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Eltern fordern flexiblere Angebote

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Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten sind auf flexible Betreuungsangebote für ihre Kinder angewiesen. Das ausserfamiliäre Betreuungsangebot in Murten kann diesen Bedarf nicht vollständig decken. Dies zeigt eine Bedarfserhebung der Gemeinde. Institutionen wie Kitas und Horte haben fixe Öffnungszeiten, meist von 7 Uhr bis 18.30 Uhr. Und die Eltern müssen ihre Kinder aktuell fix für Halbtage oder Tage anmelden und können nicht kurzfristig einzelne Tage wechseln. Tagesfamilien hingegen sind oft flexibler und können die Kinder morgens zum Beispiel bereits ab 6 Uhr oder abends bis 22 Uhr betreuen. In Murten gibt es laut der Umfrage jedoch nicht genug Tagesfamilien, um diesen Bedarf zu decken. Die Anzahl Tagesfamilien in Murten ist sogar rückläufig.

Ein Phänomen

«Wir sind intensiv auf der Suche nach Tagesfamilien in Murten», sagt Susanne Aebischer, Präsidentin des Tagesfamilienvereins des Seebezirks Kibelac. «Es ist ein Phänomen, das wir in Murten und Kerzers beobachten, in anderen Gemeinden im Seebezirk sieht die Lage komplett anders aus.» Weshalb es in Murten und auch in Kerzers so schwierig ist, Tagesfamilien zu finden, kann Aebischer nicht sagen: «Wir können nur spekulieren. Was die genauen Gründe dafür sind, wissen wir nicht.»

Ein neues Modell

Eine mögliche Lösung des Betreuungs-Problems in Murten sieht Aebischer jedoch in einem Modell, das bereits in Misery-Courtion Schule macht. «Es ist ein Mix aus Tagesstruktur und Tagesfamilie.» Der springende Punkt dabei: Das Hilfspersonal der Tagesstruktur ist gleichzeitig als Tagesmutter oder -vater tätig. So kann ein Kind zum Beispiel die Zeit vor der Schule, wenn die Tagesstruktur geschlossen ist, bei der Tagesfamilie verbringen, und trifft dieselbe Betreuungsperson am Mittagstisch der Tagesstruktur wieder.

«Für die Kinder ist der Vorteil dieses Modells, dass die Bezugspersonen nicht ständig wechseln», erklärte Aebischer. «Und für die Tagesfamilien bietet die Anstellung bei der Tagesstruktur ein zusätzliches Einkommen.» Das Modell von Misery-Courtion sei eine Lösung, die der Verein Kibelac für Murten in Betracht zieht und diskutieren wird.

Eine Frage des Geldes

Edith Felser, Betriebsleiterin der Kita Schildli in Murten, sieht die Lösung ebenfalls in der Nutzung von Synergien: «Wir müssen unbedingt zusammenarbeiten, mit Tagesfamilien oder auch mit Spielgruppen.» Gespräche in diese Richtung seien bereits in Gang. Denn für eine Kita oder einen Hort sei ein flexibles Angebot finanziell schlicht nicht tragbar, betont Felser. «Wir müssen uns selber finanzieren und erhalten keine Subventionen.» Nur die Eltern würden je nach Einkommenssituation unterstützt. «Es ist für uns finanziell nicht möglich, das Personal bereitzustellen und es darauf ankommen zu lassen, wie viele Kinder tatsächlich an dem Tag kommen», hält Felser fest.

Auch eine Möglichkeit für eine flexiblere Betreuung sieht die Betriebsleiterin im Einbezug des Arbeitgebers: «Ich kenne Fälle, in denen zum Beispiel Spitäler fix zwei Tage bezahlen.» Ob die Angestellten des betreffenden Spitals mit ihren unregelmässigen Arbeitszeiten ihre Kinder an diesen Tagen dann schlussendlich in den Hort bringen oder nicht, spielt für den Kinderbetreuungs-Betrieb so keine Rolle: «Die Plätze sind finanziell gedeckt und damit auch die Löhne des Hort-Personals gesichert.»

Das liebe Geld ist auch bei den Eltern Thema, wie die Umfrage zeigt: Die Betreuungskosten werden von einigen Haushalten als zu hoch eingestuft. «Die Betreuung in einer Kita würde etwa so viel kosten, wie der eine Elternteil bei Berufstätigkeit verdienen würde», ist in einem der Fragebogen festgehalten.

«Wir werden versuchen, die Referenzskala anzupassen und prüfen auch andere Finanzmodelle», sagt die Murtner Gemeinderätin Petra Schlüchter dazu. «Wir sind in Diskussionen.» Zudem suche die Gemeinde aktuell nach Lösungen, um für Eltern flexiblere Betreuungsangebote bereitstellen zu können.

Zahlen und Fakten

Rücklauf beträgt über 62 Prozent

Die Bedarfserhebung der Gemeinde Murten für ausserfamiliäre Kinderbetreuung findet alle vier Jahre statt. Von 584 angeschriebenen Haushalten mit Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren haben dieses Jahr 363 Haushalte an der Befragung teilgenommen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 62,15 Prozent. Die Resultate bilden für die Gemeinde eine Grundlage für die weitere Planung der Kinderbetreuung in Horten, Kitas und Tagesfamilien. So sind entsprechend der Bedarfserhebung von 2012 neue Betreuungsplätze entstanden. Die aktuelle Befragung zeigt nun, dass das erweiterte Angebot rege genutzt wird, aber flexiblere Angebote gefragt und die Kosten für einen Teil der Eltern zu hoch sind, und sich eine Erwerbstätigkeit damit nicht auszahlt.

emu

 

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