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Eisige Impressionen in Blau und Gold

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Eisige Impressionen in Blau und Gold

Autor: Carole Schneuwly

Eine Fotoausstellung zum Thema Eis? Wer denkt, dass es da nicht viel mehr zu sehen gibt als Landschaften in Weiss und Grau, dem beweist der Tentlinger Markus Peissard das Gegenteil. Seine fotografischen «Eisfantasien» leuchten in Blau und Gold, harmonieren in Braun- und Beigetönen und reichen bis zu düsteren Stimmungen in Violett und Schwarz.

Die ganze Bandbreite von Peissards Eisbildern ist jetzt im Schloss Greyerz zu entdecken. Die Präsentation der gut 60 Fotografien lässt die Besucherinnen und Besucher in den beiden Ausstellungssälen tief in die Welt des Fotografen eintauchen. Da steht eine Wand in kühlen Blautönen einer anderen in warmem Gold gegenüber, da erscheinen Luftbläschen im Eis wie Sterne im Universum und fremdartige Formen wie Mikroorganismen unter dem Mikroskop, und da wirken Farb- und Strukturkompositionen wie abstrakte Gemälde.

Keine Nachbearbeitung

All diese Motive hat Markus Peissard im Plasselbschlund aufgenommen, entlang der Ärgera und ihrer Zuflüsse. Die Fotos, die im Schloss Greyerz zu sehen sind, sind zwischen 2008 und 2011 entstanden. Alles, was darauf zu sehen sei, entspreche eins zu eins dem Original in der Natur, betont der Fotograf. «Das Flyschgestein trägt all diese Farben und Formen in sich. Ich verzichte auf jede Art der Nachbearbeitung, schärfe höchstens einmal die Kontraste, um die Leuchtkraft der Farben hervorzuheben.»

Markus Peissard schätzt es, für seine Fotografie in der Natur unterwegs zu sein – immer allein, wie er erzählt: «Nur so kann ich alles in mich aufnehmen.» In seinen Bildern stecke viel Persönliches. «Die Eisfotografien haben eine sehr emotionale Seite, die es mir ermöglicht, meine Gefühle auszudrücken.» So ist im Schloss eine Serie von düster anmutenden Bildern zu sehen, die an HR Giger erinnern – sinnigerweise an einer Wand, die in Richtung des benachbarten Giger-Museums liegt. «Hier zeige ich meine dunkle Seite», sagt Peissard.

Gleich daneben ist ein Foto zu sehen, das der 59-Jährige als «Selbstporträt» bezeichnet: Es zeigt eine geisterhafte, weisse Figur, die durch eine mysteriöse braun-grau gesprenkelte Welt zu schweben scheint. «Solche Bilder berühren mich sehr», sagt Peissard. «Sie geben mir das Gefühl, zu leben.»

Vergängliche Schönheit

Noch aus einem anderen Grund fasziniert den ehemaligen Sekundarlehrer die Naturfotografie und vor allem die Arbeit mit dem Eis: «Ich mag das Vergängliche daran – dass ein Motiv manchmal nur ein paar Minuten, nachdem ich meine Aufnahme gemacht habe, für immer verschwunden ist.» Um diese flüchtigen Momente einzufangen, verbringt Peissard unzählige Stunden im Plasselbschlund, manchmal auf allen Vieren, immer auf der Suche nach einem neuen Gemälde, das die Natur für ihn geschaffen hat. Inzwischen weiss er genau, bei welchen Wetterverhältnissen welche Motive zu finden sind und zu welcher Stunde an welchem Ort das Licht am besten ist.

Zusätzlich zu diesem Wissen hat sich Peissard, der hauptberuflich seit 20 Jahren beim Bundesamt für Migration arbeitet, über die Jahre fundierte Kenntnisse in der Fototechnik angeeignet, unter anderem beim Fotoklub Freiburg. Raoul Blanchard, Konservator des Schlosses Greyerz, bezeichnet ihn als «Amateur mit höchst professioneller Arbeitsweise».

Wie Peissard für seine Eisbilder arbeitet, können die Besucherinnen und Besucher des Schlosses übrigens in einem von ihm selbst erstellten Diaporama miterleben, in dem er vom «Ort seiner Träume» erzählt: dem Plasselbschlund, zu dem er immer wieder zurückkehren werde.

Schloss Greyerz. Bis zum 29. April. Täglich 10 bis 16.30 Uhr, ab April 9 bis 18 Uhr. Weitere Infos: www.schloss-greyerz.ch.

Markus Peissard: «Diese Bilder geben mir das Gefühl, zu leben.»Bild Aldo Ellena

Interview:«Die Ausstellung bedeutet mir viel»

Seit zehn Jahren befasst sich Markus Peissard intensiv mit der Fotografie. Die Ausstellung im Schloss Greyerz ist seine erste in dieser Grössenordnung; bisher hat er seine Bilder in drei kleinen, lokalen Ausstellungen gezeigt.

Markus Peissard, was bedeutet Ihnen die Ausstellung im Schloss Greyerz?

Sehr viel! Es hat mich berührt, dass Konservator Raoul Blanchard einem Amateurfotografen wie mir diese Gelegenheit gibt. Allein, dass ich ihn mit meinen Bildern überzeugen konnte, bedeutet mir viel – und natürlich auch, dass ich die Fotos jetzt so vielen Leuten zeigen kann.

Vor drei Jahren hat mit Michel Roggo ein anderer Freiburger Naturfotograf im Schloss Greyerz ausgestellt. Sie bezeichnen ihn als eines Ihrer Vorbilder. Warum?

Ich bewundere ihn als Fotografen und als Menschen mit einer tiefen Naturverbundenheit. Seine Art, sich der Natur zu nähern, respektiere ich sehr.

Die Naturfotografie macht den grössten Teil Ihres fotografischen Schaffens aus. Welche Sujets interessieren Sie nebst dem Eis?

Ähnlich wie bei den Eisfotografien suche ich auch in Stein und Fels und im Schnee nach abstrakten Sujets. Ein ähnliches Projekt wie mit dem Eis würde ich gerne mit den Steinen und Felsen machen. Die klassische Landschaftsfotografie interessiert mich auch, ich befasse mich aber weniger damit. cs

Markus Peissards Eisfantasien reichen von kühl bis warm, von poetisch bis düster – und manchmal entsteht ein geisterhaftes «Selbstporträt» (Mitte).Bilder Markus Peissard

LegendeBild ???

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