club in den letzten sechs Jahren ist.

Andrew Miller

Nach schwachem Start steigerte sich der Amerikaner vorübergehend und bildete mit Ju­lien Sprunger und Samuel Walser lange das gefährlichste Sturmtrio. In dieser Zeit bewies er unter anderem seine starke Spielübersicht und seine Spielintelligenz. Als es dann allerdings um die Wurst ging, verschwand Miller wieder von der Bildfläche. In seinen letzten elf Einsätzen schoss er kein einziges Tor und gab nur vier Assists. Insgesamt deutlich zu wenig für einen ausländischen Stürmer, dessen Aufgabe in erster Linie das Skoren ist, weil er als Leichtgewicht im physischen Bereich nicht viel zu bieten hat.

Killian Mottet

11 Tore, 20 Assists – die produktivste Saison seiner Karriere. Und dennoch gehört Killian Mottet ganz klar zu den Enttäuschungen der Saison. Endlich schien der talentierte Stürmer Konstanz gefunden zu haben. Nach einer sehr starken zweiten Hälfte in der letzten Saison knüpfte er zu Beginn dieser Saison nahtlos daran an, trat in jeder Partie dominant auf und skorte am Laufmeter. Der Lohn: Sein bis 2020 laufender Vertrag wurde im November frühzeitig bis 2023 verlängert. Seither hat Mottet, der an guten Tagen mit seiner Schnelligkeit, seinen Tricks und seiner Torgefahr ein Spiel im Alleingang entscheiden kann, überhaupt nichts mehr gezeigt. Schoss er in den ersten 18 Spielen noch 10 Tore, war es in den letzten 32 Partien noch gerade ein einziges. Seit November ist Mottet mehr oder weniger untergetaucht – und Sportchef Christian Dubé dürfte seine frühe Vertragsverlängerung jetzt schon bereuen.

Matthias Rossi

Trotz seinen acht Toren gehört Rossi zweifelsohne zu den Enttäuschungen in dieser Saison, nachdem er im ersten Jahr mit Gottéron noch fast doppelt so viele Treffer hatte erzielen können. Obwohl der grossgewachsene, kräftig gebaute Flügelstürmer in offensiv ausgerichteten Linien zum Zug kam, war sein Output letztlich zu gering. Dabei liess er speziell im Kampf an der Bande Durchsetzungsvermögen vermissen, obwohl er die physischen Voraussetzungen dafür mitbringt. Zuletzt wurde er deshalb öfter in die vierte Sturmformation zurückgestuft. Matthias Rossi muss in der kommenden Saison wieder der treffsichere, eiskalte Skorer sein, der erwartet wird, ansonsten dürfte eine Vertragsverlängerung auf der Kippe stehen.

Noah Schneeberger

Im weitesten Sinn hätte Noah Schneeberger den abgewanderten Yannick Rathgeb ersetzen sollen. Mit 0 Toren in 50 Spielen ist der Offensivverteidiger zumindest in dieser Hinsicht grandios gescheitert. Auch sonst hat Schneeberger trotz immerhin 11   Assists selten überzeugt. Im Angriff überrascht der technisch durchaus versierte Schneeberger manchmal zwar mit kleinen Kabinettstückchen im Dribbling, was am Ende allerdings fast immer brotlose Kunst bleibt. Und defensiv ist er immer wieder einmal für einen Bock im Spielaufbau oder einen Stellungsfehler gut.

Ralph Stalder

Nachdem Stalder in der vergangenen Saison mit 12 Skorerpunkten einen neuen persönlichen Rekord hatte aufstellen können, ist diesmal mit einem Tor und 4 Assists wieder «Normalität» eingekehrt. Doch daran wird Stalder auch nicht gemessen. Vielmehr wird vom Verteidiger im Spiel nach hinten eine fehlerfreie Leistung erwartet. In der Vergangenheit zumeist zuverlässig, konnte Stalder diese Vorgabe in dieser Saison nicht mehr Spiel für Spiel erfüllen. Zu oft leistete sich der stille Schaffer kleine Schnitzer, und auch im Boxplay vermochte er nicht zu überzeugen. Trotzdem wurde der Vertrag mit ihm um eine Saison verlängert, und Stalder muss sich wieder steigern, wenn er dieses Vertrauen rechtfertigen will.

Samuel Walser

Als Sportchef Christian Dubé Samuel Walser auf diese Saison hin verpflichtete, ging er davon aus, dass der in Davos strikt defensiv eingesetzte Center offensiv einen deutlichen Schritt nach vorne machen würde. Doch obwohl Walser so gut wie immer eine offensive Sturmreihe anführte, hat er in der National League noch nie so wenig Tore geschossen wie in dieser Saison mit Freiburg – nämlich nur gerade drei. Zwar bringt er Physis und defensive Disziplin in die Mannschaft und ist so durchaus ein Plus. Die erwünschte offensive Wirkung entwickelte er trotz 16  Assists aber keineswegs. Dazu sind seine Spielübersicht und sein Schuss schlicht zu bescheiden. Die klare Erkenntnis der Saison: Samuel Walser ist und bleibt ein Defensivcenter.

Eiskalt

Makai Holdener

Der Stürmer, der schon im Juniorenalter alles seiner Karriere unterordnete und in den Nachwuchsligen von Schweden, Kanada und den USA spielte, scheint schlicht nicht gut genug zu sein, um sich in der National League durchzusetzen. Wie in Biel und Genf wurde er im Verlauf der Saison zum dritten Mal von einem Team trotz weiterlaufendem Vertrag wegtransferiert. Zwar war Holdener in der Vorbereitung gar Topskorer Gottérons, als die Abwehrarbeit der Gegner seriöser wurde, war es aber mit seiner Herrlichkeit vorbei. Zu schmalbrüstig und letztlich auch zu wenig versiert mit dem Stock ist der 21-jährige Genfer. Selbst in der zweiten schwedischen Liga reisst Holdener nicht viel. In 23 Spielen für IK Pantern hat er 5 Punkte geholt.

Sandro Forrer

Ein ehemaliger Junioren-WM-Teilnehmer und ganz ordentlicher Stocktechniker. Im Männereishockey ist Sandro Forrer jedoch nie richtig angekommen. Zwar kann er in der offensiven Zone selbst in der Na­tio­nal League durchaus ab und zu Gefahr kreieren, immerhin hat er für Gottéron ein Tor geschossen und eines sehenswert vorbereitet – obwohl er für Freiburg insgesamt gerade einmal 24 Minuten auf dem Eis stand. Allerdings kurvt der klein gewachsene Stürmer auf dem Eis herum wie ein Junior, schien im Defensivspiel irgendwie zu sorglos zu sein und wirkte wie ein Fremdkörper, der ausserhalb des Systems agiert.