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«Elf Kämpfer müssen wir sein»

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«Das war die schlechteste Leistung, die das Team je gezeigt hat, seit ich in Düdingen Trainer bin», ärgerte sich Martin Lengen nach der 1:3-Niederlage gegen Echallens. «Einigen Spielern fehlt die richtige Einstellung. Sie halten sich für Stars und spielen lieber für ihr Ego als für das Team», liess der Trainer am Samstag seinem Unmut freien Lauf. Die Niederlage gegen die Waadtländer blieb für den SC Düdingen nicht ohne Folgen. In der Tabelle rutschte er auf den zehnten Platz ab, sein Vorsprung auf den Strich ist auf zwei Punkte geschrumpft. Langsam aber sicher wird die Situation für das Birchhölzli-Team ungemütlich.

Grosses Wagnis

Dass es keine einfache Meisterschaft werden würde, dessen war man sich beim SC Düdingen schon vor Saisonbeginn bewusst. Zehn Abgänge und neun Neuzugänge haben im Sommer das Teamgefüge stark verändert. Die Abgänge hat der Verein fast ausschliesslich mit sehr jungen Spielern ersetzt. Es war ein bewusster und lobenswerter Entscheid des Vereins, auf den Nachwuchs zu setzen und Junge aus der Region in die Mannschaft zu integrieren. Es ist zugleich aber auch ein gewisses Wagnis, mit neun Spielern anzutreten, die erst 20 oder weniger Jahre alt sind. Der SCD ist das Wagnis eingegangen, was sich nun rächt. «Wir waren uns bewusst, dass der Schritt von den Junioren A in die 1. Liga ein grosser ist. Er ist allerdings noch grösser, als wir gedacht haben», sagt Martin Lengen selbstkritisch. «Die Jungen brauchen noch mehr Zeit, um ihre Erfahrungen und Lehren zu machen. Wenn man allerdings so wenig Punkte auf dem Konto hat, wie wir momentan, ist es schwierig, den Jungen Zeit zu geben.»

Der SC Düdingen hat sich in den letzten Jahren zu einem Top-Team der 1. Liga entwickelt. Daran wird er gemessen, die Erfolge der vergangenen Saisons sind die Bürde, die der SCD in dieser Saison zu tragen hat. «Die Leute sehen die Resultate der Vorjahre, unser neues Stadion, die Punkte», bedauert Lengen. «Es interessiert nicht alle, wer auf dem Platz steht. Dass bei uns regelmässig junge Spieler zum Einsatz kommen, wird leider nicht von allen gleich wahrgenommen.»

Die beiden Siege gegen La Chaux-de-Fonds (2:0) und Terre Sainte (1:0) zum Saisonauftakt haben die Erwartungshaltung im Umfeld des Vereins zusätzlich erhöht. Angesichts der momentan fehlenden Erfolge werden die Zuschauer zunehmend ungeduldiger. Dennoch will der SC Düdingen seinen eingeschlagenen Weg weitergehen und auch künftig die jungen Spieler einsetzen. Als Freikarte will der Trainer dies jedoch nicht verstanden haben. Lengen nimmt auch seine Youngsters in die Pflicht: «Wir öffnen den Jungen die Türe zur 1. Liga, es liegt aber an ihnen, diese Chance zu packen und einzutreten.»

«Brauchen keine Schönwetterfussballer»

Die mangelnde Erfahrung ist allerdings nicht nur ein Problem der jungen Garde, sondern der ganzen Mannschaft. Dem SCD fehlen mindestens zwei Spieler mit überdurchschnittlicher Routine und aussergewöhnlicher spielerischer Qualität. Das Team hat zweifellos Potenzial, einen Knipser wie es zuletzt Ermin Gigic oder Abdoulaye Koné waren, oder einen Spieler, der im Alleingang für die Differenz sorgen könnte, sucht man beim SCD aber vergeblich.

Diese Aufgaben sollten eigentlich Qendrim Makshana und Adjei Luther-King übernehmen, deswegen hat sie der SCD im Sommer engagiert. Doch die beiden konnten die Erwartungen bisher nicht erfüllen. Die Vorwürfe von wegen mangelnden Einsatzes, die Martin Lengen nach der Niederlage in Echallens an sein Team gerichtet hatte, bezogen sich insbesondere auf Luther-King und Makshana, auch wenn der Trainer keine Namen nennen wollte. Ersterer musste nach einer Halbzeit bereits vom Platz, zweiter durfte zwar durchspielen–mangels Alternativen–bis auf sein Tor kurz vor der Pause trat Makshana allerdings kaum in Erscheinung. «Alle betroffenen Spieler habe ich mir am Montag zur Brust genommen und mit ihnen Klartext gesprochen», sagt Lengen. Dennoch kündigt der Coach Konsequenzen für das morgige Heimspiel gegen Martigny (17 Uhr, Birchhölzli) an. «Ich brauche elf Spieler, die marschieren und sich für das Team zerreissen. Elf Kämpfer müssen wir sein, keine Schönwetterfussballer. Bei einigen fehlt es allerdings nicht nur am Wille, sondern auch an der Qualität.»

Lengens Optimismus

Einsatz und Kampf–mit diesen Tugenden will der SC Düdingen das Glück auf seine Seite zwingen und zurück auf die Siegerstrasse finden. Martin Lengen ist zuversichtlich, dass sich seine Mannschaft auffangen wird. «Wir haben einige sehr gute Leistungen gegen die Topteams gezeigt und bewiesen, dass wir mit den Besten mithalten können. Nur haben uns oftmals Eigenfehler um den Sieg gebracht. Das müssen wir abstellen.»

In den verbleibenden vier Spielrunden vor der Winterpause geht es für die Sensler darum, noch möglichst viele Punkte zu sammeln. Dass man in den nächsten beiden Runden gegen Martigny (zu Hause) und Lancy (auswärts)–zwei schlechter klassierte Mannschaften–antritt, erhöht zwar die Siegeschancen der Sensler, erhöht gleichzeitig aber auch den Druck. Verlieren ist für den SCD in diesen Partien absolut verboten. «Wer mit Druck nicht umgehen kann, ist hier fehl am Platz», sagt Lengen. «Der wird noch mehr zunehmen, wenn wir so weitermachen wie bisher.» Als letzte Gegner vor der Pause empfangen die Düdingern dann noch Yverdon und La Chaux-de-Fonds–zwei grosskalibrige Teams. «Zu Weihnachten werden wir Bilanz ziehen und uns Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Es ist sehr gut möglich, dass man im Frühling einige neue Gesichter in der Mannschaft sehen wird», sagt Martin Lengen.

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