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«Eltern sollen sich nicht einmischen»

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«Eltern sollen sich nicht einmischen»

Autor: Irmgard Lehmann

Die wissenschaftliche Untersuchung an der PH Freiburg wurde vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Unter die Lupe genommen wurden die Hausaufgaben im Französischunterricht von Achtklässlern. Daten von ca. 2000 Schülerinnen und Schülern der Kantone Freiburg, Wallis und Luzern gingen in die Untersuchungen ein. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die Hausaufgabenpraxis verändert werden könnte. Alois Niggli freut es, dass die Erkenntnisse der Forschung der Praxis zugute kommen.

Alois Niggli, was will man mit der Broschüre erreichen?

Die Broschüre fasst wichtige Erkenntnisse der Unterrichtsforschung zusammen und macht sie Lehrerinnen und Lehrern für den Unterricht zugänglich.

Der Kanton kann sich bei seinen Empfehlungen auf den aktuellen Stand der Forschung abstützen. An der Pädagogischen Hochschule versuchen wir trotz äusserst beschränkten Mitteln Forschung zu betreiben, die der Praxis Nutzen bringt.

Welches sind die wesentlichen Erkenntnisse der Untersuchung?

Unabhängig von ihrem Lernpotenzial und von den Schulnoten profitieren Schülerinnen und Schüler am meisten, die sich bei den Hausaufgaben anstrengen.

Doch diesen Befund gilt es richtig zu lesen, nämlich mit Betonung auf engagiert und sorgfältig.

Die blosse Zeit, die Schüler für die Hausaufgaben verwenden, spielt nicht nur keine Rolle, sie ist sogar negativ mit dem Lernerfolg verbunden.

Wer lange über den Hausaufgaben brütet, erreicht nicht bessere, sondern schlechtere Leistungen.

Lehrer, die sehr umfangreiche Hausaufgaben geben, erreichen in ihren Klassen in der Regel eher schlechtere Leistungen als diejenigen, die in einem bestimmten Fach regelmässig Hausaufgaben geben, aber darauf achten, dass sie nicht zu aufwendig sind.

Ferner ist die Art der Hausaufgaben bedeutsam. Wenn es ausschliesslich um Fertig-Machen, Üben und Repetieren geht, dann haben Hausaufgaben keine Wirkung. Hausaufgaben werden besser erledigt, wenn die Schüler sie als interessant und nützlich empfinden.

Ferner scheint der Lerneffekt in unteren Klassen eher gering zu sein. Vielfach hat man gar keine Wirkungen feststellen können.

Welche Rolle spielen die Eltern?

Eltern sollten Hilfe bieten, wenn das Kind dies wünscht; aber sie sollten sich nicht einmischen. Unerwünschte Einmischung schwächt die Motivation und das Selbstvertrauen – und damit die Leistung. Eltern sollten sich für die Schule interessieren, sie sind aber keine Hilfslehrer.

Eltern mischen sich vor allem dann ungefragt ein, wenn Schüler schlechte Leistungen zeigen. Das ist verständlich, hat aber einen gegenteiligen Effekt. Die Einmischung führt nicht zu besseren, sondern zu schlechteren Leistungen. Vor allem mit zunehmendem Alter der Kinder wird dieser Zusammenhang immer deutlicher.

Gleiche Hausaufgaben für alle – ist das noch vertretbar?

Früher galt: Zehn Minuten Hausaufgaben pro Tag und Schuljahr. Solche Regeln kommen aber eher aus der allgemeinen Hilflosigkeit. Während der beste Schüler vielleicht fünf Minuten für die zehn Minuten Aufgaben benötigt, sitzt der langsamste dreimal zehn Minuten daran. Man müsste also eigentlich den guten Schülern mehr Hausaufgaben geben als den schwächeren. Aber das ist auch wieder falsch. Gerade die Schwächeren müssen ja mehr lernen.

Man sieht daraus, dass diese Forderung nicht ganz einfach zu erfüllen ist, denn der organisatorische Aufwand muss sich ja auch für die Lehrpersonen in akzeptablen Grenzen halten. Dennoch haben wir in der Broschüre einige Tipps aufgelistet, wie man eine gewisse Differenzierung erreichen kann. Beispielsweise sollten sich Lehrpersonen eher an den lernschwächeren Schülerinnen und Schülern orientieren. Auch sollten nicht alle Schüler gleich viele Aufgaben lösen müssen.

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