Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Eiskalte Dusche im Forum Freiburg

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Matthias Fasel

«Es kann nicht immer nur an mir sein, zu gewinnen», hatte Roger Federer (ATP 3) im Vorfeld der Davis-Cup-Partie gegen die USA in Freiburg gesagt. Am ersten Tag der Erstrundenpartie gegen die USA hat sich gestern in Freiburg gezeigt, dass für die Tennisschweiz guter Rat immer noch teuer ist, wenn Federer seine Spiele nicht gewinnt. Weil Federer gestern nach zuvor 15 Davis-Cup-Einzelsiegen in Folge John Isner (ATP 17) unterlag, steht die Schweiz vor dem heutigen Doppel mit dem Rücken zur Wand.

Federer mit Leistung zufrieden

«Das Problem war nicht, wie ich gespielt habe. Ich bin insgesamt ganz zufrieden, habe viele Winner geschlagen, wenige Fehler gemacht und meine Aufschlagsspiele meist locker durchgebracht. Das Problem war, dass ich die entscheidenden Punkte nicht gemacht habe», bilanzierte Federer nach dem Spiel.

Er dachte dabei beispielsweise an den dritten Satz, in dem er insgesamt fünf Breakbälle nicht nutzte und dann im Tie-Break verlor. Oder an den vierten Durchgang, als er beim Stand von 2:2 und 0:40 drei Breakbälle in Folge vergab – und anschliessend gleich selbst gebreakt wurde. «Aber John hat einfach auch hervorragend gespielt. Sein Service ist immer aussergewöhnlich, heute war er aber noch besser als üblich.» So wehrte Isner die drei besagten Breakbälle auf dem überraschend schnellen und viele Platzfehler produzierenden Sandbelag beispielsweise mit zwei Assen und einem Servicewinner ab. Zudem zeigte Isner, der den Sieg als grössten Erfolg seiner Karriere bezeichnete, dass er sich von der Grundlinie und im Returnspiel gesteigert hat. Den Match beendete der 206-Zentimeter-Hüne gegen den verdutzten Federer mit drei Return- Winnern.

Erste Fans um 5.30 Uhr vor dem Forum

Zum Auftakt hatte Stanislas Wawrinka (ATP 28) in der Startpartie es knapp verpasst, die Schweiz in Führung zu bringen. Nicht zum ersten Mal in seiner Karriere fehlte es dem Waadtländer an Konstanz. So unterlag er nach 4:26 Stunde in einer Nervenschlacht Mardy Fish (WTA 8), der zwar variabel spielte und mit Service und Vorhand immer für einen Winner gut war, insgesamt aber nicht kaschieren konnte, dass Sand nicht seine bevorzugte Unterlage ist. Der Amerikaner wertete seinen Sieg deshalb als Exploit. «Sand ist Wawrinkas beste Unterlage, und er konnte auch noch vor eigenem Publikum spielen.»

Wawrinka war mit seiner Leistung unzufrieden. «Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt. Es war schwierig, Fish ist ein Spieler, der einem keinen Rhythmus gibt. Er variiert sehr gut und hält die Punkte oft kurz.»

Immerhin zeigte Wawrinka Kämpferherz. Im fünften Satz war er eigentlich klar unterlegen, hatte stets Mühe, seine Aufschlagsspiele durchzubringen, biss sich aber immer wieder in die Partie, wehrte beim Stand von 4:5 bei Aufschlag Fish gar einen Matchball ab und schaffte das Re-Break. «Das Publikum hat mich im Spiel gehalten», sagte der Waadtländer, der bei 7:7 dann jedoch mit vier unerzwungenen Fehlern seinen Service erneut abgab. Es war irgendwie symptomatisch für sein Spiel und sollte die Entscheidung sein. Lob für das Freiburger Publikum gab es übrigens auch von Fish. «Es ist wohl das fairste Publikum, das ich in einem Auswärtsspiel je gesehen habe. Die Fans waren zwar sehr laut und haben ihr Team unterstützt, aber es gab keine Zwischenrufe oder sonstige unfaire Aktionen.»

Einige der 7850 Fans – die Zahl der Zuschauer konnte im letzten Moment dank baulicher Massnahmen noch erhöht werden – hatten sich ihre Tickets übrigens hart verdient. Für die 100 Resttickets, die gestern ab elf Uhr an der Tageskasse verkauft wurden, standen die ersten Tennisfans bereits um 5.30 Uhr Schlange…

Verlieren verboten

Damit sich die Fans am Sonntag nicht Partien ohne sportlichen Wert anschauen müssen, dürfen Federer und Wawrinka das heutige Doppel nicht verlieren. Die Ausgangslage für dieses Spiel ist völlig offen – ein Favorit ist nicht auszumachen. Noch ist nicht einmal klar, wer für die USA auflaufen wird. Offiziell ist Ryan Harrison als Doppelpartner der Nummer eins der Doppel-Weltrangliste, Mike Bryan, nominiert. «Doch ich denke eher, dass Fish oder Isner an der Seite von Bryan spielen wird», mutmasste Wawrinka gestern. Spannend wird auf jeden Fall zu beobachten sein, wie Mike Bryan mit seinem Partner harmonieren wird. Denn in den letzten zehn Jahren hat er nur ein einziges Mal nicht an der Seite seines eineiigen Zwillingsbruders Bob Bryan gespielt, der nicht nach Freiburg gereist ist, weil er kürzlich Vater geworden ist.

Alles muss zusammenpassen

Will die Schweiz den Viertelfinal erreichen, müssten Federer und Wawrinka nicht nur das Doppel, sondern am Sonntag auch die zwei verbleibenden Einzel gewinnen. Aus Schweizer Sicht sollte das erste Einzel des Tages nicht für allzu viele Sorgenfalten sorgen. Roger Federer hat gegen Mardy Fish eine 5:1-Bilanz und wäre in dieser Partie sicher favorisiert. Schwieriger dürfte die Aufgabe für die Schweizer im möglicherweise entscheidenden Match zwischen Wawrinka und Isner werden. Die beiden letzten Direktduelle hat der Aufschlagshüne für sich entschieden. Kommt hinzu, dass er in der Form seines Lebens zu sein scheint. Eines ist klar: Will die Schweiz noch gewinnen, muss heute und morgen alles passen…

Roger Federer wirkte angesichts der geballten Service-Power von John Isner ziemlich ratlos.Bild Keystone

Telegramm

Schweiz – USA 0:2

Forum Freiburg (Sand/Halle).

1. Spiel:

Stanislas Wawrinka u. Mardy Fish 2:6, 6:4, 6:4, 1:6, 7:9.

2. Spiel:

Roger Federer u. John Isner 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 2:6

Die nächsten Spiele:

Samstag, 14.30 Uhr: Federer/Wawrinka – Mike Bryan/Ryan Harrison (die Doppelnominationen können kurzfristig geändert werden).

Sonntag, 12.00 Uhr: Federer – Fish, gefolgt von Wawrinka – Isner.

Mehr zum Thema