Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Emilia Galotti» in Alt und Neu

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Bei vielen Schülern machen sich Deutschlehrer nicht gerade beliebt, wenn sie im Unterricht Klassiker wie Lessings «Emilia Galotti» lesen lassen. Doch es gibt Jugendliche, die diese Art von Literatur mögen, die alte Sprache lieben und sich gerne mit den Stoffen auseinandersetzen. Das gilt auch für die Mitglieder der deutschsprachigen Theatergruppe der Fachmittelschule Freiburg, die diese Woche eben jene «Emilia Galotti» auf die Bühne bringt.

Tatsächlich waren es die Schülerinnen – mit einer Ausnahme alles Frauen – selbst, die sich für die diesjährige Produktion eine klassische Tragödie wünschten. «Emilia Galotti» habe sich angeboten, erklärt Deutschlehrer und Theaterleiter Christoph Mayer: Das Stück eigne sich gut, weil sich die Geschichte und die Figuren auf unterschiedliche Weise interpretieren liessen und viele Ansatzpunkte böten. «Wir haben über das Stück gesprochen und viel Charakterarbeit gemacht, um zu verstehen, warum die Figuren handeln, wie sie handeln.»

Original und Modernisierung

Eine Besonderheit der Inszenierung ist, dass das Ensemble in zwei Gruppen aufgeteilt ist, von denen die eine Lessings Original spielt, die andere eine selbst geschriebene Modernisierung in Dialekt. Die Originalversion spielen fünf Schülerinnen der zweiten und dritten Klasse, die Mundartfassung fünf Schülerinnen und ein Schüler der ersten Klasse. So wie die Stückwahl ein Wunsch der Älteren war, so war die Neuinterpretation ein Anliegen der Jüngeren. Er sei gerne darauf eingegangen, sagt Christoph Mayer. «So lernen die Jugendlichen, wie viele Facetten das Theater haben kann, und es motiviert sie, wenn sie mitentscheiden dürfen.»

«Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, war ich irritiert», erzählt die 17-jährige Lea Boschung aus Plaffeien. «Es brauchte Zeit, um den Text zu verstehen.» Inzwischen haben auch die Erstklässler den Zugang zum Stück gefunden, wie sich in ihrer modernen Version zeigt: In ihrer eigenen Sprache erzählen sie vom Überfall auf den Grafen Appiani, vom Streit zwischen Marinelli und dem Prinzen oder von Emilias tragischem Ende. Die Szenen, die sie auf Dialekt umsetzen wollten, durften die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler selber auswählen. «Wir haben mehrere Szenen umgeschrieben und dann die besten gewählt», erklärt die 16-jährige Eline Furrer aus Jeuss.

Als Gegensatz zu den modernisierten Szenen spielen die älteren Schülerinnen die klassische Version sehr nahe am Original. «Ich mag diese alte Sprache sehr», sagt Fabienne Eckstein, die den Marinelli spielt. Die 19-jährige Kerzerserin liest gerne klassische Literatur und kannte das Stück schon vorher. Ihre Kollegin Geraldine Bapst aus Düdingen hingegen lernte das Stück erst jetzt kennen. «Ich fand es gar nicht so schwer», sagt die 19-Jährige. «Solche Texte zu lesen und zu lernen, erweitert die eigene Sprache.»

«Frauen sind mutiger»

Eine besondere Note erhält die Inszenierung dadurch, dass sich bei den älteren Jahrgängen nur Frauen für das Theater eingeschrieben haben. Es handelt sich also um eine All-female-Produktion, bei der auch die männlichen Rollen weiblich besetzt sind. Das sei kein Problem, sagt Regisseur Christoph Mayer. «Wichtig ist, dass die Schauspielerinnen die Gefühle ihrer Figuren auf die Bühne bringen, dann sind sie glaubwürdig.» Interessant sei, dass die gesellschaftskritischen Aspekte sogar besser erkennbar seien: «Die Unterschiede sind stärker sichtbar, wenn alle Ausführenden das gleiche Geschlecht haben.» Dafür, dass sich in aller Regel mehr Frauen als Männer für das Wahlfach Theater entscheiden, hat ­Mayer im Übrigen eine einfache Erklärung: «Die Frauen sind einfach mutiger.»

Aula der Fachmittelschule Freiburg. Fr., 3. Mai, und Sa., 4. Mai, 20 Uhr. Eintritt frei (Kollekte).

«Solche Texte zu lesen und zu lernen, erweitert die eigene Sprache.»

Geraldine Bapst

Schauspielerin

Das Stück

Ein Trauerspiel um Liebe, Ehe und Tugend

Das Trauerspiel «Emilia Galotti» von Gotthold Ephraim Lessing wurde 1772 in Braunschweig uraufgeführt. Es handelt sich um ein Drama der Aufklärung, in dem alte, feudale und christliche Vorstellungen von Liebe und Ehe auf das neue bürgerliche Liebesverständnis treffen. Der Prinz von Guastalla verliebt sich in die junge Bürgerliche Emilia Galotti, die jedoch den Grafen Appiani heiraten soll. Marinelli, der Kammerherr des Prinzen, lässt Appiani ermorden und Emilia entführen. Emilias Vater Odoardo versucht, seine Tochter zu befreien. Als ihm das nicht gelingt, ersticht er sie auf ihren eigenen Wunsch, da sie lieber sterben will, als ihre Tugend an den Prinzen zu verlieren.

cs

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema