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Emotionen garantiert

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Am kommenden 20. Oktober wird man Valérie Piller Carrard mit ziemlicher Sicherheit weinen sehen. Das hat sie bereits angekündigt. Weinen, wenn sie für eine dritte Amtsperiode als Freiburger SP-Nationalrätin gewählt werden sollte: «Es wird sicher ein starker Moment sein. Die Kampagne ist intensiv, dauert über Monate, und dann wird die Spannung von mir abfallen.» Weinen würde sie aber auch, wenn sie nicht in ihrem Amt bestätigt würde: «Ich habe über Jahre in Bern ein grosses Engagement gezeigt und fühle mich wohl im Bundeshaus. Da wäre eine Nichtwahl eine starke Enttäuschung.»

Emotional wird der 20. Oktober nur schon dadurch, dass ihr jüngster Sohn an diesem Tag Geburtstag hat. In welcher Form dieser gefeiert wird, steht aber noch nicht fest.

Unvergessen sind die Tränen Piller Carrards vom 18. Oktober 2011. Damals wurde sie als gerade einmal 33-jährige Grossrätin auf der SP-Liste überraschend in den Nationalrat gewählt.

«Ja, ich bin sehr sensibel. Wahrscheinlich sogar noch mehr, seit ich Kinder habe.» So komme es öfter vor, dass sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt, sowohl im Privaten wie auch in der Öffentlichkeit. So sei sie sehr berührt gewesen, als vor anderthalb Jahren ihr SP-Kollege Jean Christophe Schwaab aus dem Nationalrat zurücktrat, um sich um sein krankes Kind zu kümmern. Und eine Träne hat Valérie Piller Carrard auch verdrückt, als die burmesische Freiheitskämpferin Aung San Suu Kyi bei einem Besuch im Bundesparlament nur wenige Meter von ihr entfernt war.

Eine Überraschung wie vor acht Jahren wäre die Wahl der Broyebezirklerin am 20. Oktober keine mehr. Sie tritt als Bisherige an und besetzt den ersten Platz der SP-Liste. Die beiden ersten Male setzte sie sich nur knapp gegen die Murtnerin Ursula Schneider Schüttel durch: 2015 um 320 Stimmen und 2011 gar nur um 23 Stimmen.

Beide Male war dies entscheidend für ihren Sitzgewinn; in beiden Legislaturen rückte Schneider Schüttel erst später nach. 2019 figuriert Jean-François Steiert nicht mehr als Lokomotive auf der Liste. Die beiden bisherigen Nationalrätinnen haben somit gute Chancen, die zwei SP-Sitze zu verteidigen. «Ich hatte nie das Gefühl, in Konkurrenz zu Ursula Schneider Schüttel zu stehen. Mein Ziel ist, das Maximum zu geben, um die SP-Sitze im Nationalrat zu verteidigen. Ich glaube, wir haben beide eine solide Bilanz im Nationalrat aufzuweisen, und wir ergänzen uns gut.» Zudem seien beide Nationalrätinnen durch ihre Präsidien von wichtigen nationalen Verbänden vermehrt im Rampenlicht: Piller Carrard von Pro Familie und Schneider Schüttel von Pro Natura.

Was ist schwieriger: Neben Jean-François Steiert um den zweiten Sitz zu kämpfen, oder ohne ihn die Sitze zu sichern? Sie überlegt und sagt schliesslich: «Ohne Jean-François Steiert muss ich meine Komfortzone verlassen. Aber das ist stimulierend.» Sie sei sich bewusst, dass sie jetzt die Rolle einer Lokomotive auf der SP-Liste einnehme. Doch dafür sei sie gerüstet: «Ich habe meine Bekanntheit in den acht Jahren bestimmt steigern können, und ich bin öfter in den Medien präsent.»

«Würde anders entscheiden»

Dazu brauche es eine gewisse Zeit im Bundesparlament. «Ich habe gelernt, wie die Rädchen des Parlaments drehen. Ich konnte hinter die Kulissen blicken und habe heute mehr Kontakte zu anderen Parteien und auch in die Bundesverwaltung», sagt sie. «Netzwerke sind wichtig: Je mehr man mit Leuten in Kontakt ist, umso besser bringt man seine Anliegen durch.»

Medienleute kontaktierten sie heute häufiger zu sozial- und familienpolitischen Fragen oder wenn sie Berichterstatterin ist wie etwa zu den fremden Richtern. Piller Carrard sagt aber auch, dass sich die Medienpräsenz stark auf französischsprachige Medien konzentriere.

Zu ihrem Bekanntheitsgrad habe auch die Kandidatur bei den Ergänzungswahlen in den Freiburger Staatsrat 2018 beigetragen. «Es war eine gute Erfahrung», blickt die gelernte Handelsangestellte zurück. «Ich konnte an Anlässen auftreten, die ich vorher noch nicht kannte. Dies stärkte auch das Vertrauen in mich. Ich trat alleine an: Das gibt eine andere Dynamik als mit einem Team auf einer Liste.»

Valérie Piller Carrard musste dabei aber auch Kritik einstecken: Sie kandidierte gegen die grüne Kandidatin um den verwaisten grünen Sitz in der Regierung, der im Nachhinein an die Bürgerlichen ging. «Die Strategie war in dem Moment, als wir sie trafen, richtig», sagt sie. «Mit dem heutigen Wissensstand wäre mein Entscheid bezüglich der damaligen Kandidatur aber ein anderer.»

Dass sich diese Episode auf den jetzigen Wahlkampf niederschlagen könnte, glaubt die Politikerin aus Cheyres nicht. «Es ist jetzt eine ganz andere Situation.» Dieses Mal sitzt sie mit den Grünen im gleichen Boot, um den vor vier Jahren verlorenen dritten Sitz der Freiburger Linken im Nationalrat wieder zurückzuholen.

Auch thematisch sei sie etwas anders ausgerichtet. Als Staatsratskandidatin lautete ihre hauptsächliche Botschaft, dass der Sitz an eine Frau gehen müsse. Die Vertretung der Frauen sei ihr auch für die Nationalratswahlen ein wichtiges Anliegen. Sie hofft, dass der Anteil der Frauen weiter zunimmt, wobei der Zuwachs aus allen Kantonen der Schweiz kommen dürfe. Die Rekordzahl an Kandidatinnen im Kanton und gesamtschweizerisch sowie der Frauenstreiktag stimmen sie diesbezüglich optimistisch.

«Richtig wütend»

Doch es geht der Nationalrätin auch darum, dass die bürgerliche Mehrheit von FDP und SVP gebrochen werde. «Die letzte Legislatur war sehr schwierig», sagt sie. «Viele grosse Dossiers wie die Gesundheitskosten, die Gleichstellung oder das CO2-Gesetz sind nicht vorangekommen.» Frustrierend? «Ja, definitiv.» Demotivierend? «Nein. Man muss sich halt noch mehr wehren und die Bevölkerung aufklären, warum es in vielen Dossiers keine Fortschritte gibt.»

«Es geht nun um drei Sitze», sagt sie. Sie sieht Anzeichen aus den Kantonen, dass die Bürgerlichen an Terrain verlieren. Und dann könnte sie sich so richtig auf die kommende Legislatur freuen. Piller Carrard strebt für ihre dritte Kandidatur auch eine neue Kommission an. Sie sass bisher in der Geschäftsprüfungskommission und in der Staatspolitischen Kommission. Nun macht sie keinen Hehl daraus, dass ihre Wunschkommission jene für soziale Sicherheit und Gesundheit ist. «Ich habe von Anfang an mein Interesse daran bekundet. Und es hätte fast schon geklappt: Ich sollte Rebecca Ruiz in dieser Kommission ersetzen. Doch gerade da hat die SP wegen des Parteiwechsels von Daniel Frei zu den Grünliberalen den Kommissionssitz verloren. Ich war richtig wütend.»

Nun stehen die Aussichten für Valérie Piller Carrard besser. Gleich mehrere SP-Vertreter dieser Kommission treten nicht mehr zu den Wahlen an. «Ich werde wie eine Löwin für diese Kommission kämpfen», sagt sie. Dann wäre sie endgültig in Bern angekommen.

Bis Anfang Oktober porträtieren die FN die Freiburger Nationalrätinnen und Nationalräte, welche erneut kandidieren.

Interessenbindungen

Präsidentin von Pro Familia Schweiz

Die 41-jährige dreifache Mutter Valérie Piller Carrard aus Cheyres ist gelernte Handelsangestellte und neben ihrem Nationalratsmandat nicht mehr beruflich tätig. Sie ist Präsidentin von Pro Familie Schweiz und Pro Familia Freiburg. Weiter sitzt sie im Verwaltungsrat der Coralisa SA in Estavayer sowie im Stiftungsrat für das Pfahlbauerdorf Gletterens. Im Nationalrat ist sie Mitglied der Geschäftsprüfungskommission und der Staatspolitischen Kommission.

Klimacheck

Ölheizung und Haushaltsgeräte der Energieklasse A++

Die FN machen mit den Kandidatinnen und Kandidaten einen Klimacheck.

Ab welcher Distanz wechseln Sie vom Velo auf das Auto?

Bis zu zehn Kilometer. Aber ich wohne gleich gegenüber dem Bahnhof.

Wie heizen Sie Ihre Wohnung?

Mit einer Ölheizung.

Wie oft fliegen Sie pro Jahr? Wohin führte der letzte Flug?

Dieses Jahr benutzte ich kein Flugzeug. Mein letzter Flug war im Sommer 2018 nach Berlin.

Welche Produkte kaufen Sie lokal ein?

Fleisch und Gemüse.

Bei welchem elektrischen Gerät haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie es einschalten?

Die meisten sind sehr ökonomisch und gehören zur Energieklasse A++.

Fragebogen

Armut ist, wenn der Lohn nicht bis Ende Monat reicht

Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch ist ein Leben lang ein Fragender gewesen. Die Freiburger Kandidatinnen und Kandidaten für die eidgenössischen Wahlen beantworten einige ausgewählte Fragen aus seinem berühmten Fragebogen aus dem Jahr 1966.

 

Hoffen Sie angesichts der Weltlage:

a. auf die Vernunft?

b. auf ein Wunder?

c. dass es weitergeht wie bisher?

Auf die Vernunft.

 

Wie stellen Sie sich Armut vor?

Sie zeigt sich bei Leuten, die es nicht schaffen, dass das Einkommen bis zum Ende des Monats reicht. Diese müssen jeden Rappen zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben können.

Kann Ideologie zu einer Heimat werden?

Ideologie geht meiner Meinung nach über die Grenzen einer Heimat hinaus. Sie ist etwas, dass sich auch exportieren lässt.

Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit? Ja oder Nein.

Es hängt vom Thema ab. Wenn die Mehrheit entscheidet, dann respektiere ich die Demokratie. Aber wenn die Mehrheit nicht alle Fakten kennt, dann würde ich auch gegen diese Mehrheit entscheiden.

Wie viel Aufrichtigkeit von einem Freund ertragen Sie in Gesellschaft oder schriftlich oder unter vier Augen?

Wenn es ein richtiger Freund ist, dann akzeptiere ich seine Aufrichtigkeit im privaten wie auch im öffentlichen Rahmen. Dies selbst dann, wenn sie vielleicht wehtut. Man muss diese Kritik ganz einfach ertragen können.

 

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