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En garde!

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Degen, Florett und Säbel assoziieren die meisten mit tapferen Helden und romantischen Filmszenen, mit Zorro oder d’Artagnan und den drei Musketieren. Heute sind es nur noch Sportwaffen, die in der Schweiz rund 2600 Fechterinnen und Fechter faszinieren. Eine davon ist Galadrielle Sapin. Die 15-Jährige aus St. Ursen hat Anfang Monat in Morges den Schweizermeistertitel bei den U17 gewonn en. Logischerweise, ist man versucht zu sagen: Seit Januar hat Sapin bei jedem nationalen Turnier, an dem sie teilgenommen hat, eine Medaille gewonnen, sowohl bei den U17 als auch bei den U20 oder der Elite.

In den Genen

Das Fechten ist der Teen­agerin sprichwörtlich in die Wiege gelegt worden. Ihre Mutter Maria Sapin-Dornacher war mehrfache Schweizermeisterin im Degenfechten und hat auch im Weltcup Erfolge gefeiert. «Ich habe meine Mutter schon als kleines Kind an die Wettkämpfe begleitet», erinnert sich Galadrielle Sapin. «Ich habe immer selbst gestaltete T-Shirts mit ‹Hopp ­Maman›-Sprüchen getragen und meine Mutter von der Seite aus angefeuert. Und wenn ich müde war, schlief ich jeweils in ihrer Fechttasche.»

Es sei allerdings nicht so gewesen, dass sie zum Fechtsport gedrängt worden sei, sagt Sapin. «Im Gegenteil. Eigentlich wollte meine Mutter nicht, dass ich diesen Sport ausübe. Sie weiss aus eigener Erfahrung, wie es auf und neben der Fechtpiste zu und hergeht. Sie hatte zu oft die überambitionierten Eltern der anderen Mädchen gesehen, die immer reinriefen und sich unmöglich aufführten. Das wollte sie mir ersparen.»

Sechs Stunden Schlaf

Doch die Tochter liess es sich nicht ausreden. Mit einem Degen, einer Fechtmaske aus Drahtgitter, weisser Schutzkleidung und Handschuhen und Kniestrümpfen unternahm sie als 6-Jährige ihre ersten Gehversuche in der Fechtschule ihrer Mutter. Diese Saison fand sie über den Umweg im Fechtclub Saane-Freiburg zum CER Romont. In erster Linie trainiert Galadrielle Sapin aber mit dem Schweizer Nationalteam. Dafür fährt die 15-Jährige an drei Abenden in der Woche jeweils mit dem Zug nach Lausanne, Biel und Bern. Gegen 23 Uhr kehrt sie heim, und am nächsten Morgen muss sie um 5.30 Uhr bereits wieder aus den Federn, um rechtzeitig zum Unterricht in der OS Düdingen zu sein, wo sie das neunte Schuljahr absolviert. «Prüfungen lernen und Hausaufgaben machen, das erledige ich meistens im Zug oder abends nach dem Training. Ich brauche nicht so viel Schlaf, mir reichen sechs Stunden pro Nacht», sagt die Fechterin. Und mit einem Schmunzeln fügt sie an: «Wir haben zu Hause keinen Fernseher, der mir meine Zeit stiehlt.»

«Motiviert und willensstark»

Dank der Swiss Olympic Talent Card erhält die junge Fechterin in der Schule Urlaub, wenn sie für ihre Wettkämpfe nach Luxemburg, Grenoble, Klagenfurt oder Kopenhagen reist. Mit dieser Karte werden Athletinnen und Athleten ausgezeichnet, die aufgrund der Einschätzung des nationalen Verbandes das Potenzial für eine spätere Spitzensportkarriere besitzen und vom Verband systematisch gefördert werden. 66 Schweizer Fechterinnen und Fechten besitzen zurzeit eine solche ­«Potenzialkarte».

«Galadrielle ist sehr motiviert und willensstark», sagt Sophie Lamon, Leiterin Elitesport/Nachwuchs bei Swiss Fencing, dem Schweizerischen Fechtverband. Die Olympiamedaillengewinnerin (Silber mit dem Degen-Team 2000 in Sydney) glaubt an das Potenzial der jungen Freiburgerin. «Der Gewinn des U17-Meistertitels ist eine schöne Entschädigung für die verpasste Junioren-EM, auch wenn die Konkurrenz nicht überaus zahlreich ist auf diesem Niveau. Galadrielle hat noch einige interessante Jahre vor sich, in denen sie an ihrer Technik arbeiten und sich ohne allzu grossen Druck entwickeln kann. Die Voraussetzungen, um in fünf Jahren den schwierigen Sprung in die Elite zu schaffen, sind jedenfalls vorhanden.»

Mit Melissensirup und Weihnachtsgeschenken

Fechten zählt zum eigentlichen Kern der Olympia-Sportarten. Schon 1896 in Athen, bei den ersten Spielen der Neuzeit, wurden Wettkämpfe ausgetragen. 1920 durften erstmals auch Fechterinnen bei Olympia an den Start – viel früher als bei den meisten anderen Disziplinen. Wie wohl jede Sportlerin träumt auch Sapin von einer Teilnahme an Olympischen Spielen. «Das ist noch weit weg. Aber nur mitmachen und Letzte werden, das ist nicht mein Ziel.» Vorerst strebt die ehrgeizige Freiburgerin die Qualifikation für die EM und später die WM an.

Dafür wird sie weithin pro Saison mindestens 8000 Franken aufwenden müssen. «In einer Randsportart wie Fechten ist es schwierig, Sponsoren zu finden. Von der Schweizer Sporthilfe werde ich finanziell etwas unterstützt, den überwiegenden Teil bezahlen aber meine Eltern», sagt Galadrielle Sapin, die sechs Geschwister hat. Wann immer möglich beteiligt sich die 15-Jährige an den Kosten für ihre grosse Leidenschaft. «Ich stelle Melissensirup her und verkaufe ihn auf Märkten. Und wenn ich zu Weihnachten oder zum Geburtstag Geld geschenkt bekomme, investiere ich auch das.»

Und solange sie nicht Olympiasiegerin ist, wird Galadrielle Sapin wohl auch weiterhin erklären müssen, was sie eigentlich für einen Sport ausübt. «Wenn ich Freunden oder Kolleginnen sage, dass ich fechte, fragen die meisten erstaunt, was das ist. Wenn ich dann erkläre, dass ich mit einem Schwert kämpfe, so wie die Ritter und die Piraten früher, finden es die meisten mega cool.»

«Als Kind schlief ich an den Wettkämpfen jeweils in der Fechttasche meiner Mutter.»

Galadrielle Sapin

Degenfechterin

«Wenn ich sage, dass ich mit einem Schwert ­kämpfe, so wie die Ritter und die Piraten ­früher, finden es die ­meisten mega cool.»

Galadrielle Sapin

Degenfechterin

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