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Elektronen umschwirren dich

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Aufführung von «Kopenhagen» in der Aula der Universität

«Niemand versteht meine Reise nach Kopenhagen.» In seinem Stück «Kopenhagen» stellt Michael Frayn das reale Treffen der beiden berühmten Atomphysiker Werner Heisenberg und Niels Bohr während des 2. Weltkriegs in den Mittelpunkt. Er lässt das Stück zum Krimi werden, indem immer wieder eine Frage gestellt wird: Was geschah 1941 in Kopenhagen zwischen dem Halbjuden Bohr und seinem ehemaligen deutschen Meisterschüler Heisenberg?

Spannende Physik

«Uncertainty» ist die englische Übersetzung der wichtigsten Entdeckung Heisenbergs, der Unschärfe- und Unbestimmtheitsrelation. Sie besagt, dass es unmöglich ist, den Ort und die Bewegung eines atomaren Teilchens gleichzeitig genau zu messen. Die Quantenmechanik muss sich daher mit Wahrscheinlichkeitsaussagen zufrieden geben. Und genau das tut Frayn auch. In einer Art «Traumzeit» spielt er einige der unzähligen Spekulationen des nirgends aufgezeichneten Gesprächs virtuos und auf spannende Weise durch. Dabei lässt er sich auch auf die anspruchsvolle physikalische Terminologie ein. Die Frau von Niels Bohr sorgt jedoch stellvertretend für alle gewöhnlichen Sterblichen dafür, dass sich die Herren gemeinverständlich ausdrücken.

Aktuelle Thematik

Die Thematik von «Kopenhagen» könnte nicht aktueller sein. Vor kurzem drängten Indien und Pakistan in den Klub der Atommächte, die USA haben eben erst den Atomtestsperrvertrag abgelehnt und in Deutschland wird intensiv über die friedliche Nutzung der Kernenergie diskutiert. Doch dies macht nicht allein die Brisanz des Stücks aus. «Dies ist ein Stück für Leute, die bereit sind, intensiv über sich und die anderen auf dieser Welt nachzudenken», so schrieb die Sunday Times nach der Uraufführung im Jahre 1998. Die Frage nach der Natur menschlicher Beziehungen und dem Preis des Überlebens, eine ebenso alte wie neue Problematik, bildet wohl den zentralen Kern des besinnlichen Stücks. Die Geschichte an sich ist nur Hülle.

Originelle Inszenierung

Regisseur Fred Berndt ist es gelungen, die interessante Spekulation von Michael Frayn in geistreicher Weise wie ein physikalisches Experiment zu inszenieren. Die Bühne deutete ein Atom an: Im Hintergrund, der «Hülle», leuchteten immer wieder an Elektronen erinnernde Lämpchen auf und im Zentrum, dem «Atomkern», spielte sich auf einer futuristischen Plattform die zentrale Handlung des Stücks ab. Zwischen den verschiedenen Spekulationen leuchteten auf einer Leinwand Bilder von der zerstörerischen Kraft der Atombombe auf, welche den Zuschauer jeweils wieder aus mathematisch-physikalischen Höhen auf reale Tiefen zu holen vermochte und besinnlich stimmte. Ansonsten behinderte nichts Überflüssiges das Mitdenken.

Jene Besucher, welche den eher anspruchsvollen, jedoch sehr geistreichen, teilweise auch amüsanten Gesprächen folgen konnten, verliessen die Aula äusserst begeistert. Gefallen hat auch die authentisch wirkende Interpretation der drei Protagonisten. Sie liessen die Spekulationen Frayns glaubwürdig erscheinen und unterstützten die gelungene Inszenierung des Regisseurs.

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